Die Kunstvilla und das Neue Museum feiern das Bauhaus

13. MRZ 2019 - 23. JUNI 2019, KUNSTVILLA / NEUES MUSEUM

#Besprechung, #Kritik, #Kunst, #Kunstvilla, #Natalie de Ligt, #Neues Museum

Das BAUHAUS wird 100 und ganz Deutschland feiert das Jubiläum dieser beispiellosen Kunstschule, die von 1919 bis 1933 existierte und wo nach dem interdisziplinären Prinzip alle gestalterischen Sparten und auch die Pädagogik von Grund auf neu gedacht wurden. Die städtische Kunstvilla und das staatliche Neue Museum für Kunst und Design wollen in diesem Jubiläumsreigen natürlich nicht fehlen.

Mit Blick auf die Sammlung der Kunstvilla, fragt man sich zunächst, wie hier ausstellungstaugliche Bezüge hergestellt werden können, wo doch das Museum weder mit einschlägigen Bauhaus-Exponaten noch mit einer veritablen Beziehungsachse Weimar-Dessau-Nürnberg aufwarten kann. Doch gerade in Ermangelung dessen werden die vorhandenen zarten Fäden aufgegriffen und zu einem aspektreichen Netz verwoben. Die Kunstvilla rückt einerseits Werke und Lebenswege von Kunstschaffenden in den Fokus, die in Nürnberg zwar nur schemenhaft in Erscheinung traten, aber am Bauhaus studierten und dort eine maßgebliche Prägung erfahren haben. Ein Schwerpunkt liegt hier auf dem Werk der Textildesignerin Bella Ullmann und dem Architekten Rudolf Ortner. Anderseits werden Persönlichkeiten vorgestellt wie Ludwig Grote, der 1951 Direktor des Germanischen Nationalmuseums wurde und der ein Bauhaus-Archiv in Nürnberg plante. Auch Curt Heigl und Eva Eyquem etwa haben aus ihrem jeweiligen Tätigkeitsfeld heraus die Rezeption des Bauhauses in Nürnberg entschieden geprägt. Mit Hilfe vieler Leihgeber, darunter Stadtarchiv, Spielzeugmuseum oder Neues Museum, wurden für die Ausstellung rund 100 Exponate aus den Bereichen Kunst, Architektur und Design zusammengetragen – um so die Bauhaus-Idee in ihrer gesamten Bandbreite vorzustellen.

Ein Besuch der Kunstvilla könnte gleichsam eine Einstimmung auf das Neue Museum sein. Denn die Schau mit dem Titel »BAU [ SPIEL ]
HAUS« legt den Fokus auf die Rolle des Spiels in den Bauhaus-Konzepten. Und auch wenn hier durchaus auf eigene Sammlungsbestände zurückgegriffen werden kann, hat das Neue Museum zusätzlich eine beachtliche Vielfalt von Exponaten recherchiert, die von den Kuratoren der Schau in Europa und den USA aufgespürt wurden. Die Ausstellung nähert sich in sogenannten thematischen Clustern jener besonderen, in der Bauhaus-Lehre verankerten Spielkultur. Spielkonzepte bzw. das spielerische Konzept schlugen sich sowohl in den gestalterischen, als auch in den theoretischen Bereichen nieder. Davon legen die pädagogischen Ansätze in der Lehre eines Johannes Itten oder Josef Albers Zeugnis ab oder auch Gestaltungsikonen wie das »Bauspiel-Schiff« sowie das multifunktionale Spielzimmer von Alma Siedhoff-Buscher.

Dessen Einzelteile können je nach Aufbau einem bestimmten Gebrauchszweck dienen oder dem freien Spiel. »In Form originaler und rekonstruierter Möbel und Spielzeuge, zugehöriger Entwurfszeichnungen und Publikationen tritt das Spielzimmer in einen spannenden Dialog mit heutigen Möbelstücken, aber auch mit populären, pädagogisch gepriesenen Computerspielen« (Pressetext). Die Ausstellung schlägt so bewusst einen Bogen in die Gegenwart. Mit zeitgenössischen künstlerischen Beiträgen u.a. von Olaf Nicolai, Liam Gillick oder Eva Grubinger soll verdeutlicht werden, in welchem Maße die Ansätze des Bauhaus bis heute nachwirken. Das »BAU [ SPIEL ] HAUS« wartet insgesamt mit über 100 Werken aus über 100 Jahren auf.

Eröffnung: Mittwoch, 13. März 2019, 19 Uhr
14. März bis 23. Juni 2019
UNSERE KÜNSTLER AM BAUHAUS - NÜRNBERG UND DIE MODERNE
KUNSTVILLA. Blumenstr. 17, Nbg.
Di, Do-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunstvilla.org

Eröffnung: Donnerstag, 21. März 2019, 19 Uhr
22. März bis 16. Juni 2019
BAU [ SPIEL ] HAUS
NEUES MUSEUM NÜRNBERG. Klarissenplatz, Nbg.
Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr.
nmn.de




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