Kunst betrachtet von Natalie de Ligt #46

FREITAG, 1. MRZ 2019

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Natalie sichtet, kommentiert und bewertet für curt und euch das aktuelle Kunstgeschehen.

Bis 7. März 2019
JOACHIM KERSTEN: FRANZ_GIPFELGLÜCK
Der Nürnberger Maler Joachim Kersten (*1953, Bamberg) hat sich für seine Ausstellung weitaus mehr vorgenommen, als Bilder an die Wand zu hängen. Wie es in der Ankündigung heißt, «überschreitet er in der KREIS Galerie die Grenzen der Leinwand und bespielt mit seiner Installation Franz_Gipfelglück die Galerie auf drei Ebenen».

KREIS GALERIE
Galerie am germanischen Nationalmuseum
Karthäusergasse 14, Nbg
Mi 16-20, Do/Fr 14-18, Sa 11-15 Uhr u.n.V.
kreis-nuernberg.de

Bis 17. März 2019
SEBASTIAN HERTRICH: IT'S ALL ABOUT A.I.
Der gelernte Bildhauer erwarb nach seinem Gesellellenbrief in Oberammergau noch ein Diplom für Freie Kunst an der Universität Bauhaus in Weimar. Die letzte Station mag ein Grund dafür sein, weshalb Sebastian Hertrich (*1985 in Halle/Saale) das Material Holz gegen ein anderes ausgetauscht hat.
Auch in seiner Ausstellung «It's all about A.I.» zeigt der aktuelle Preisträger des NN-Kunstpreises für ihn typische Arbeiten, die er aus Plexiglas und vor allem aus Computer-Platinen fertigt. Zu sehen sind neue figürliche Werke – sowohl Bilder für die Wand, als auch Objekte im Raum.  
 
RAUM FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST . LAURENTIU FELLER
Bergstraße 11, Nbg
Mi-Sa 11-18 Uhr
rfzk-feller.de


Bis 2. April 2019
SINA FICHTENBERG: ARBEITEN IN TUSCHE
Sina Fichtenberg (*1993 in Bremen) arbeitet seit 2016 Kunstraum der WerkStadt Lebenshilfe. Durch verschiedene malerische Experimente hat sie seit geraumer Zeit zur Malerei mit Tusche und im Zuge dessen zu einer abstrakten Formensprache gefunden. Für die Künstlerin sind die Bilder kein konkretes Abbild der Realität, vielmehr sind sie Zeugnis eines introspektiven Ansatzes, der es ihr erlaubt, ihren Stimmungen und Vorstellungen Ausdruck zu verleihen. Die mitunter düstere Wirkung der schwarzen Tusche steht in Kontrast zu dem aquarellgleichen Strömen und Ineinanderfließen des dunklen Wassers auf dem Papier. Bei dieser Arbeitsweise kommt der Zufall ins Spiel, ein Kontrollieren des Farbverlaufs ist nur bedingt möglich. Gleichwohl ist den Bildern anzusehen, dass sie keine Ergebnisse der puren Willkür und Spontaneität der Farbe sind, sondern dass sich hier formal-ästhetische Vorstellungen der Künstlerin niederschlagen, die sie souverän an das Prinzip des Zufalls koppelt.
 
AUSSTELLUNGSRAUM DER WERKSTADT LEBENSHILFE NÜRNBERG
Forum 1, Stein
Mo-Sa 10-20 Uhr
lhnbg.de


Bis 7. April 2019
FABIAN TREIBER: A MINIBAR IN A LARGE SCALE ROOM
Da die Kunsthalle noch bis zum Juni wegen der Dachsanierung geschlossen ist, aber das Team dort nicht untätig herumsitzen will, weicht es auf die Räume des benachbarten Kunsthauses aus. Dieser Umstand beschert nun dem von der Kunsthalle ernannten Stipendiaten des Marianne-Defet-Malerei-Stipendiums, Fabian Treiber, eine großzügige Präsentationsmöglichkeit seines noch jungen Oeuvres. Auch, oder gerade weil er die vier Räume im Kunsthaus souverän mit seinen mittel- und großformatigen Leinwänden füllen kann, entschied er sich im langgestreckten Flur für einen installativen Kniff – wohl um den Gang nicht noch länger erscheinen zu lassen. Der 30 Meter lange Flur fordert es geradezu heraus, sich näher mit ihm zu befassen. Der 1986 geborene Künstler hängt zwar auch hier Bilder an die Wandflächen, verpasst aber jedem von ihnen eine Art Duschvorhang. Der besteht jeweils aus bedrucktem Nylonstoff und zeigt Motive von Treibers Malereien. Ist ein Vorhang zugezogen, verbirgt er das Bild an der Wand, zeigt aber das auf ihn gedruckte. So ist immer ein Bild sichtbar und ein anderes im Verborgenen.
 
