Filmhaus: Cannes feiert den afro-futuristischen Cyberpunk-HipHop

SAMSTAG, 1. OKTOBER 2022, FILMHAUS

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Sommerpause isch over, die Filmkunst wandert von ihren Open-Air-Spielorten zurück, wo sie hingehört: ins dunkle Kinokämmerlein. Filmhaus Kino heißt ein solches Kämmerlein, das besonderen Wert auf feinsäuberlich hochqualitativ kuratiertes Programm legt und es euch, liebe Filmfans, damit besonders einfach macht: Reingehen kann man immer.

Zum Beispiel, um sich Ulrich Seidls (Hundstage, Liebe-Trilogie) Berlinale-Beitrag des Jahres zu Gemüte zu führen: Rimini, so heißt der Badeort, in dem der Schlagerstar und Gigolo Richie Bravo im Winter gegen die Wirklichkeit ansäuft. Ein Mann im Glitzerkostüm, dessen Selbstentwurf erst Risse bekommt, als seine Tochter vor der Tür steht – und ihn an seine Unterhaltspflicht erinnert. Ab 04.10.

Noch einmal Berlinale, aber 2021, wo Shenze Zhu den Caligari-Filmpreis gewann. Die Regisseurin stammt aus der Stadt Wuhan, die erst weltweite Bekanntheit erlangte, als dort ein gewisses Virus ausbrach. Ihre Dokumentation A River Runs, Turns, Erases, Replaces erzählt mit großer stilistischer Konsequenz und in stillen Bildern von einem Vorher und einem Danach in dieser Stadt und lässt in Briefen die Hinterbliebenen zu Wort kommen. Ab 11.10.

In der Reihe Decolonizing The Screen, die die Geschichte des emanzipatorischen nicht-weißen Kinos von den 60ern bis in die Jetztzeit nachzeichnet, kommt nun eine Gegenwartsperspektive zum Thema auf die Leinwand: Neptune Frost von Saul Williams und Anisia Uzeyman. Eine Gruppe von Bergleuten, die in Burundi aus einer Coltan-Mine flieht, gründet in der Folge ein antikolonialistisches Hacker-Kollektiv. Das ausbeuterische, autoritäre Regime soll von einer Elektroschrott-Müllhalde aus gestürzt werden. Ein afrofuturistisches Cyber-Punk-HipHop-Musical, das bei seiner Premiere in Cannes gefeiert wurde. Previews am 22.10. und 26.10. und dann regelmäßig ab 22.11.

Und noch ein drittes Mal Berlinale (aber auch Nürnberg, weil Grandfilm-Verleih!): Den Silbernen Bären 2022 nahm Hong Sangsoo mit nach Hause. In seinem Spielfilm Die Schriftstellerin, ihr Film und ein glücklicher Zufall geht es um eine, wer hätte es gedacht, Schriftstellerin. Eine erfolgreiche noch dazu, die zufällig auf alte Bekannte trifft: Eine neidische Kollegin und eine Filmemacherin, die ihren jüngsten Roman umsetzen wollte und dann aber einen Rückzieher machte. Frech! Der koreanische Kulturregisseur feiert in lakonischem Stil die Schönheit zufälliger Begegnungen. Ab 08.11.

Zwei Filmhaus-typische, wichtige Specials seien noch erwähnt: Im November wird traditionell dem italienischen Film gehuldigt. In diesem Jahr mit einer Hommage der Schauspielerin Silvana Mangano (1930–1989), unter anderem mit Pier Paolo Pasolinis Film Teorema. Aber auch der gegenwärtige italienische Film ist im Rahmen der Cinema-Italia-Festival-Tournee vertreten.

Und am 18.11. und 19.11. gibt's einen runden Geburtstag im Filmhaus: Die Reihe Afrikanische Kinowelten findet zum 20. Mal statt!
Gemeinsam mit der Nürnberger Initiative für Afrika (NIfA) werden an diesem Freitag und Samstag Filme aus (nicht über) Afrika präsentiert. Die einzelnen Vorstellungen werden im Anschluss stets fachkundig reflektiert und diskutiert. Neben aktuellen afrikanischen Filmen (Details in Bälde online) läuft auch der erste von einem afrikanischen Regisseur in Afrika gedrehte Film, und zwar in einer restaurierten Fassung: Ousmane Sembènes Borom Sarret aus dem Jahr 1963.

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Filmhaus Nürnberg

Achtung! Im Herbst kann man gut auch mal daheimbleiben – gerne mit einem Zugang des Filmhaus-Streaming-Service kino3.
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Der britische Regisseur ken Loach ist bekannt für seine schnörkellos erzählten Sozialdramen, Filme über das echte, harte Leben, die Loach bereits zwei Mal die Goldene Palme von Cannes eingebracht haben. Unter anderem für Ich, Daniel Blake (2016), der ab dieser Woche im kino3 gestreamt wird. Der titelgebende Held hat sein Leben lang als Schreiner in Newcastle gearbeitet. Nach einem Schlaganfall muss er sich zum ersten Mal um staatliche Hilfen bemühen. Im Zuge dessen trifft er auf Katie, eine alleinerziehende Mutter, die um der Obdachlosigkeit zu entgehen, gezwungen ist, in eine Wohnung weit weg von ihrer Heimat zu ziehen. Ich, Daniel Blake gewährt einen Einblick in die Lebensrealität von Menschen, die sich schuldlos durch die bürokratischen Maschen des Sozialsystems wühlen müssen. Auf der kino3-Homepage findet ihr ein Interview mit dem Regisseur Ken Loach.

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Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado hat jahrzehntelang internationale Konflikte, Kriege und Vetreibung dokumentiert und damit weltweite Bachtung erlangt. Unter anderem vom deutschen Star-Regisseur Wim Wenders, der sich für diese Dokumentation auf die Spuren Salgados begeben hat. Wenders begleitet den Fotografen und seinen Sohn bei der Arbeit an dem weltumspannendenen Großprojekt “Genesis”, einer gewaltigen Liebeserklärung an die Erde. Auch Das Salz der Erde wurde in Cannes ausgezeichnet und für den Oscar als bester Dokumentarfilm nomminiert. Das kino3 zeigt den Film anlässlich des laufenden Fotofestivals.

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Kino 3
im Filmhaus Nürnberg
Königstraße 93

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