Nürnberg Falcons: Heimsieg, Herr Schröder!

FREITAG, 7. DEZEMBER 2018

#Basketball, #Event, #Falcons, #Medienpartner, #Sport

Nach langer Ungewissheit konnten die Nürnberg Falcons am 17. November endlich in der Eventhalle von werk:b-events am Nürnberger Flughafen auf Korbjagd gehen. Kapitän Sebastian Schröder erklärt, wie es so ist in der neuen Halle, dem Basketball in Nürnberg und warum Weihnachten trotz kurzer Verschnaufspause bei ihm zu Hause vielleicht trotzdem turbulent werden könnte.

curt: Hallo Sebastian, im Moment musst Du ein ziemlich glücklicher Mensch sein. Am Mittwoch gab es die ersten Heimpunkte für die Falcons und bald wirst Du Vater. Über was freust Du Dich mehr?

SEBASTIAN SCHRÖDER: Ich bin zur Zeit tatsächlich sehr glücklich. Der Sieg am Mittwoch war sicherlich sehr schön und es hat großen Spaß gemacht, vor heimischer Kulisse zu spielen und die ersten Punkte in neuer, eigener Halle zu holen. Jedoch muss ich ganz klar sagen, dass die Vorfreude auf unseren Familienzuwachs schon deutlich überwiegt. So sehr ich Basketball liebe und jeden Tag lebe ist die Geburt seines eigenen Kindes eine Sache, die man mit Worten nur schwer beschreiben kann. Wir sind sehr glücklich und voller Vorfreude und Spannung auf den Kleinen.

curt: Sportlich läuft es bisher auswärts mehr als ordentlich, nur der erste Heimsieg in dieser Saison hat etwas auf sich warten lassen. (Scherz)

Jaja. Kommt eben drauf an, ob man in absolvierten Heimspielen rechnet oder in gesamt gespielten Spielen diese Saison. Der erste Heimsieg im zweiten Heimspiel ist dann doch eine überschaubare Zeit. Aber natürlich war es eine sehr lange Zeit seit Saisonbeginn bis jetzt, in der wir sehr hart im Training arbeiten mussten. Umso glücklicher sind wir, dass wir trotz der ganzen Hindernisse doch so gut in die Saison gestartet sind. Wir können diese Saison eine gute Mannschaft sein, wenn wir verstehen, was uns stark macht und auch bereit sind an einem Strang in diese Richtung zu ziehen.

curt: Wieviele schlaflose Nächte hattest Du bis dahin, schließlich hätte es auch das Ende eines weiteren Kapitels im Nürnberger Basketball sein können, wenn nach der Schließung der alten Halle am BBZ keine neue Spielstätte gefunden worden wäre?
 
An den Gedanken, dass es das erneute Aus für den Nürnberger Basketball sein könnte, habe ich keine Sekunde verschwendet. Es wurde von Anfang an klar kommuniziert, dass eine Lösung gefunden wird, egal, wie diese dann am Ende aussieht. Zudem hatte ich großes Vertrauen in die Leute die hier am Werk waren. Als die erste Lösung abgewiesen wurde, hatte ich kurz Bedenken, ob sich eventuell die Liga bald zu Wort meldet, aber dann wurde ja trotzdem schnell eine Alternative gefunden.

curt: Und wie gefällt Dir persönlich die neue Halle?

Ich finde die neue Halle sehr schön. Nach zehn Jahren im BBZ ist es natürlich erstmal ungewohnt, seine Heimspiele in einer anderen Spielstätte auszutragen, jedoch wurde hier echt gute Arbeit geleistet. Wir haben jetzt die Möglichkeit, mit Basketball in Nürnberg den nächsten Schritt zu gehen. Im Laufe der Zeit wird sicher auch der Zeltcharakter noch in eine ordentliche Basketball Halle verwandelt. Wir befinden uns ja gerade erst am Anfang, von daher bin ich sehr optimistisch, dass hier was sehr Cooles entstehen wird. 

curt: Bevor ihr die Kirchheimer Ritter, die bis dahin alle vier Auswärtspiele gewonnen hatten, vom Pferd, respektive Parkett, geschubst habt, ging die eigentliche Heimpremiere drei Tage zuvor gegen Trier ziemlich in die Hose. Als Zuschauer hatte man das Gefühl, dass es jeder Spieler besonders gut machen und das Spiel alleine gewinnen wollte. Auch da wäre mehr für Euch drin gewesen, oder?

