Neue Kunst in alten Gemäuern: RathausArt

3. SEPTEMBER 2021 - 5. SEPTEMBER 2021, HISTORISCHES RATHAUS

#Austellung, #BBK View, #Kunst, #Performance, #Projektbüro, #RathausArt, #Regenbogenpräludium

Für die Galerien der Stadt und die Kunstfreund*innen ist das eine äußerst erfreuliche Nachricht: Auch die RathausArt findet wieder statt. Vom 03. bis 05. September verwandelt sich das Historische Rathaus in ein begehbares Schaufenster von 17 Galerien und, neu dabei, den Kunstvereinen – die Stadt erhielt so viele Bewerbungen wie nie zuvor.

Der Ort steht fest verwurzelt in der Tradition der Kunststadt Nürnberg: Im Historischen Rathaus brachte einst Agnes Dürer die Werke ihres Mannes nach dessen Ableben unters Volk. Von Dürer wird in diesem Jahr wahrscheinlich nix dabei sein, denn die ausstellenden Galerien zeigen und verkaufen im Rathaussaal, der Ehrenhalle und im Innenhof zeitgenössische Arbeiten. Die Bandbreite reicht dabei von den jungen Absolvent*innen der AdbK bis zu sündhaften teuren Stars der deutschen Kunstszene. Einzelne Künstler*innen stehen in den sogenannten Kojen außerdem für Gespräche über Gott und die Kunst und die Welt zur Verfügung. Hinzu kommt ein buntes bis wildes bis informatives Rahmenprogramm an allen drei Tagen. curt schaut nochmal ausschnittsweise und genauer hin.

Durchgehend

Die Fürther Künstlerin Barbara Engelhard (hier geht’s zur ihrem Locked-In-Interview) arbeitet mit Kunstrasen. Und wird den Eingang des Historischen Rathauses über das gesamte Wochenende hinweg mit Hilfe dieses Materials in ein magisches Gate, ein Portal in unwirkliche Kunstwelten verwandeln.

Zimmer 9 das Rathauses wird derweil vom Kunstverein Kohlenhof und der Galerie KunstKontor zu einem Kino umgewidmet. Hier laufen, ebenfalls an allen drei Tagen, Kunstfilme. Und in der Ehrenhalle wird an jedem Tag ein Mal die Performance aeros von Anna Stewart zu sehen sein.

Im Innenhof tobt sich derweil die nachwachsende Generation aus. Studierende der Akademie der bildenden Künste arbeiten hier zusammen mit dem Publikum an der situativen Veränderung des Ortes. Hallo Wir ist eine interaktive Installation, die uns den Wert der Kommunikation, des Einander-Näher-Kommens vermitteln soll. Dazu gehört die Ausstellung mit Workshops in der Akademie Galerie. Siehe Insta.

Die Bode Galerie hat außerdem so etwas wie einen kleinen Coup gelandet. In ihrer Koje zeigt das Regenbogen-Präludium eine neue Arbeit mit, hat uns ein Vögelchen gezwitschert, Interventionscharakter. War ja klar! Man darf gespannt sein, was sich das anonyme Künstler*innenkollektiv da wieder ausgedacht hat.

Freitag

Bernd Telle kommt auf Einladung der Galerie BBK View ins Rathaus. Um dort einfach seiner Profession nachzugehen: Telle fotografiert ab 18 Uhr Besucher*innen. Ab 19 Uhr findet im Innenhof dann die feierliche Eröffnung statt.

Samstag

Der Vor- und Nachmittag steht, wie man das von der RathausArt so kennt, vor allem im Zeichen des Zuschauens und Nachmachens. Christian Haberland zeigt live seine Zeichenkunst. Der KinderKunstRaum lädt zum Basteln von Schachtelwesen ein. Und Ignaz Huber erschafft vor unseren Augen eine Holzskulptur. Kai Klahre und Andreas Oehlert (im Interview mit Andreas Radlmaier) stehen für Gespräche über ihre Kunst zur Verfügung.

Ab 14 Uhr wirds abgefahren im Innenhof, wenn Sebastian Hertrich auf Einladung des raums für zeitgenössische Kunst . laurentui feller zeigt, wie er mit Computerplatinen arbeitet (auch am Sonntag). Anna-Maria Bieniek führt zwischen 15 und 20 Uhr in der Koje von BBK View ihre Performance Eine performative Hilfestellung für den Homo sapiens auf und David Häuser does what he does best: Fotografieren. Und zwar euch, liebes Publikum, ab 17 Uhr im Innenhof. Das war aufregend. Wir beruhigen uns wieder mit Hilfe der Weinprobe der Werkstattgalerie.

Sonntag

Von wegen brotlose Kunst: Nicht nur für uns ein wichtiger Termin, wenn Stephan Schwarzmann am Sonntag ab 12 Uhr auf Einladung von BBK View zeigt, wie man sein eigenes Geld druckt. Im Innenhof stellt derweil Alexandra Hiltl ihre eigenen Zeichenstäbe her. Die Werkstattgalerie dreht wie schon am Vorabend ihre Extrawurst und macht nix mit bildender Kunst, sondern lieber eine Lesung mit dem Alles-Künstler Gerd Scherm: Der Mann, der im Chelsea Hotel einen Zimmerbrand bestellte.


Ausführliches Programm und Infos zum Hygieneschutz findet ihr hier:
www.nuernberg.de/internet/rathausart

 




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#Austellung, #BBK View, #Kunst, #Performance, #Projektbüro, #RathausArt, #Regenbogenpräludium

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NüRNBERG. Wenn es so etwas wie einen Günther-Jauch-mäßigen Jahresrückblick auf Nürnberg 2020 gäbe, das eine Bild, das keinesfalls fehlen dürfte, ist allen klar: Das Regenbogenpräludium hat sich, nicht nur wegen der Farbe an der Zeppelintribüne, sondern auch wegen der daran anschließenden Diskussion über Intervention und Kunst im öffentlichen Raum und den Umgang mit dem Reichsparteitagsgelände, ins kollektive Regionalgedächtnis eingebrannt. Bald zwei Monate später ist die Auseinandersetzung wieder etwas abgekühlt, hinter den Kulissen werkeln die Künstler*innen aber weiter. An ihrer Vision und der Zukunft der Gruppe. Jetzt hat das Regenbogen-Präludium sein Regenbogen-Intermezzo verfasst, ein Thesenpapier, ein Manifest, mit konkreten Vorschlägen, wie es jetzt weitergehen könnte, erstveröffentlicht hier, bei curt.
Im Intermezzo beschreibt die Gruppe ihre erste Arbeit als ein längst überfälliges Gegendenkmal, das ein Vakuum fülle: die von der Stadt festgelegten Leitlinien zum Umgang mit dem Gelände seien in 16 Jahren weder mit finanziellen Mitteln noch mit konkreten Konzepten ausgestattet worden. Als eigentliches Werk sei jedoch nicht der Regenbogen, sondern der daran geknüpfte Diskurs zu verstehen, der in Auseinandersetzung mit dem Gelände immer neue Ausdrucksformen findet. Um zu diesen Ausdrucksformen zu gelangen, fordert das Kollektiv jetzt die Schaffung einer Sozialen Plastik in Form eines selbstverwalteten Künstler*innenhauses in direkter Umgebung des Reichsparteitagsgeländes. Auch ein Finanzierungsvorschlag ist im Manifest enthalt. Das gesamte Regenbogen-Intermezzo im Wortlaut:  >>
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