Ballettdirektor Goyo Montero: Ich war kein Wunderkind ... aber ich hatte immer diese große Lust.

SONNTAG, 1. MäRZ 2020

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Andreas Radlmaier im Gespräch mit: Goyo Montero.
Wir treffen uns im Neuen Museum, einem Nürnberger „Lieblingsplatz“ von Goyo Montero. Der Gedanke, dort eine TanzProduktion zu realisieren, reizt ihn immer noch. Seit zwölf Jahren ist der gebürtige Madrilene mit der Weltkarriere nun schon preisgekrönter Ballett-Chef am Staatstheater. Mindestens drei Spielzeiten bleibt Montero noch. Ein Gespräch über Nürnberg als Heimat, Humor als Risiko und Tauchen als Angstbewältigung.

NDREAS RADLMAIER: Am Opernhaus präsentieren Sie ab 18. April mit den Kollegen Ohad Naharin und Edward Clug einen neuen Tanz-Dreiteiler. Bei Ihnen geht’s in „Submerge“ um Unterwasser-Erfahrungen. Sind Sie Taucher?

GOYO MONTERO: Ich habe vor drei Jahren angefangen zu tauchen. Ich wollte das schon mein ganzes Leben lang tun. Mein Vater hat das auch getan. Ich selber hatte aber nie die Zeit gefunden. Bis ich dann auf Formentera war. Das ist unglaublich toll, aber auch ein Prozess. Man muss sich selber beruhigen, viel lernen, viele Übungen absolvieren, weil es eine andere Umgebung ist. Die Zeit vergeht langsam …

… Wie in Slow Motion …
… Auch, und es hat was Spirituelles. Man hört nichts außer seiner eigenen Atmung und ist beschäftigt mit einer anderen Form von Körpergewicht, Schwerkraft, von Druck. Und mit diesem Sauerstoffgerät. Alle deine Ängste, deine Nervosität spielen eine Rolle. Das heißt, man muss sich selber in den Griff bekommen. Das hat dann fast eine kontemplative Dimension. Ein bisschen wie Meditation. Ich habe das von Anfang an geliebt. Auch Angst dabei gehabt. Ich dachte mir irgendwann, das könnte auch Vorlage für ein Tanzstück sein.

Hat Tanzen was mit Tauchen zu tun?
Mit der Schwerelosigkeit. Wir versuchen immer, leicht auszusehen. Und das ist verdammt schwer. Aber ich habe mir gedacht, dass dies vielleicht der nächste Schritt ist, dem Weltraum näherzukommen.

Sind Sie selber noch jeden Tag im Training?
Ich versuche zu trainieren. Jeden Tag schaffe ich es noch nicht, aber ich muss fit bleiben und meinen Tänzerinnen und Tänzern ja alle Schritte zeigen. Das sind alles junge Leute, die sind alle total fit. Vielleicht praktiziere ich in zehn Jahren ein anderes System (lacht).

Wie sieht überhaupt ein normaler Arbeitstag von Goyo Montero aus?
Ich fange um viertel vor Sieben an, weil ich meinen Sohn in die Schule bringen muss. Dann gehe ich ins Studio, ins Büro. Da habe ich dann zwei Stunden Zeit und Ruhe, über Ideen und Konzepte nachzudenken. Die Proben beginnen um 11.30 Uhr und gehen bis 18 Uhr.

Jeden Tag?
Jeden Tag. An Vorstellungstagen proben wir bis 13.30 Uhr, machen eine Pause und haben dann abends die Aufführung.

Das ist Hochleistungssport, oder?
Ja, und wir haben leider noch nicht die nötige Betreuung für die Tänzer. In großen Compagnien gibt es diese Physio-Abteilungen wie im Royal Ballet in London. In kleinen Compagnien wie der unseren bin ich schon glücklich, dass wir einen Physiotherapeuten haben, der täglich vorhanden ist. Die Tänzer brauchen diesen Schutz. Ihre Karriere ist nur kurz. Sie müssen gesund bleiben.

Spüren Sie auch den Verschleiß dieses Berufs?
Ich habe zwei Operationen in den Knien hinter mir, die beiden Menisken fehlen, ich habe fast keine Kniescheiben mehr – aber das ist normal! Ich bin 44 Jahre alt. Ich bin glücklich, dass ich nicht wie manch anderer Tänzer nach der Karriere große Probleme bekommen habe.

