Mehr Geld, mehr Kunst, mehr Öffentlichkeit: Die Corona-Maßnahmen der Stadt

FREITAG, 15. MAI 2020, NüRNBERG

#Back to live, #Bündnis für Kultur, #Corona, #Förderung, #Kulturanschlag, #N2025, #Nürnberg

Es tut sich was: Gestern erst vergrößerte die bayrische Staatsregierung den kulturellen Rettungsschirm, heute meldet sich die Nürnberger Bürgermeisterin und Kulturreferentin zu Wort und kündigt weitere Maßnahmen an, die der hiesigen Szene zugute kommen sollen.

Fördergelder
Dazu gehört natürlich zuerst einmal Geld: Wie bereits durchgesickert war, hat der Stadtrat beschlossen, 100.000 Euro locker zu machen. Diese sollen als Fördermittel an programmatische Arbeit bzw strukturelle Ausgaben gebunden sein und können an Vereine, Gruppierungen wie auch an Einzelne ausgeschüttet werden. Anträge gibt es dann voraussichtlich ab Anfang Juni.
Die 100.000 Euro kommen also auf den Betrag der Kulturförderung, die ohnehin ausgezahlt wird, oben drauf. Über 6 Mio. Euro werden auch in diesem Jahr an insitutioneller Förderung bereitgestellt. Die gehen dann beispielsweise an die Symphoniker aber auch an die privaten Theater oder Nürnberg.Pop. Nicht unwesentlich kleiner ist der Topf, aus dem z.B. die freie Szene Tanz und Theater, Initiativgruppen im Kulturbereich, Ateliers, interkulturelle Arbeit und Kindertheater gefördert werden: 425 900 Euro.

Neu ist ein Runder Tisch, mit dem die Stadt Nürnberg auf die offenen Briefe aus der Kulturszene reagiert hat. Auf diesem Weg sollen die Interessen der Akteure in den Maßnahmenkatalog der Stadt einließen. Eine neue Clearingstelle am Bildungscampus wird zur Anlaufstelle der KünstlerInnen in der Coronakrise.

Aufsuchende Formate
Die Stadt hat außerdem das Nürnberger Projektbüro damit beauftragt sogenannte aufsuchende Formate zu entwicklen, in deren Rahmen auch jetzt Veranstaltungen umgesetzt werden können. Bereits angelaufen ist Back to live – eine kleine Hofmusik, das Hinterhof-Konzept der Stadt, das kleine Konzerte in dicht besiedelte Stadtteile bringt. Gymmick, El Mago Masin und andere haben bereits Hinterhöfe bespielen dürfen. Back to live soll Publikum und MusikerInnen wieder zusammenbringen. Dr. Lehner: “Gesellschaftliches Miteinander ist gefragter denn je – Kunst und Kultur können es emotional befördern und stärken.”

Am 19. Mai startet außerdem das Projekt Kunst-Anschlag – Signale aus der Nürnberger Szene. Die Stadt stellt bildenden KünstlerInnen Plakatflächen zur Verfügung, auf denen sie ihre Arbeiten großflächlig präsentieren können. Das Projekt läuft in drei “Dekaden” ab, d.h. die Werke bleiben immer zehn Tage sichtbar, dann kommen die nächsten Künstler dran. Zur ersten Dekade gehören u.a. Dan Reeder, Lucas Fassnacht, Dashdemed Sampil und viele andere mehr. Augen also offenhalten, da kommt Kunst auf uns zu.

Laufende Maßnahmen
Schon seit Anfang April können KulturfreundInnen aus der Bürgerschaft ihren KünstlerInnen etwas Gutes tun. Dafür hat sich die Sparkasse Nürnberg mit der Spendenaktion der Nürnberger Nachrichten Freude für alle zusammengetan. Auf der Plattform Gut für Nürnberg wurden in der Zwischenzeit, laut Kulturreferat, über 100.000 Euro eingesammelt, die nun an 127 AntragstellerInnen ausgeschüttet werden. Die Sammlung läuft aber natülich weiter. Link klicken, Geld dalassen.

Das Bewerbungsbüro N2025 unterhält ebenfalls schon seit Anfang der Krise seinen YouTube-Kanal Stream Forward, auf dem KünstlerInnen der Region ihre Arbeit im Videoformat präsentieren. Mehr als 10.000 NutzerInnen haben bereits zugeschaut und mehr als 1.000 Stunden Kultur konsumiert. Der Kanal versammelt über 200 Videos und die Stadt hat mehr als 23.000 Euro an Honoraren ausgeschüttet. Stream Forward versammelt ein diverses Kultursammelsurium von kompletten Konzerten, über Lesungen im intimen, privaten Rahmen bis zu lässigen Bandsessions, die eigentlich die besseren Musikvideos sind. Qualität naturgemäß schwankend, umso mehr lohnt es sich, da immer wieder mal reinzuschauen.

Noch einmal Frau Dr. Lehner: “Die Kulturlandschaft der Stadt ist sehr heterogen aufgestellt und die Maßnahmen von Land und Kommune können nun im Gleichklang dafür Sorge tragen, dass sich die Perspektiven für die betroffenen Kulturakteure und -gruppen verbessern.” Hoffen wir, dass die diversen Ansätze jetzt auf ihren verschiedenen Wegen alle richtigen Leute erreichen.




 




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NÜ/FÜ/ER. Es begann in Fürth. Im April, als das ganze Lockdown-Ding noch neu und frisch für uns war, hörte man auf einmal, in der Kleeblattstadt geschehe Unglaubliches: Konzerte. Vor Publikum. Die Initiative Kultur vor dem Fenster, ins Leben gerufen von Katja Lachmann und Marc Vogel, brachte und bringt seither Menschen in Fenstern und auf Balkonen mit ihren Lieblingskünstler*innen zusammen. Es dauerte nicht lange, bis sich auch Nürnberg dem Kultur-Fensterln anschloss.   >>
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