Help! Der curt-Wegweiser durch die Coronafonds

MITTWOCH, 10. JUNI 2020, NüRNBERG

#Corona, #Förderung, #Soforthilfe

Die einen warten, die anderen haben schon, die dritten müssen was zurückgeben und neu beantragen. Ja: Coronahilfen sind verwirrend. Einerseits weil ständig nachgebessert werden muss, andererseits weil es mindestens drei gibt, von der Stadt, vom Staat, vom Bund. Plus Verbände und Spendensammler. curt kann vieles, aber nicht das verwirrende System umschmeißen. Wir versuchen, euch ein Wegweiser zu sein. Diese Wege mindestens sollte man kennen.

FAQ für Solo-Selbstständige

Die Situation für Solo-Selbstständige ist eine besondere, eine besonders beschissene. Insbesondere weil ausfallendes Gehalt wegen wegbrechender Ausfälle nicht zu den laufenden Betriebskosten zählt. Fixkosten werden aber bei Corona-bedingten Umsatzrückgängen von mindestens 60% gegenüber den Vorjahresmonaten April und Mai und mindestens 50% zwischen Juni und August 2020 gestaffelt erstattet. Der Grundsatz Lebenshaltungskosten sind nicht förderfähig bleibt auf Bundesebene erhalten. Der Bund verweist auf die Grundsicherung und auf die Hilfsprogramm der Länder.
Die ver.di Selbstständige stellt das Thema ausführlich dar. 

Die Bayrische Künstlerhilfe

Die Bayrische Staatsregierung hat für Künstlerinnen und Künstler und Medienschaffende und im Kontext Tätige ein Hilfsprogramm beschlossen, das gezielt der Sicherung des Lebensunterhalts und der Kompensation von Honorarausfällen dienen soll. Beantragt werden können bis zu 1.000 Euro pro Monat. Auch wer bereits Soforthilfen erhalten hat, ist antragsberechtigt, sofern bislang nicht mehr als 3.000 Euro bezogen wurden. Die Leistungen der Soforthilfe werden dann auf die Künstlersoforthilfe angerechnet. Wer bereits Grundsicherung bezieht, ist nicht antragsberechtigt.
Alle Informationen und das Formular gibt’s auf der Seite des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Neustart Kultur

Das Programm der Bundesregierung zum Kulturerhalt heißt Neustart Kultur und beinhaltet einen Kulturinfrastrukturfonds in Höhe von 1 Milliarde Euro. Das Geld soll vor allem in private Einrichtungen fließen. Antragsberechtigt sind also die Träger von Museen, Gedenkstätten, Spielstätten für Musik, Theater, etc. soziokulturelle Zentren, Kulturhäuser, nicht: Kinos, Clubs, gewerbliche Betriebe der Kulturwirtschaft (Träger von Clubs oder Festivals erhalten alle Informationen bei der Livekomm).
Neustart-Anträge und alle Antworten auf alle Fragen zur Differenzierung gibt’s auf beim Bundesverband Soziokultur.

Gema Nothilfe

Du bist Komponist*in, Textdichter*in und/oder Musikverleger*in und Mitglied bei der GEMA – dann kannst du zusätzlich auf den Topf der Nothilfe der Autorengesellschaft für Musik zugreifen. Der Topf gliedert sich noch einmal auf in Schutzschirm live und Corona-Hilfsfonds. Schutzschirm heißt, dass hier Gema-Urheber Vorauszahlungen beantragen können, die 100 % der ausgezahlten Summe in 2018 betragen. Die Vorauszahlung wird dann mit künftigen Auszahlungen verrechnet. Der Corona-Hilfsfonds hingegen bedeutet, dass hier eine einmalige Übergangshilfe für existenzgefährdete Mitglieder geleistet wird. Die Übergangshilfe beläuft sich auf maximal 5.000 Euro, je nach Härtegrad.
Beide Anträge findet ihr auf der GEMA Website.

Sozialfonds der VG Wort

Schrifstellende Menschen aller Art, ob Journalistin oder Autor, können in Notlagen grundsätzlich Beihilfen aus dem Sozialfonds beantragen. Als Coronareaktion besteht nun zusätzlich die Möglichkeit, ein zinsloses Darlehen in Höhe von max. 1.000 Euro zu beantragen. 
Infos und Kontakt auf der Seite der VG Wort.

