Poetry Slam #2: Von Poetry Slam und Lesebühnen

FREITAG, 5. APRIL 2019

#Freizeit, #Kabarett, #Kultur, #Literatur, #Poetry Slam, #Vortrag

Was ist eigentlich dieses „Pöttery Släm“?
Das ist ein Veranstaltungsformat, bei dem sogenannte Slammer*innen selbstverfasste Texte innerhalb eines bestimmten Zeitlimits und ohne Hilfsmittel wie Verkleidungen oder musikalische Unterstützung vortragen. 
Die einzelnen Teilnehmer*innen eines Poetry Slams stehen dabei untereinander im Wettbewerb, das Publikum bestimmt den*die Sieger*in. Durch den Wettbewerbscharakter und die Partizipation des Publikums entsteht eine besondere Dynamik, die das Erlebnis „Poetry Slam“ auszeichnen. Dass man hier literarische Äpfel mit Birnen vergleicht, ist Absicht und darf nicht allzu ernst genommen werden.

Für besonders friedliche Leute, denen der Wettbewerbsgedanke nicht zusagt, sei in dieser Kolumne das Format Lesebühne empfohlen. UND WAS IST EINE LESEBÜHNE?

Bei einer Lesebühne werden ebenfalls selbstverfasste kurze Texte von mehreren Personen vorgetragen, allerdings gibt es keinen Wettbewerb und „Hilfsmittel“ sind erlaubt. Meistens hat eine Lesebühne ein festes Ensemble, lädt sich mitunter aber auch Gäste ein.
Populär wurden Lesebühnen in den 1990er Jahren in Berlin, wo auch heute noch die meisten Veranstaltungen stattfinden, oft im wöchentlichen Rhythmus. Bekannte Lesebühnenautor*innen sind z.B. Wladimir Kaminer, Marc-Uwe Kling und Kathrin Weßling.
Obwohl der Fokus auf gelesenen Texten liegt, gibt es häufig musikalische Beiträge, die den Show-Charakter und Unterhaltungswert einer Lesebühne unterstreichen.
Die klassische Lesebühne hat zwar erstmal nichts mit Poetry Slam zu tun, es kommt aber durchaus zu Überschneidungen, und seit Jahren gibt es den Trend, dass Poetry Slammer*innen Lesebühnen gründen. Hier können sie Texte ausprobieren und ohne das Poetry-Slam-Regelkorsett experimentieren. Live-Hörspiele mit Sound Machines, musikalische Einlagen und spontan in der Pause verfasste Haikus sind keine Seltenheit. So sind die Beiträge meist vielfältiger und bunter als bei einem gewöhnlichen Poetry Slam.
Auch in Franken gibt es immer mehr Lesebühnen, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind.

In der Weinerei Nürnberg kann man alle zwei Monate die AUS.LESE erleben. Die vermutlich älteste Lesebühne der Metropolregion lädt seit 2007 unter der Organisation von Poetry Slammerin Susanne Rudloff zu einer offenen Bühne ein, d.h. jeder der mag, kann nach vorheriger Anmeldung hier seinen Kurztext vortragen.

DLDA - DAS LESEN DER ANDEREN ist nach eigener Aussage Mittelfrankens erste echte Lesebühne (est. 2013) nach Berliner Vorbild. DLDA -  das sind der Liedermacher und Cartoonist Gymmick und die Poetry Slammer Peter Parkster, Thomas Schmidt und Michael Jakob. Sie treten einmal im Monat in der K4ntine Nürnberg (gegenüber dem Künstlerhaus) oder in der Kofferfabrik Fürth auf.

Die ROOFTOP STORIES in Fürth wurden bereits letzten Herbst in Lara Sielmanns Kolumne besprochen, denn hier trifft sich die Schnittmenge aus Literatur und Poetry Slam. Immer am ersten Donnerstag im Monat laden das Fürther Autorenduo „Die Schaffenskrise“ (Immanuel Reinschlüssel und Robert Segel) und die Poetry Slammerin Lara Ermer Künstler*innen aus dem näheren Umkreis ins schöne Café Terrazza der Volksbücherei Fürth ein. 

Um eine Bühne für Nachwuchspoet*innen und Newcomer*innen zu haben, hat eine Gruppe junger Poetry Slammer*innen in Erlangen kurzerhand DAS POETIKUM gegründet. Sehr liebevoll und engagiert organisieren sie circa alle drei Monate im Irish Pub „Goldener Mond“ ihre Lesebühne.
Ganz frisch in Erlangen ist die Lesebühne POESIE UND PÖBELEI (seit Januar 2019), zu der sich die Poetry Slammer Oliver Walter und Steven einmal im Monat einen Gast aus der Poetry-Slam-Szene in die Kneipe „Wort & Klang“ einladen.

