Sei gescheit: Radentscheid

12. MäRZ 2020 - 22. MäRZ 2020, HEIZHAUS QUELLE

#Fahrrad, #Nürnberg, #Radentscheid

Wie sicher fühlt ihr euch, wenn ihr auf eurem klapprigen Drahtesel durch die City namens Nürnberg cruist? Oft nicht so, gell. Es gibt eine Schulnote für dieses gefühl: Beim Fahrradklimatest des ADFC bekommt Nürnberg in der Kategorie Sicherheit die Note 4,6. Es muss sich was ändern. Der Nürnberger Radentscheid geht das Thema mit einer Unterschriftenaktion und Events an.

 

Seit dem 24. Februar kann jede und jeder, der/dem die Fahrradfahrer und eine andere Fahrradfahrerpolitik am Herzen liegen, dem Radentscheid online seine Stimme geben. Ab 15.000 Unterschriften wird daraus ein Bürgerbehren, sodass die Forderungen des Entscheids im Stadtrat diskutiert werden müssen. Zu diesen Forderungen gehören die Schließung von Lücken im Radverkehrsnetz, ein Altstadtring bis 2026, 15 Kilometer sichere Nebenstraßen pro Jahr, hochwertigere, breitere Radwege an Hauptverkehrsstraßen und der fahrradfreundliche Umbau von Kreuzungen und Einmündungen.

Die Gestaltung von Kreuzungen spielt eine große Rolle in Sachen Sicherheit. Denn ein hoher Anteil der Unfälle sind sogenannte Abbiegeunfälle. Die Zahl der verletzten Radfahrer in Nürnberg stieg von 2017 auf 2018 um 18,4 Prozent. Das liegt natürlich auch daran, dass innerstädtisch noch immer zu viele Autos unterwegs sind. Der Radverkehrsanteil im vergangenen Jahr lag bei 14 Prozent. Das Förderkonzept „Nürnberg steigt auf“ hatte das Ziel 20 Prozent festgesetzt. Zum Vergleich: Das ähnlich große Bremen liegt bei 25 Prozent.

Heißt: Auch wenn sich städtebaulich in den vergangenen Jahren einiges getan hat, leidet Nürnberg noch immer unter seiner autozentrierten 50er-Jahre Planung. 305 Kilometern Radwege stehen 1.156 Kilometer Straßen gegenüber. Die Stadt beschloss auch deshalb die Aufstockung des Radetats auf 5 Millionen Euro 2021 und 7 Millionen 2022. Hört sich erfreulich an. Die Radlbotschafter, die hinter dem Radentscheid stecken, sagen aber sehr deutlich: viel zu wenig. Zumindest wenn man die Zahlen ins Verhältnis setzt: Allein der kreuzungsfreie Ausbau des Frankenschnellwegs kostet zum beispiel 660 Millionen, städtischer Anteil: 135 Millionen.

Radler wissen: Es lohnt sich, aufzusteigen. Gerade im Stadtverkehr ist man auf zwei pedalbetriebenen Rädern häufig schneller am Ziel als mit dem Auto. Und wenn man dann auch noch an so Dinge wie Klimaziele denkt, ist es klar, dass noch viel mehr Menschen aufs Rad sollten. 60 Prozent der Menschen gehören laut Radentscheid zum Nutzertyp „interessiert aber besorgt“, heißt, sie würden gerne, haben aber ein hohes Sicherheitsbedürfnis. Gerade für die, aber auch zur Sicherheit aller, muss sich die Infratsruktur ändern.

Mit verschieedenen Aktionen möchten die Radlbotschafter immer wieder auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Zuletzt war das die Poolnudel-Aktion am 08. Februar, Die Poolnudel am Fahrrad verdeutlich den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern, den Autos eigentlich einzuhalten haben. Bei der Radmesse in Fürth im März und dem Fahrradfilm-Festival im Casablanca im April wird weiter die Radentscheid-Trommel gerührt.

RADENTSCHEID. UNTERSCHREIBEN: JETZT!
Alle Infos, Argumente, Termine und die Möglichkeit zum Unterschreiben auf: radentscheid-nuernberg.de.
curt steigt mit auf!




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#Fahrrad, #Nürnberg, #Radentscheid

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