Verlieren Sie eigentlich je die Körperspannung?
Nein. Mein Vater hat mit mir hier in Nürnberg mit 65 Jahren in einer Gala getanzt und er hatte immer noch diese Spannung. Einmal Tänzer, immer Tänzer. Aber wenn Sie mich zuhause auf der Couch sehen würden: Da habe ich keine Körperspannung. Die verliere ich am Wochenende.

Setzt diese Kraft des Balletts bei Ihnen Glückshormone frei?
Ich liebe Bewegung. Aber der Grund für meine Arbeit sind Ideen, sind Emotionen, haben mit Philosophie zu tun. Wir versuchen, durch Bewegung diese Ideen nach draußen zu bringen und damit auch unseres Inneres zu erklären. Aber natürlich liebe ich das Ballett. Mehr als zwei Wochen nichts zu machen – das schaffe ich nicht. Wenn ich keine Übungen mache, sagt mir dann spätestens mein Körper: Du bist 44 Jahre alt.

Bei so viel Bewegungsdrang: Sind Sie früher nach der Arbeit noch in den Club?
Nein. Ich bin doch schüchtern. Ich schaffe das nicht, im Publikum zu tanzen.

Ach was?! Was ist etwa mit spanischen Rundtänzen wie Salsa Rueda?
Konnte ich noch nie. Als ich auf Kuba war, fühlte ich mich total fremd. Aber ich liebe Musik und die Energie im Club, ich liebe es, Bewegungen zu beobachten. Fürs Nachtleben habe ich wegen meiner Familie auch zu wenig Zeit.

Warum hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass Tanzen etwas für Mädchen ist?
Ich denke, das ist ein Klischee. Mädchen waren im Ballett immer die Hauptrollen vorbehalten, die Männer waren eher im Hintergrund. Aber mit Nurejew hat sich das stark geändert. Dann geht’s natürlich auch um das Klischee der Homosexualität. Diesen ganzen Mist habe ich auch als Junger abgekriegt. Deshalb habe ich auch das Stück „M“, für „Männer“, entwickelt. Als ich Tänzer war, sagte man mir, ich sei schwul. Ich habe dann als Kind gesagt, aber mein Vater ist auch Tänzer und der ist nicht schwul. Und selbst wenn?! Heute denkt man darüber langsam etwas freier. Natürlich gibt es immer noch Länder, in denen Homosexualität als etwas Unnatürliches gilt, aber glücklicherweise sind das nicht so viele.

Mit diesem Vorurteil werden Sie vermutlich nicht aufgewachsen sein. Schließlich waren Mama und Papa im Tanz zuhause. Wurden Sie von Kindesbeinen an die Ballettstange angekettet?
Nein, meine Eltern wollten einen kultivierten Menschen aus mir machen. Ich habe mich dann mit 13, 14 Jahren für den Tanz entschieden. Das ist spät. Aber ich hatte die große Bereitschaft, das zu machen. Da spürte ich, dass der Tanz mein Medium ist. Meine Eltern haben mir in meiner Karriere sehr geholfen, haben aber noch nie Druck aufgebaut. Mein Vater war auch mehr auf den Flamenco fokussiert. Deshalb wählte ich das klassische Ballett, denn ich wollte den Erfolg auf eigene Füße stellen.

In welchem Alter waren Sie dann Profi?
Mit 17.

Und mit 18 Jahren gab es dann den ersten Preis.
Ja.

Ein Senkrechtstarter.
Es war okay. Ich war kein Wunderkind, bin auch nicht körperlich besonders begabt. Aber ich hatte immer diese große Lust.

Und Sie wollten nie Lokomotivführer, Popstar oder Torrero werden?
Nein, denn ich war ein schüchternes Kind. Ich habe fast keinen Fußball gespielt, weil ich mich in der Gruppe nicht wohlfühlte. Ich war eher der Beobachter, der analysiert.

Ihre vollbepackte Recherchewand im Büro erinnert auch schwer daran.
Jaja, Detektiv wollte ich als Kind schon gerne sein. Oder Batman, also ein Held.

Wird Ihr Sohn angehalten zum Tanzen?
Er tanzt jeden Tag. Wir machen die Musik zuhause an, Rock, Techno oder Klassik – und dann tanzen wir zusammen. Manchmal Papa und Sohn, manchmal mit der Mama. Er hat Spaß daran, aber er ist ja erst sechs Jahre alt.

