DIENSTAG, 29.10.2019 / 20.00 Uhr
Dreiteiliger Balettabend thematisiert das Thema Gender auf einer tänzerisch-körperlichen Ebene.

Pressetext:

Fließen, erschüttern, zittern: Weibliche Energie, männliche Kraft – gepaarte Sensibilität und Verletzlichkeit. Der dreiteilige Ballettabend dekliniert diesmal das Thema Gender auf der tänzerisch-körperlichen Ebene. Dafür empfängt das Staatstheater Nürnberg Ballett zwei Choreografen als Gäste, die jeder auf seine Art sensible Weiterdenker der Tanzkunst sind. Nach der luftig-spritzigen Choreografie „Sechs Tänze“, die 2011 einen programmatischen Höhepunkt in der Sparte Ballett darstellte, konnte Goyo Montero nun zum zweiten Mal eine Kreation von Jiří Kylián im Repertoire verankern: „Falling Angels“, das für eine ausschließlich weibliche Besetzung konzipiert ist, verströmt eine signifikante Energie.
„Ich denke, dass es meine Aufgabe als Choreograf ist, den Grund unserer Seele zu erforschen“, sagt Jiří Kylián. Seit den frühen 70ern hat der tschechische Choreograf mehr als 100 Werke kreiert – den Großteil davon für das Nederlands Dans Theater (NDT), dessen Leiter er prägende Jahre war. Seine Kreationen sind von vielfältigen Quellen inspiriert, kombinieren Elemente unterschiedlichster Kunstformen und trotzen jedem Versuch einer Kategorisierung. Eine wichtige Rolle für eine Vielzahl seiner abstrakten Werke spielte seine Begegnung mit den australischen Aborigines in seinem Verständnis von Tanz als Wegmarke unserer Sozialstruktur und unserer „künstlerischen Identität“ So setzt Kylián in „Falling Angels“ gegen treibenden, rituell-ostinaten Trommelrhythmus fließende, homogene Bewegungen, die phasenweise in einem anderen Zeitmaß abzulaufen scheinen und somit höchst spannungsgeladen etabliertes Bewegungsmaterial in einem völlig neuen Kontext zeigen.
Ein vieldeutig oszillierendes Rollenmodell vertritt die Choreografie „Thin Skin“ von Marco Goecke, erstmals am Staatstheater Nürnberg zu sehen. Der Choreograf, der ab der Spielzeit 2019/2020 als Ballettdirektor an die Staatsoper Hannover engagiert ist, gilt seit vielen Jahren als einer der einflussreichsten zeitgenössischen Künstler in der Tanzszene. Nicht nur seine Inszenierungs-Bilder, das gesamte Bewegungsrepertoire hat eine unverwechselbare Ästhetik. „Thin Skin“ ist detailliert-verletzlich einerseits, kraftstrotzend-eruptiv andererseits. Marco Goecke führt hier – zu Musik von Patti Smith – die Körper konsequent an die Grenzen des Darstellbaren.
Die dritte Choreografie des Abends stellt Ballettdirektor Goyo Montero vor. Seine Uraufführung kontrastiert mit rein männlicher Besetzung das energetische Feld der beiden Gastchoreografen. Goyo Montero fächert das breite Assoziationsspektrum von „Männlichkeit“ in seinen vielen Ausprägungen und Kontrasten auf, wird Schönes wie Abstoßendes, Zartes wie Gewaltsames an diesem Sujet in reflektieren.


OPERNHAUS

Richard-Wagner-Platz 2-10
90443 Nürnberg

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KARTE

FREITAG, 18.09.2020, KULTURWERKSTATT AUF AEG
Eine Ausstellung, die die Nürnberger Subkultur präsentiert, flankiert von Diskussionsformaten und Konzerten. Das ist Kult & Tumult, vier Wochen lang, auf AEG, curt berichtete und supportet in freimütiger Manier. Denn: Das Projekt, angestoßen von der Veranstalter*innen- und Künstler*innenszene rund ums Tellerrand, ist a) spannend und hat sich b) vorgenommen, wichtige Themen auf seine AEG-Bühne zu bringen. In den vergangenen Wochen hat das Team dieses Vorhaben konkretisiert und sein Kult-&-Tumult-Programm festgezurrt.   >>
SAMSTAG, 26.06.2021, KATHARINENRUINE
Schöne Musik in schönster Kulisse: Das Slow Down Festival gehört zu den Nürnberger Jahreshighlights. Club Stereo und st. katharina open air kooperieren für einen Abend und holen regionale und überregionale KünstlerInnen und Bands in die Ruine mit der gerühmten und berühmten Akustik. Hört sich toll an, aber nicht zu früh gefreut: In 2020 wird es kein Slow Down Festival geben. Dafür steht das Line-up fürs kommende Jahr. Dem Club Stereo ist es gelungen, alle bereits gebuchten KünstlerInnen davon zu überzeugen, in 2021 dabei zu sein, wenn Corona, hoffentlich, nur noch eine seltsame Erinnerung ist. Line-up bleibt also gleich, neuer Termin: 26. Juni 2021.

Mit dabei sind:
Sons Of The East, die Australier mit Indiefolk-Hymnen im Gepäck.
Sean Koch, der südafrikanische Gitarrist mit Surfer-Boy-attitude.
We Brought A Penguin, die gewieften Indie-Pop-Lokalhelden.
Lienne, die junge Augsburgerin des opulenten Electro-Pops.

Wir sind also trotzdem voller Vorfreude, die eben etwas länger währt.
Alle Infos zum Festival: https://www.club-stereo.net/konzert/slow-down-festival-2021/  >>