KUNSTHAUS
Königstraße 93, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunstkulturquartier.de/kunsthaus


Bis 13. April 2019
LUTZ BRAUN: POST GHOST

GALERIE SIMA
Hochstraße 33, Nbg
Di-Mi 17-19 Uhr, Sa 11-14 Uhr u.n.V.
sima-projects.de


Bis 5. Mai 2019
25 OCTOBER, 2015 — 12 MAY, 2019
Der in New York ansässige Künstler Jason Hirata (*1986) wurde vom Kunstverein zu einer Einzelausstellung eingeladen. Dieser ist er auch gefolgt, allerdings stellt er das Prinzip der One-Man-Show in Frage, bzw. er denkt es in einem erweiterten Zusammenhang. Statt ausschließlich eigene Arbeiten zu zeigen, besteht seine Arbeit im Milchhof darin, mit den Beiträgen von 24 KünstlerkollegInnen, die Hirata hinzugeladen hat, eine Präsentation zu erstellen. So «entsteht das Porträt eines bestimmten sozialen Raumes, in dem sich mediale und objekthafte Installationen entlang des Umfelds von Hirata verbinden» (Ankündigung). Das Projekt spiegelt gleichsam seine künstlerische Praxis wider.

KUNSTVEREIN NÜRNBERG - Albrecht Dürer Gesellschaft
Milchhof, Kressengartenstr. 2, Nbg
Di-Fr 14-18 Uhr, Sa/So 13-18 Uhr u.n.V.
kunstvereinnuernberg.de


Bis auf Weiteres
BÖHLER & ORENDT: GIVE US, DEAR
Im Rahmen einer Kooperation mit den Nürnberger Kunstförderern Elke Schloter und Volker Koch zeigt das Neue Museum die Arbeit «Give us, Dear» von Böhler & Orendt. Die rund 6,5 Meter lange Arbeit zeigt ein behaartes Wesen, halb Mensch, halb Affe, das am Boden liegt und von hunderten kleinen Figuren als Rohstoffquelle genutzt und regelrecht ausgebeutet wird. Matthias Böhler (*1981) und Christian Orendt (*1980) studierten an der Kunstakademie Nürnberg. Das nach wie vor in Nürnberg ansässige Künstlerduo arbeitet bereits seit zehn Jahren zusammen und ist mittlerweile auch international erfolgreich. Um so erfreulicher, dass sie über die Präsentation dieser Arbeit, im Übrigen eine Dauerleihgabe von Schloter und Koch, auch eine regionale Würdigung ihres Werks erfahren.
 
NEUES MUSEUM NÜRNBERG
Klarissenplatz, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr
nmn.de


Eröffnung: Freitag, 8. März, 19.30 Uhr
9. bis 31. März 2019
REINER BERGMANN • GERD WEILAND

PROJEKTRAUM ORFFDREI
Orffstraße 3, Nbg
Sa-So 14.30-18 Uhr
orffdrei.de


Eröffnung: Freitag, 8. März, 19 Uhr
9. März bis 21. April 2019
LOUISA MARIE SUMMER: A SERIES OF LIFE
Im Zentrum von Louisa Marie Summers (*1983 in München) fotografischen Serien steht der Mensch und sein soziales Umfeld. Die Künstlerin legt den Fokus hierbei auf Personen, Gruppen oder Landstriche, in denen vornehmlich prekäre Lebensverhältnisse dominieren. In schönen und zugleich ungeschönten Bildern entstehen intime Porträts – nicht nur von unterschiedlichen Personen, sondern auch von Gesellschaften, die von sozialer Ungleichheit geprägt sind.
In der Ausstellung zeigt sie u.a. eine Auswahl ihrer Serien «BEHIND THE VEIL» und «HALSNØY ISLAND». Zur Eröffnung spricht Rebecca Suttner, stellvertretende Leiterin der kunst galerie fürth.

KUNST GALERIE FÜRTH
Königsplatz 1, Fürth
Mi-Sa 13-18 Uhr, So/Feiertage 11-17 Uhr
kunst-galerie-fuerth.de


Eröffnung: Freitag, 8. März, 19 Uhr
10. bis 28. März 2019
ONCE MORE WITH FEELING
Aus dem Pressetext: «Ausstellen ist eine sich wiederholende Konstante für Kunstschaffende. Es wird eingeübt, verfestigt sich, anschließend erfolgt die überprüfende Revidierung: Und jetzt noch einmal mit Gefühl. Die Studierenden der Malereiklasse des Pavillon 25 der AdBK Nürnberg agieren derzeit ohne professorale Leitung. Das bedeutet, Eigenregie vornehmen zu müssen. So durchlaufen sie selbstorganisiert und eigenverantwortlich alle Etappen der Konzeption einer Ausstellung bis hin zur öffentlichen Probe. Eine Aufführung wird es nicht geben, da Ausstellen, so wie jedes künstlerische Handeln, eine Probe bleibt. Acht StudentInnen des Pavillon 25 der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg sind dabei: Jonas Gstattenbauer, Ali Hos, Matthäus Macht, Monja Milzner, Madita O`Sullivan, Max Pluskwik, Philipp Zörndlein, Nicole Tschernenko» (Galeriehaus Nord). Die Einführung am Eröffnungsabend halten die Studierenden selbst.

