Sommertage: Wilde Maus oder lieber nicht?

31. JULI 2020 - 6. SEPTEMBER 2020, NüRNBERG

#Hauptmarkt, #Sommertage, #Volksfest

Nürnberger Sommertage statt Frühlings- und Herbst-Volksfest am Volksfestplatz. Der Schaustellerverband hat in Zusammenarbeit mit der Stadt das Konzept des dezentralen Volksfestst erarbeitet. Karussellfahrerinnen und Schokofruchtschlecker verteilen sich auf die Weise auf insgesamt zehn Standorte.

Am spektakulärsten sind natürlich die Bilder vom Riesenrad am Hauptmarkt. Fahrgeschäfte vor der Altstadtkulisse, macht was her, da kann man mal gar nix sagen. Seit Freitag läuft das dezentrale Volksfest, das in der Stadt freilich kontrovers diskutiert wird. Die Schausteller, von der Krise genauso angeschmiert wie Gastronom*innen, Clubbettreiber, Kulturschaffende, freuts zuerstmal. Für sie ist das ein Kompromiss und ein bisschen mehr, die Möglichkeit, überhaupt noch zu einem Umsatz zu kommen in diesem Jahr.

Lorenz Kalb, Präsident des Süddeutschen Schaustellerverbands teilt nach dem ersten Wochenende per Pressemeldung mit, dass sein Herz voller Glück sei. “Es ist rührend, wie viele Bürger*innen herkommen und sich bedanken. Dass wir dies ermöglichen. Viele loben uns, für unser Hygiene-Konzept. Am Samstagabend war so eine harmonische und friedliche Stimmung auf allen Plätzen. Es war ein perfekter Auftakt.”

Kurt Grauberger, Schausteller, erwartete man in Gostenhof bislang nur, wenn der Schnee glitzerte. Er organisiert der Weihnachtsmarkt an der Dreieinigkeitskirche und durfte am selben Ort jetzt seine “Schanzen-Arena” aufbauen. In der Arena gibt’s Bier vom Schanzenbräu, Schokofrüchte, Grillgut, ein leiser Biergarten auf Abstand. “Wir wollten beweisen, dass wir das können”, sagt Grauberger: “Sommerunterhaltung für die Menschen unter diesen erschwerten Bedingungen. Es sieht so aus, als könnte das gelingen.”

Bei der Konzeption der Sommertage wurde versucht, den einzelnen Orten, die teilnehmen, Rechnung zu tragen. Das Angebot muss zur Umgebung passen und die Umgebung muss trotz Schausteller*innen ausreichend Platz zum Abstandhalten bieten. Die Insel Schütt ist eine Fressmeile, am Hauptmarkt ist Action, am Jakobsplatz ein bisschen was von allem, Fahrgeschäfte, Bars, Kinderbespaßung, Süßigkeiten. Hier steht auch Georg Bernhard von Ströbels Eisbar und freut sich über die Rückkehr der Stammgäste: “Ich bin positiv überrascht. Es ist so schön, sie alle wieder zu sehen.“

Allerdings: Wenig begeistert davon, die Schausteller*innen zu sehen, waren die Händler, die ihren Platz eigentlich am Hauptmarkt haben. Der Ort ist traditionsmäßig nicht für die Wilde Maus, sondern für Obst und Gemüs’ aus’m Knoblauchsland reserviert. Wenn hier Veranstaltungen stattfinden, beim Bardentreffen z.B. ist das nicht anders, müssen die 50 Händler*innen umziehen, zum Teil an weniger lukrative Plätze. Und auch die Gastronom*innen, die schon da sind, begeistert das neue Speisenangebot vor der eigenen Terrasse nicht über alle Maßen. Die wegen der Abstandsregeln ohnehin begrenzten Plätze sind nun noch begrenzter.

Im Netz wundern sich Privatpersonen über die ureigene Logik hinter der Maßnahme. Schließlich war das Volksfest wegen der neuen Hygiene- und Abstandsregeln abgesagt worden. Es stellt sich die Frage, ob der Hauptmarkt für Viren generell ein mieses Pflaster ist. Gedränge wird es wohl auch dort geben. Das Sicherheitspersonal vor Ort soll aber gewährleisten, dass die Menschen sich nicht näher als 1,5 Meter kommen.

Alle Infos über die Nürnberger Sommertage:
www.volksfest-nuernberg.de

 




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#Hauptmarkt, #Sommertage, #Volksfest

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