Für viele Freiberufler im Kunst- und Kulturbereich waren die vergangenen Wochen nicht nur mit finanziellen Schwierigkeiten, sondern auch mit großer Unsicherheit verbunden: Wo kann ich was beantragen, bin ich antragsberechtigt, wann kommen die 1.000 Euro pro Monat oder doch nicht oder für wen? Ein Teil Unsicherheit wird auch in den kommenden Tagen bleiben, dafür ist die Lage einfach zu neu und komplex und scheiße. Klar ist aber nach der heutigen Pressekonferenz von Markus Söder und Kultusminister Bernd Sibler, dass der Rettungsschirm vergrößert wird: 200 statt 90 Millionen kommen in den Topf. Das ist nötig, damit auch Menschen, die nicht in der Künstlersozialkasse versichert sind, Zugriff darauf haben. Dazu gehören dann zum Beispiel Techniker, Maskenbildner aber auch freie Journalisten, etc. Die Zahl der Begeünstigten verdopple sich von 30.000 auf 60.000. Nachzuweisen ist ein substantieller Beitrag zum Einkommen aus der freien künstlerischen Arbeit.

50 Millionen Euro stehen außerdem für “Spielstätten” (Söder) bzw. “Veranstaltungsbetriebe” (Sibler) bereit, die bis zum Jahresende unterstützt werden sollen. Söder nannte explizit 700 kleine und mittlere Theater und 260 Kinos. Sibler sprach von “Kleine und mittlere Spielstätten aus den Bereichen Theater, Kunst, Kleinkunst, Musik und Kabarett.” Musikschulen und Laienmusikgruppen wie Chöre können ebenfalls je 1.000 Euro beantragen, für sie stehen insgesamt 10 Millionen Euro zur Verfügung. Söder: “Es ist der Versuch, Kultur in der Breite durch Förderung zu erhalten.” Außerdem gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer für die Rückkehr von kulturellen Veranstaltungen: "Wir glauben, dass wir Perspektiven für die Zeit nach Pfingsten entwickeln sollen”, so Söder. Man wolle sich dabei an den Hygieneschutzmaßnahmen in Kirchen orientieren. Am 20. Mai soll die Ministerpräsidentenkonferenz über ein solches, bundesweites Konzept entscheiden.

Die Software, so Sibler, ist installiert, die Anträge können auf den Weg gebracht und ab nächster Woche heruntergeladen werden.
Die entsprechenden Anträge findet man, sobald es sie gibt hier:
https://www.stmwk.bayern.de/index.html

Einen guten Überblick über die Hilfsprogramme findet ihr hier:
https://bayern-kreativ.de/aktuelles/corona-erste-hilfe/

Die gesamte Pressekonferenz zum Nachschauen:
https://youtu.be/9zf-x75-YOQ


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Nach Fürth und Landshut erschließt nun auch Nürnberg auf professionelle Weise den Innenhof und Grünstreifen als Spielort für Musik, Gaukelei, Live-Entertainment… Die in Fürth gegründete Initiative Kultur vor dem Fenster (wir berichteten) hat ihre Fühler erfolgreich in die Nachbarstadt ausgestreckt. Das Prinzip ist grundsätzlich einfach erklärt: Wer ein Grundstück hat, auf dem Musiker oder anderweitig Kulturschaffende mit Sicherheitsabstand ihre Arbeit tun können, kann sich diese auf dem Portal buchen. Die Gage ist dann mit den KünstlerInnen selbst auszuhandeln. Es besteht natürlich die Möglichkeit, gemeinsam als Hausgemeinschaft zu buchen und sich die Einnahmen zu teilen. Genauso richtet sich das Angebot an Einrichtungen wie Altenheime, Krankenhäuser, … Das Publikum muss natürlich drinnen bleiben und sich vom Balkon oder Fenster eine gute Sicht verschaffen.
Für Künstlerinnen und Künstler bedeutet die Initiative potentiell die Rückkehr von Arbeitsmöglichkeiten. Die Live-Spielstätten sind ja nach wie vor zu. Gleichzeitig wird über einen Soli-Topf sichergestellt, dass jeder und jede einigermaßen fair für seine Arbeit bezahlt wird. Ein Thema, das bei den vielen Online-Angeboten derzeit etwas unter den Tisch fällt. Bewerben können sich Nürnberger Kulturschaffende, die ihren Lebensunterhalt zu einem wesentlichen Teil mit Kunst bestreiten. 
In Nürnberg beteiligen sich auch die Kulturläden an der Organisation von Auftritten. Sie werden Hauseigentümer gezielt ansprechen und auch finanziell aushelfen, um die Durchführung möglich zu machen. Soziale Einrichtungen wie Altenheime, Kinderheime, Behinderteneinrichtungen, etc. können die Finanzierung beim Fonds Kultur.Sozial bentragen. 

In dem Sinne, bucht oder meldet euch an oder beides und zwar hier: 
https://www.kultur-vor-dem-fenster.de/nuernberg/ 
Beziehungsweise nach wie vor natürlich auch hier: 
https://www.kultur-vor-dem-fenster.de/fuerth/ 

 
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20200520_Umweltbank
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