GALERIEHAUS NORD
Wurzelbauerstr. 29, Nbg
Di/Mi 11-16 Uhr, Do/Fr 11-13 Uhr, So 11-16 Uhr
galeriehaus-nuernberg-nord.de


Eröffnung: Sonntag, 10. März, 17 Uhr
10. März bis 7. April 2019
THE HU: RUDI HURZLMEIER, JULIAN HURZLMEIER, LEONHARD HURZLMEIER
The Hu ist ein Künstlertrio, bestehend aus Vater Hurzlmeier und seinen beiden Söhnen. Der besseren Unterscheidung wegen und aus Dynastiegründen teilen sie sich in: Der Ältere (Rudi), der Mittlere (Julian) und der Jüngere (Leonhard). Künstlerisch vorgelegt hat Rudi Hurzlmeier, der als Maler, Cartoonist und Titanic-Mitstreiter hinlänglich bekannt ist. Sein Sohn Julian (*1980) verfiel bereits in der Kindheit dem Zeichnen und Malen und legte sich früh den Künstlernamen Julina Rosl bzw. Julina Barbara Rosa zu. In seinen farbenreichen Filzstiftzeichnungen finden sich häufig Motive wie Popstars, Comic-Charaktere oder auch Größen der klassischen Musik. Als Heroen erscheinen die Berühmtheiten nur bedingt, vielmehr verleiht ihnen der Mittlere meist etwas Groteskes und Abgründiges. Geradezu in formaler Opposition stehen da die Bilder von Leonhard Hurzlmeier, dem Jüngeren. Er entwickelt seine Motive – z.B. klischeehafte Prototypen des Weiblichen – aus geometrischen Formen, wobei man hier und da Déjà-vus von Elementen verschiedener Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts erleben kann. Der 1983 Geborene, der im Übrigen als Einziger eine Kunsthochschule besuchte, mischt in die Strenge und Flächigkeit seiner Motive immer eine Prise Ironie und Humor – als trete hier das vom Vater ererbte Karikatur-Gen zutage. Alle Mitglieder von THE HU sind auch als Solisten unterwegs. Innerhalb des Trios bewahren sie sich dennoch den jeweils individuellen künstlerischen Ausdruck. Was sie eint sind «Originalität und das lustvolle Unterwandern von Konventionen» (Pressetext).

GALERIE BERNSTEINZIMMER
Großweidenmühlstr. 11, Nbg
Sa/So 15-19 Uhr
galerie-bernsteinzimmer.de


Eröffnung: Mittwoch, 13. März, 19 Uhr
14. März bis 23. Juni 2019
UNSERE KÜNSTLER AM BAUHAUS - NÜRNBERG UND DIE MODERNE

KUNSTVILLA
Blumenstraße 17, Nbg
Di, Do-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunstvilla.org

und

Eröffnung: Donnerstag, 21. März, 19 Uhr
22. März bis 16. Juni 2019
BAU [ SPIEL ] HAUS

NEUES MUSEUM NÜRNBERG
Klarissenplatz, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr
nmn.de

Eine ausführliche Ankündigung zu beiden Ausstellungen gibt es hier auf der Website.


Eröffnung: Freitag, 15. März, 19 Uhr
16. März bis 10. Juni 2019
ALONA RODEH: ARCHITECTURE OF THE NIGHTS
ANDREAS SCHMITTEN: NOTHING NEW

Die Räume im Kunstpalais sind bekanntermaßen in Keller- und Erdgeschoss geteilt. Nicht zum ersten Mal wird dieser Umstand genutzt, um gemäß dieser räumlichen Trennung zwei Einzelpositionen vorzustellen. Für den unteren Bereich wurde Alona Rodeh (*1979 in Nahariya, Israel) eingeladen. Ihrer künstlerischen Praxis und ihren Arbeiten lässt sich eine gewisse Vehemenz attestieren. Sie sind «nicht selten durchkomponierte Gesamtkunstwerke, in denen die Grenzen zwischen Video, Skulptur, Foto und Lichtkunst fließend werden» (Ankündigung). Wie so oft plant Rodeh auch für ihre Schau im Kunstpalais die Räume abzudunkeln. Das wiederum verstärkt voraussichtlich die Atmosphäre von Gefahr bis hin zu Gewalttätigkeit, der die Besucher immer wieder in ihren Installationen ausgesetzt sein können. Entspannter, wenngleich nicht weniger rätselhaft, ist es hingegen im Erdgeschoss. Hier erschafft Andreas Schmitten (*1980 in Mönchengladbach) eine Welt, die beschrieben wird als ein «Bühnenbild ohne Schauspiel, eine Schaufensterdekoration aus der Vergangenheit ohne Ware, ein Designobjekt ohne Funktion». In der Ankündigung wird er als visionärer Raumverwandler und Meister der handwerklichen Perfektion beschrieben, der die Räume mittels seiner Objekte verändert, wofür u.a. die eigenartigen Materialien und die perfekt lackierten Oberflächen verantwortlich gemacht werden.

KUNSTPALAIS ERLANGEN
Palais Stutterheim
Marktplatz 1, Erlangen
Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunstpalais.de

 




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