Hat er Talent?
Er hat Talent zur Bewegung. Er ist hochmusikalisch. Ich hoffe, er wird Musiker. Das bedeutet eine längere Karriere als die eines Tänzers, und Musiker verdienen mehr Geld. Deshalb ist es nicht klug, Tänzer zu werden.

Wie viele Ballettsäle in aller Welt haben Sie in Ihrem Berufsleben von innen gesehen?
Unzählige. Für mich sind Ballettstudios wie Kirchen. Sie geben mir das Gefühl von Ordnung.

Rituale.
Das Balletttraining ist ein Ritual. Wir fangen an mit langsamen Bewegungen, stretchen uns im Rhythmus, atmen und dann gehen wir in die Mitte, um gemeinsam zu trainieren. Das hat auch was mit Tai-Chi zu tun. Es hat immer einen spirituellen Ansatz. Das liebe ich von klein auf am Ballett.

Riechen Ballettsäle unterschiedlich?
Schon. Das hängt ab vom Holz, vom Linoleum, von den Tänzern. In Kuba liegt über allem die hohe Luftfeuchtigkeit, die einen sofort schwitzen lässt. Es ist überall total anders. Jedes Land ist anders, jede Ballett-Compagnie ist anders. Aber ich hatte noch nie das Gefühl: Hierher gehöre ich nicht.

Spielt beim Ballett der Geruch eine Rolle?

Manchmal. Das hat aber eher mit Pheromonen zu tun, mit Botenstoffen, die du nicht riechen kannst, die aber vorhanden sind.

Sie haben weltweit Preise kassiert und gehören zur Champions League in Ihrer Branche. In Nürnberg können Sie – vermute ich mal – weiterhin ungestört über die Straße laufen. Gefällt Ihnen das?
Ich mag diese leise Anerkennung, diese Empathie, wenn ich zum Zahnarzt oder in die Schule gehe und mich Menschen auf die Produktionen ansprechen. Aber es ist manchmal natürlich toll, wenn du deine Ruhe haben kannst und unerkannt bleibst. Ich liebe diese Anonymität. Ich bin hier einfach zuhause. Mein Sohn ist in Nürnberg geboren. Viele persönliche Dinge ereigneten sich hier. Ich war noch nie so lange in einer Stadt.

Zwölf Jahre sind Sie jetzt in Nürnberg. Nächstes Jahr wartet die 14. Spielzeit. Warum sind Sie immer noch hier?
Ich war jetzt in Moskau, im Stanislavsky Theater, ein Haus mit 110 Tänzern. Ich habe dort ein Stück einstudiert, mit 35 Tänzern. Natürlich sind das tolle Tänzer, und wir haben auch eine große Freude bei der Zusammenarbeit gehabt. Und dann kam ich zurück nach Nürnberg, in mein Studio, zu meinen Leuten. Und ich habe gesehen, wie weit wir uns als Compagnie schon entwickelt haben.

Geht’s da um Behaglichkeit, Vertrauen?
Um Verständnis von Bewegung, um Philosophie, Konzentration, Intensität. Ich habe hier inzwischen mit drei Generationen von Tänzern gearbeitet, aber wir haben immer unseren Weg gehalten. Mit Respekt, mit Ruhe, mit Freiheit, mit Kommunikation. Und das sehe ich nicht in jeder Compagnie. Hier zuhause kann ich viel mehr Tiefe herausarbeiten. Als Gast kannst du die Oberfläche durchdringen, das ja. Ich liebe es auch nach draußen zu gehen, an die frische Luft. Dann kehrst du zurück mit neuen Ideen, neuen Wegen, neuen Philosophien, Empathien.

Wenn Sie den Charakter Nürnbergs in einer Tanzfigur einfrieren müssten, wie könnte die aussehen?
Es wäre eine Mischung aus Albrecht Dürer, Kaspar Hauser und ein wenig von der dunklen Zeit Nürnbergs im Faschismus, der ja glücklicherweise zu einem neuen Weg der Stadt führte. Die Stadt ist sehr offen für Menschen von außerhalb.

Stellen Sie das fest?
Ich spüre das. Mehr als 40 Prozent haben migrantische Wurzeln. Das ist doch großartig. Und natürlich Resultat auch der Politik. Die Nürnberger unterschätzen sich dabei gerne. Sie könnten ruhig ein wenig stolzer sein und weniger Komplexe haben. Das muss man alles neu denken. Die Stadt könnte wirklich eine Kulturstadt sein. Hoffentlich wird sie das.

