Strassenkreuzer Corona-Tagebuch

SONNTAG, 29. MäRZ 2020, NüRNBERG

##sozialmagazin, #Corona, #coronasucks, #Lesen!, #Printmagazin, #Solidarität, #Straßenkreuzer

Auch unsere Freunde vom Sozialmagazin Straßenkreuzer müssen pausieren. www.strassenkreuzer.info




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„Ich stricke gerade mehrere Socken für gute Kundinnen. Wenn ich damit fertig bin, dann kann ich gerne weitere Socken stricken. Da brauche ich die Größe bitte. Eigentlich nehme ich kein Geld, weil ich das ja nur für gute Kunden und Kundinnen mache. Aber das ist jetzt schon sehr nett.“ Resmiye Sarigül verkauft den Straßenkreuzer seit 1997. Viele Menschen kennen sie als „die Frau, die beim Karstadt Eingang Königstraße steht“. Die 68-jährige Türkin hat vier Kinder geboren und allein großgezogen. Als zehnjähriges Mädchen hatte Reymiye in Izmir von einer Tante Häkeln gelernt. Kurz darauf hatte sie die ersten Hausschuhe fertig. Bis heute sind die feinen Fußwärmer ihre Spezialität. / Foto: Daniele Riesner
„Ich stricke gerade mehrere Socken für gute Kundinnen. Wenn ich damit fertig bin, dann kann ich gerne weitere Socken stricken. Da brauche ich die Größe bitte. Eigentlich nehme ich kein Geld, weil ich das ja nur für gute Kunden und Kundinnen mache. Aber das ist jetzt schon sehr nett.“ Resmiye Sarigül verkauft den Straßenkreuzer seit 1997. Viele Menschen kennen sie als „die Frau, die beim Karstadt Eingang Königstraße steht“. Die 68-jährige Türkin hat vier Kinder geboren und allein großgezogen. Als zehnjähriges Mädchen hatte Reymiye in Izmir von einer Tante Häkeln gelernt. Kurz darauf hatte sie die ersten Hausschuhe fertig. Bis heute sind die feinen Fußwärmer ihre Spezialität. / Foto: Daniele Riesner
Sami Karatas, geboren in Westanatolien, kam 1979 nach Deutschland. Seit 2014 verkauft er den Straßenkreuzer: „Ich bin gesund und wünsche das auch allen anderen. Ehrlich gesagt habe ich schon ein wenig Angst und ich hoffe, dass die Sperre in zwei Wochen vorbei ist. Wir können jetzt keinen Straßenkreuzer verkaufen. Das ist hart. Aber ich habe zumindest ein Zuhause. Viel schlimmer ist es für Obdachlose. Die wissen am wenigsten wo sie hingehen können und wo sie sicher sind.“ / Foto @instaklickklack / www.strassenkreuzer.info
Sami Karatas, geboren in Westanatolien, kam 1979 nach Deutschland. Seit 2014 verkauft er den Straßenkreuzer: „Ich bin gesund und wünsche das auch allen anderen. Ehrlich gesagt habe ich schon ein wenig Angst und ich hoffe, dass die Sperre in zwei Wochen vorbei ist. Wir können jetzt keinen Straßenkreuzer verkaufen. Das ist hart. Aber ich habe zumindest ein Zuhause. Viel schlimmer ist es für Obdachlose. Die wissen am wenigsten wo sie hingehen können und wo sie sicher sind.“ / Foto @instaklickklack / www.strassenkreuzer.info
Waldemar Graser hat - wie einige andere - noch ein paar Hefte und will verkaufen, so lange es geht. Seine Eindrücke heute Nachmittag: „Es ist gespenstisch hier, auf dem Zwischendeck im U-Bahnhof Weißer Turm. Wo sonst tagsüber tausende rechts von der U-Bahn in die Stadt strömen und Tausende von links auf die U-Bahnsteige strömen - jetzt laufen alle zehn Minuten eine handvoll Menschen an mir vorbei. Vor mir der tote C&A, hinter mir der tote Wöhrl, neben mir der halbtote Zeitungskiosk. Ich komme mir vor, als würde ich meinen Verkaufsplatz auf dem Südfriedhof haben. Halt, eine Kundin! Sie kauft ein Heft und gibt mir 2,50€. Die erste Verkaufshandlung seit zwei Stunden. Ohne eine Spur von japanoider Firmentreue ist dieser Arbeitstag nicht durchzuhalten. Immerhin: Ich habe heute bis jetzt 1,40€ verdient. Vielleicht werden’s ja mehr.“ / www.strassenkreuzer.info
Waldemar Graser hat - wie einige andere - noch ein paar Hefte und will verkaufen, so lange es geht. Seine Eindrücke heute Nachmittag: „Es ist gespenstisch hier, auf dem Zwischendeck im U-Bahnhof Weißer Turm. Wo sonst tagsüber tausende rechts von der U-Bahn in die Stadt strömen und Tausende von links auf die U-Bahnsteige strömen - jetzt laufen alle zehn Minuten eine handvoll Menschen an mir vorbei. Vor mir der tote C&A, hinter mir der tote Wöhrl, neben mir der halbtote Zeitungskiosk. Ich komme mir vor, als würde ich meinen Verkaufsplatz auf dem Südfriedhof haben. Halt, eine Kundin! Sie kauft ein Heft und gibt mir 2,50€. Die erste Verkaufshandlung seit zwei Stunden. Ohne eine Spur von japanoider Firmentreue ist dieser Arbeitstag nicht durchzuhalten. Immerhin: Ich habe heute bis jetzt 1,40€ verdient. Vielleicht werden’s ja mehr.“ / www.strassenkreuzer.info
Klaus Billmeyer ist Stadtführer, Verkäufer und Mitarbeiter beim Pfandprojekt des Straßenkreuzers. / www.strassenkreuzer.info
Klaus Billmeyer ist Stadtführer, Verkäufer und Mitarbeiter beim Pfandprojekt des Straßenkreuzers. / www.strassenkreuzer.info

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