Ja das stimmt. Wir müssen verstehen, dass wir diese Saison nur als Team bestehen können und auch als ein solches auftreten müssen. Keiner von uns kann konstant im Alleingang Spiele gewinnen. Wir haben keinen Kobe Bryant oder LeBron James in der Mannschaft. Wenn wir das alle verstehen und jeder seine Rolle im Team kennt, können wir, wie bereits erwähnt, eine sehr erfolgreiche Saison spielen. Die Idee bei der Zusammenstellung der Mannschaft war es, Team-Basketball zu spielen. Ein System, in dem der Ball bewegt wird und jeder für seinen Mitspieler spielt. Wann immer wir das getan haben, waren wir auch erfolgreich. Sieht man sich die Spiele an, die wir bis jetzt verloren haben, kann man genau erkennen, dass wir hier unsere Struktur verloren und ohne Kopf versucht haben, mit Einzelaktionen zu bestehen.

curt: Auf den Rängen war die Stimmung trotzdem prächtig, als wären die 1.100 Zuschauer schon froh, dass überhaupt endlich wieder und weiter in Nürnberg Basketball gespielt wird. Trotzdem muss man auch befürchten, dass auch einige Zuschauer vor allem wegen der neuen Halle da waren. Wie schätzt Du das ein? Kann die neue Halle auch nachhaltig mehr Zuschauer und Fans generieren?

Zunächst mal ist es nicht wichtig, ob die Leute nur wegen der Halle da waren oder wegen uns und dem Basketball. Weil die Leute, welche tatsächlich nur wegen der Halle gekommen sind, haben vielleicht Gefallen an dem Sport gefunden und kommen beim nächsten Mal wieder. In Nürnberg gibt es eine breite Masse an sportinteressierten Leuten, die gerne erfolgreichen Sport sehen. Wir haben das selbst schon erlebt, als wir vor einigen Jahren bis in das Halbfinale der Playoffs gekommen sind. Da war auch bei uns im BBZ immer volles Haus. Es gibt in Nürnberg ein sehr großes Angebot an hochklassigem Sport. Dazu kommen mit Bayreuth, Bamberg, Würzburg und München vier Standorte in näherer Umgebung, die Spitzenbasketball anbieten, von daher ist es natürlich schwer, sich bei so viel Konkurrenz durchzusetzen. Aber wie bereits erwähnt, haben wir die Chance, mit erfolgreichem Basketball Leute für uns zu gewinnen. 

curt: Kann man wirklich auch sehr empfehlen. Trotzdem: Als dienstältester Spiel hast Du in elf Jahren schon viel mitgemacht in Nürnberg, ambitionierte Sponsoren und Vereine kommen und gehen sehen. Du weißt es am besten, dass die aktuelle Hallenmisere auch nicht erst seit Kurzem entstanden ist. Warum hat sich Basketball in Nürnberg bisher so schwer getan?

Die oben angesprochene Konkurrenzsituation hier in Nürnberg ist sicherlich einer der ausschlaggebenden Faktoren. Dazu kommt, meiner Meinung nach, eine oftmals falsche Herangehensweise an das Projekt Basketball. Man muss verstehen, was wir hier in Nürnberg für Gegebenheiten haben. Stichwort Infrastruktur – Halle, Trainingsmöglichkeiten etc. Da gibt es viel zu tun, bevor man hier mal von erster Liga sprechen kann.
In der Vergangenheit sollte immer der große Schritt in die BBL getätigt werden ohne richtige Idee und Basis, wie man das Ganze auch nachhaltig erfolgreich macht. Die neue Strategie ist vielversprechend und es sind hier auch die richtigen Leute am Werk, die alle in die selbe Richtung denken und wissen, was es braucht um so ein Projekt zu etablieren.

curt: Die restlichen Nachholspiel sind auch schon terminiert: 5. Dezember gegen MLP Academics Heidelberg, am 15. Januar gegen die derzeitigen Überflieger, die Niners aus Chemnitz und am 23. Januar gegen die Hamburg Towers. D.h. die Falcons machen Ligapause von 23. Dezember bis 5. Januar. Hört sich doch ganz familientauglich an. Das erste Weihnachten und Silvester mit der Kind sind also gerettet, oder müssen sie auf Gans und Plätzchen verzichten, weil die Coaches Ralph Junge und Vytautas Buzas sie auch in der kurzen Weihnachtspause auf Trapp halten? 