Bridging Arts: Play it forward

Das Kammermusikfestival Bridging Arts hat einen Nothilfefonds für darstellende Künstler*innen und Musiker*innen ins Leben gerufen. Kunstschaffende, die unter Honorarausfall leiden bewerben sich HIER mit einer formlosen Begründung, um einen Zuschuss, über den ein Komitee entscheidet. Antragstellende mit konkretem Bezug zu Bridging Arts Nürnberg werden bevorzugt behandelt. Das Geld im Topf generiert Bridging Arts über Spenden. Wer also nicht betroffen ist, aber darstellende Kunst gut findet, kann HIER weiterhin spenden.

Bayern Kreativ

Was macht der Bund, was macht der Freistaat, was mache ich als freies Orchester, wer zahlt jetzt Ausfallhonorare und wer kümmert sich um Start-ups? Das Team von Bayern Kreativ hat eine der besten Überblicksseiten für Coronahilfen zusammengestellt, die es momentan im Netz zu finden gibt.
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Völlig klar, dass auch unser Überblick weit davon entfernt ist, eine Vollständigkeit herzustellen. Vielleicht können das nur alle Überblicke, die es so gibt, im Kollektiv leisten. Wichtig ist: Bleibt solidarisch, sagt weiter, wenn wo was geht und wie. Und wenn euch eine wichtige Anlaufstelle in unserer Auflistung fehlt, schlagt Alarm an Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst

 




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#Corona, #Förderung, #Soforthilfe

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Für viele Freiberufler im Kunst- und Kulturbereich waren die vergangenen Wochen nicht nur mit finanziellen Schwierigkeiten, sondern auch mit großer Unsicherheit verbunden: Wo kann ich was beantragen, bin ich antragsberechtigt, wann kommen die 1.000 Euro pro Monat oder doch nicht oder für wen? Ein Teil Unsicherheit wird auch in den kommenden Tagen bleiben, dafür ist die Lage einfach zu neu und komplex und scheiße. Klar ist aber nach der heutigen Pressekonferenz von Markus Söder und Kultusminister Bernd Sibler, dass der Rettungsschirm vergrößert wird: 200 statt 90 Millionen kommen in den Topf. Das ist nötig, damit auch Menschen, die nicht in der Künstlersozialkasse versichert sind, Zugriff darauf haben. Dazu gehören dann zum Beispiel Techniker, Maskenbildner aber auch freie Journalisten, etc. Die Zahl der Begeünstigten verdopple sich von 30.000 auf 60.000. Nachzuweisen ist ein substantieller Beitrag zum Einkommen aus der freien künstlerischen Arbeit.

50 Millionen Euro stehen außerdem für “Spielstätten” (Söder) bzw. “Veranstaltungsbetriebe” (Sibler) bereit, die bis zum Jahresende unterstützt werden sollen. Söder nannte explizit 700 kleine und mittlere Theater und 260 Kinos. Sibler sprach von “Kleine und mittlere Spielstätten aus den Bereichen Theater, Kunst, Kleinkunst, Musik und Kabarett.” Musikschulen und Laienmusikgruppen wie Chöre können ebenfalls je 1.000 Euro beantragen, für sie stehen insgesamt 10 Millionen Euro zur Verfügung. Söder: “Es ist der Versuch, Kultur in der Breite durch Förderung zu erhalten.” Außerdem gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer für die Rückkehr von kulturellen Veranstaltungen: "Wir glauben, dass wir Perspektiven für die Zeit nach Pfingsten entwickeln sollen”, so Söder. Man wolle sich dabei an den Hygieneschutzmaßnahmen in Kirchen orientieren. Am 20. Mai soll die Ministerpräsidentenkonferenz über ein solches, bundesweites Konzept entscheiden.

Die Software, so Sibler, ist installiert, die Anträge können auf den Weg gebracht und ab nächster Woche heruntergeladen werden.
Die entsprechenden Anträge findet man, sobald es sie gibt hier:
https://www.stmwk.bayern.de/index.html

Einen guten Überblick über die Hilfsprogramme findet ihr hier:
https://bayern-kreativ.de/aktuelles/corona-erste-hilfe/

Die gesamte Pressekonferenz zum Nachschauen:
https://youtu.be/9zf-x75-YOQ


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