Wie erklären Sie Ihren Kollegen in London, Peking, Havanna und Madrid, dass Sie bewusst in Nürnberg leben und arbeiten?
Wenn ich der Tanzwelt sage, dass ich in Deutschland arbeite, ist allen bewusst, was das bedeutet. Mehrere für die Welt bedeutende Compagnien, feste Ensembles an Theatern, mit Ballettdirektoren, in kleinen, mittleren, großen Städten. Nehmen wir doch Stuttgart her: Da hat das Ballett auch relativ klein angefangen, irgendwann, hat zunächst vor allem der Oper zugearbeitet. Heute ist das Stuttgarter Ballett eine der besten Compagnien der Welt. Und das hat nichts mit der größeren Stadt zu tun, sondern mit der Intensität, mit der Unterstützung. Ich bekomme zum Beispiel in der nächsten Spielzeit auch zwei Stellen mehr, dann sind es 24 Tänzer. Der Förderverein unterstützt uns sehr. Was wir vielleicht vorantreiben müssen, ist die Anzahl von Gastspielen, um den Namen Nürnbergs nach draußen zu bringen.

Gibt es da konkrete Pläne?
Durch alle meine Kontakte gibt es Überlegungen einer Spanien-Tournee, und nach Moskau und St. Petersburg zu gehen. Aber das ist nicht einfach. Gastspiele sind teuer. Das Staatstheater ist auch nicht strukturiert wie eine Privat-Compagnie, die viel flexibler agieren kann. Bei uns geht’s dann um Disposition, Technik, Programm. Aber wir werden das schaffen.

Bei der nächsten Ballett-Gala im März sind wieder Gäste aus Monaco, Zürich und Stuttgart dabei. Das Nürnberger Ballett natürlich auch. Geht es Ihnen also darum, dem Publikum vor Augen zu führen, dass Nürnberg da mithalten kann?
Das ist nicht die Absicht. Aber natürlich ist meine Compagnie stolz, neben den besten Tänzern der Zeit auf der Bühne zu stehen, sich zu behaupten, sich mit diesen auszutauschen. Sie sehen dann, dass sie nicht die zweite Reihe sind, sondern eine eigene Wahrheit haben.

Sie haben in all den Jahren nie auf eine richtige Primaballerina gesetzt. Warum eigentlich?
Ich habe das Konzept, dass alle Tänzer gleich sind. Wenn du einzelnen Tänzer Prioritäten einräumst, werden die anderen total eifersüchtig. Tänzer brauchen Aufmerksamkeit. Natürlich habe ich meine Lieblingstänzer, weil sie meinen Ansatz verstanden haben oder wir eine bestimmte Chemie teilen. Ich versuche dennoch immer, den Fokus auf die ganze Compagnie zu legen. Denn dann sind am Ende alle stolz.

Sie haben etwa 40 Tanzstücke geschaffen ...
… Vielleicht ein bisschen mehr in der Zwischenzeit …

Gibt es da einen Liebling in der Reihung?
Es gibt Stücke, zu denen du eine besondere Verbindung hast. Weil es da zum Beispiel einen Wechsel in der Sprache gab oder man etwas neu geschaffen hat, wie „Traum der Vernunft“. Und natürlich liebt man immer seinen letzten Sohn, also „Sacre“ aus dem Strawinsky-Abend. Aber letztendlich sind alle meine Stücke meine Kinder.

Wann finden Sie Stoffe spannend?
Ich liebe klassische Literatur. Der „Sommernachtstraum“ in der letzten Spielzeit hat mich beschäftigt, weil ich meine eigene Interpretation finden wollte. Ich liebe Mystik. Ich mag die Verschmelzung verschiedener Interpretationen mit Musik. Das herauszufinden bringt mir mehr Spaß, als im Studio zu arbeiten.

Also die Recherche?
Ja, ich bin ein Bibliotheks-Monster. An Bibliotheken habe ich meine Freude.

Was planen Sie nächste Spielzeit?
Das darf ich noch nicht sagen. Aber wir werden einen ganzen Abend machen mit der Musik von Johann Sebastian Bach, wir werden wieder mit einem tollen Choreographen zusammenarbeiten.

Welche drei Dinge sind für Sie am Wichtigsten an einer Tanzproduktion? Musik und Mystik haben Sie ja schon genannt …
Sich nicht zu wiederholen, neue Bilder zu entdecken. Eine Bewegungssprache, eine Ästhetik zu finden durch die Kraft. Es ist immer die Obsession, neue Tänze zu finden. Manchmal schaffen wir das, manchmal nicht.