Die Metropolregion boomt also in Sachen Poetry Slam und Lesebühnen, da sollte für jede*n etwas dabei sein!

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KATHIS SLAM-EMPFEHLUNGEN
 

LESEN FÜR BIER IN NÜRNBERG MIT LUCAS FASSNACHT UND GAST
MITTWOCH, 17.04., 20:00 UHR // PARKS / AK 7,- o. Text / 5,- mit Text
Die Lesen-für-Bier-Regeln: Lucas Fassnacht und ein Gast lesen, was immer ihr mitbringt: Ob Zeitungsartikel oder alte Tagebucheinträge, Marquis de Sade oder Thomas Mann – bringt mit, was ihr wollt, seid kühn! 
Nach jedem Vortrag entscheidet ihr per Applausabstimmung, ob der Text oder die Performance besser war. Hat die Performance überzeugt, geht das Bier an den*die Künstler*in, der*die den Text vorgelesen hat. War der Text besser, erhält der*die Besucher*in das Bier, der*die den Text zur Verfügung gestellt hat. Komisch ist das.
 
DAS POETIKUM
ERLANGENS LESEBÜHNE FÜR NACHWUCHSPOET*INNEN
SONNTAG, 28.04., 19:30 UHR // IRISH PUB GOLDENER MOND / AK 3,-
Bei Kerzenschein und Guinness erwacht Poesie zum Leben! Auf Erlangens Lesebühne für Nachwuchspoet*innen steht ein Ensemble junger Menschen zum Wort und befindet sich dabei irgendwo zwischen Poetry Slam und Autorenlesung.
Sie tragen ihre Texte vor, experimentieren mit dem Satzbaukasten und lassen der Lyrik freien Lauf. Neben dem festen Team gibt es einen Special Guest, der*die mit Musik den Abend besonders schön macht. 
Wenn du im Publikum sitzt und gerne deinen eigenen Text vorlesen möchtest, sei herzlich willkommen!
 
DLDA - DAS LESEN DER ANDEREN - FÜRTH NO. 25 
DIENSTAG, 30.04., 20:00 UHR // KOFFERFABRIK / AK 8,- / 7,- (erm.)
Das unveränderte Quartett – bestehend aus dem Liedermacher, Cartoonisten und Schauspieler GYMMICK (Nürnberg), dem fränkischen Poetry-Slam-Meister und Buchautor Thomas Schmidt (Schwabach), dem 25 Stunden-Poetry-Slam-Champion und Frankensmeister Peter Parkster (Nürnberg) und der fränkischen Poetry-Slam-Legende Michael „Michl“ Jakob (Zirndorf) – geht in seine vierte Staffel in der Kofferfabrik. Das Konzept wurde erstmals überarbeitet, und so präsentieren die vier Vollblutkünstler ab sofort jedes Mal eine Stadtpremiere, eine Nummer nach Publikumsvorgaben aus der vorherigen Show und eine Überraschungsrunde, in der neben Sketchen, Improvisationstheater und Power Point Karaoke so ziemlich alles passieren kann. Außer Langeweile.
 
ALLE SLAM-TERMINE IM APRIL 2019
03.04. / 20:00 Lesen für Bier E-Werk,Erlangen
03.04. / 20:00 Wortgefecht Südpunkt, Nürnberg
04.04. / 19:30 Rooftop Stories Terrazza, Fürth
10.04. / 19:00 U20 Poetry Slam E-Werk, Erlangen
13.04. / 20:00 Poetry Slam PARKS, Nürnberg
14.04. / 20:00 Poetry Slam E-Werk, Erlangen
14.04. / 20:00 Fürther Poetry Slam Kofferfabrik, Fürth
17.04. / 20:00 Lesen für Bier PARKS, Nürnberg
28.04. / 19:30 Das Poetikum Irish Pub Goldener Mond, ER
30.04. / 20:00 DLDA - Lesebühne Kofferfabrik, Fürth
30.04. / 20:00 Revolte Slam Gummi Wörner, Erlangen
 
VORSCHAU MAI 2019
17.05 + 18.05. BAYERN SLAM 2019, die Bayerischen Meisterschaften im Poetry Slam in Erlangen.
Medienpartner: curt.

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KATHI MOCK ist geboren und aufgewachsen am Bodensee. 2010 hat sie Poetry Slam für sich entdeckt und seither zahlreiche Auftritte im gesamten deutschsprachigen Raum absolviert. Seit 2014 lebt sie in Erlangen, wo sie diverse Slam-Veranstaltungen organisiert und moderiert. Sie ist Mitglied beim Improtheater holterdiepolter! Nürnberg. Im Mai 2019 veranstaltet sie zusammen mit Lucas Fassnacht die Bayerischen Meisterschaften im Poetry Slam in Erlangen (– medienpartnerschaftlich empfohlen von curt).
 




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