Wir bekommen ein paar Tage frei, treffen uns aber dann am 29.12.  wieder, um die Kalorien der Weihnachtsgans abzutrainieren. Es ist schön und meiner Meinung nach auch wichtig, diese paar Tage über Weihnachten frei zu haben, um die Akkus wieder aufzuladen und mit Energie in die zweite Hälfte der Saison zu starten. Danach gibt es nicht mehr viel Freizeit bis zum Ende der Saison.

curt: Im Sommer bist Du zum besten Spieler beim internationalen Turnier in China gewählt worden, bist wieder Kapitän der jungen Rasselbande und durch die Rückkehr von Robert Oehle nicht mehr der älteste Spieler im Team, spielst Dank Glück im Unglück und zahlreicher helfender Hände endlich in einer neuen Halle und bist dann ja auch Papa. Welche Ziele und Wünsche bleiben da noch fürs neue Jahr?

Das vergangene Jahr war wirklich sehr schön und erfolgreich für mich. Die angesprochene China-Reise war ein echtes Highlight. Das Turnier war eine coole Erfahrung und der MVP Titel am Ende dann die Krone auf dem Ganzen. 
Ich bin sehr dankbar, dass Ralph und Vytas mir wieder das Amt des Kapitäns anvertrauen. Das ist für mich eine große Ehre und Verantwortung, der ich mich gerne stelle. Ich hoffe, ich kann die Mannschaft diese Saison zu vielen Erfolgen führen. Man lernt hier Tag für Tag dazu und entwickelt sich weiter. Es macht aber großen Spaß mit den Jungs zu arbeiten, auch wenn man dadurch ständig erinnert wird, wie alt man geworden ist. Wie bereits erwähnt, ist die Geburt unseres Sohnes aber mit Abstand das größte Highlight. 
Das nächste Jahr wird sicherlich wieder ein sehr ereignisreiches. Ich wünsche mir vor allem viel Gesundheit für meine Familie und viele schöne Momente mit unserem Sohn. Für die Mannschaft wünsche ich mir eine erfolgreiche und verletzungsfreie Saison, in der wir alle viel Spaß haben und allen Zuschauern viel Freude bereiten. Wenn dann noch Wünsche frei sind, dann soll bitte mein Studium so erfolgreich wie möglich zu Ende gehen (lacht).

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SEBASTIAN SCHRÖDER,  Jahrgang 1998, 1,92 m, Shooting Guard, Nummer 14. Stationen: TuSpo Heroldsberg, Franken Hexer, seit 2009 Nürnberger BC  // www.n-bc.de

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Helfer gesucht!
Diese heiße, halbnackte Halle will an den Heimspieltagen der Falcons mit Basketball-Stuff befüllt und bedient werden. Dazu sind viele helfende Hände nötig. Gesucht werden freiwillige Helfer für den Auf- und Abbau sowie den Verkauf im Foyer, den Merchandising-Stand, als Platzanweiser, den Aufbau des Live-Streams, fürs Bestücken der Kabinen mit Getränken ... Die Aufgaben sind abwechslungsreich und eher leichte Tätigkeiten. Tribünen muss niemand zusammenschrauben. Mit etwas Basketballerfahrung oder -kenntnissen kann man auch beim Kampfgericht und Scouting dabei sein. Als Mitglieder der Falcons-Crew ist man nah dran am Spiel, nah dran an der Mannschaft, sammelt Erfahrungen, knüpft Freundschaften und Kontakte und ist dabei bei den gemeinsamen Team-Events mit der Mannschaft. Für Verpflegung ist gesorgt und Zeit, sich das Spiel anzuschauen, hat man auf jeden Fall auch. Jeder, der mitmachen will,  ist herzlich willkommen. Weitere Infos, Anmeldung oder Kontakt per Tel 0911 366 366 37 oder per Mail an Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst .
 




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