Würden Sie sagen, dass Ihre Bewegungssprache geprägt ist durch Spanien, durch Kastilien?
Total. Auch durch meine Mutter und durch meinen Vater. Schon als Kind war ich viel mit Flamencotänzern zusammen. All das ist in meiner Seele. Aber ich habe keine Sehnsucht nach Spanien. Mein „Don Quichote“ war ein unspanischer „Don Quichote“. Natürlich kann ich andererseits nicht behaupten, dass ich kein Spanier wäre.

Aber Sie sind Melancholiker?
Da muss man nur Flamenco hören: In Spanien gibt es immer diese Traurigkeit. Diese starke Dunkelheit in der spanischen Seele. Auch in der deutschen übrigens. Unsere Welten sind also verbunden.

In Ihren Stücken entdecke ich immer wenig Humor, Ironie, Spott. Warum verbergen Sie das?
Weiß ich nicht. Ich habe immer gedacht, es ist viel schwerer, ein humorvolles Stück zu inszenieren. Denn der Grat, dass das kippt ins Lachhafte, ist sehr schmal. Ich habe ein Stück mit Strauss-Musik im Kopf, bei dem wir das zukünftig mal angehen wollen. Ich beschäftige mit ja immer mit fünf, sechs Stücken gleichzeitig. Das bereitet mir Spaß. Wenn ich mich auf einziges Stück fokussiere, bin ich wie blockiert.

Spanier gelten ja auch als stolz. Sind Sie das?
Ich bin höchstens darauf stolz, für mich im Tanz eine eigene Sprache gefunden zu haben.


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GOYO MONTERO (44)
ist seit zwölf Jahren Ballettdirektor am Nürnberger Staatstheater und hat der Tanzsparte mit eigenem Stil zu großer Beliebtheit verholfen. Typisch für ihn ist, neben der Inszenierung auch Kostüme und Bühnenbild zu verantworten. Nach seiner Karriere als preisgekrönter Solotänzer (u.a. Deutsche Oper Berlin, Königliches Ballett Flandern, Mexikanisches Nationalballett, Perth City Ballet) wechselte der Spanier in die Choreographie und kreierte Stücke für das Royal Ballet London, Zürich Ballett, Les Ballets de Monte Carlo, das National Ballet of Cuba und viele andere. Seit 2019 ist er Haus-Choreograph der Compagnie Acosta Danza, er ist regelmäßiger Gast an Häusern von London (Sadler’s Well Theatre) bis Moskau (Stanislavsky Theater). Goyo Montero wurde als „Choreograf des Jahres“ (2014) und als „Bester Ballettdirektor“ (2018) ausgezeichnet und erhielt unter anderem den spanischen „Premio Nacional de Danza“, den Preis „Villa de Madrid“, den Kulturpreis Bayern und den Deutschen Tanzpreis.
Am Opernhaus ist Monteros Compagnie u.a. bei der Internationalen Ballett-Gala (13./14. März), im Tanzstück „A Midsummernight’s Dream“ (21./27.03., 06./12.04.), in „Strawinsky“ (06./17.03.) und dem neuen Dreiteiler von Naharin/Clug/Montero (ab 25.04.) zu erleben.
Montero lebt mit seiner Familie in Nürnberg.

ANDREAS RADLMAIER
ist als Leiter des Projektbüros im Nürnberger Kulturreferat verantwortlich für das Bardentreffen, Klassik Open Air, Stars im Luitpoldhain, sowie für die Entwicklung neuer Formate wie Silvestival, Criminale und Boulevard Babel  – Formate, die curt journalistisch begleitet. Andreas ist seit über 30 Jahren in und für die Kulturszene tätig.
Studium der Altphilologie, Englisch, Geschichte. Bis 2010 in verantwortlicher Position in der Kulturredaktion der Abendzeitung Nürnberg. 2003: Kulturpreis der Stadt Nürnberg für kulturjournalistische Arbeit und Mitarbeit an zahlreichen Publikationen.

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FOTOS: DAVID HÄUSER
David ist Meisterschüler bei Jürgen Teller und besucht derzeit die Fachklasse für Photographie an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Davor studierte er Design an der TH Nürnberg (Diplom). Seit 2013 ist er Mitbetreiber der Bar USG 6 im Nürnberger Burgviertel.




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