DONNERSTAG, 14.11.2019 / 19.30 Uhr
Theaterstück von Henrik Ibsen, das von Emanzipationsprozessen der Hausfrau Nora handelt.

Pressetext:

Seit acht Jahren sind Nora und Helmer anscheinend glücklich verheiratet. Zum bürgerlichen Lebensentwurf gehören drei wohlgeratene Kinder ebenso wie eine gesicherte finanzielle Situation und das gemütliche Zuhause. Die Zuständigkeiten sind Geschlechterrollen-traditionell verteilt. Helmer betreibt als ausgebildeter Jurist seine Karriere als Banker und sichert den Familienunterhalt, Nora repräsentiert und schmückt im doppelten Wortsinn das Heim. Tatsächlich sind ihre Jugend und Schönheit eine deutlich tragfähigere Investition in das gemeinsame Lebensmodell als ihre eher oberflächlichen Versuche, sich als Hausfrau und Mutter in den Familienalltag einzubringen. So weit, so gut, so vermeintlich harmonisch wie erwartbar in einem Dramentext, der im Jahr 1879 auf die Bühnen kam. Erstaunlich war zur Entstehungszeit allerdings die weitere Entwicklung des Plots, der lange vor Etablierung der Frauenrechts- und Gleichstellungsbewegungen die Emanzipation seiner Protagonistin aus den beengenden Verhältnissen einer festgelegten Gesellschafts- und Werteordnung beschreibt. Ibsens visionäre Perspektive trat einen veritablen Skandal aber auch feministische Initiativen los, die gesellschaftspolitisch nicht ohne Folgen geblieben sind. 140 Jahre später stellen sich viele der von Nora problematisierten Dinge also etwas anders und glücklicherweise besser dar. Und doch kommt man nicht umhin, zu fragen: wie viel besser?


SCHAUSPIELHAUS

Richard-Wagner-Platz 2-10
90443 Nürnberg

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