Support Your Locals: Nürnberger Meisterhändler

DONNERSTAG, 6. DEZEMBER 2018

#Business, #Essen / Trinken, #Freizeit, #Gastronomie, #Medienpartner, #Meisterhändler, #Nürnberg, #Schmuck, #Shop

Beim Flanieren durch Nürnbergs nördliche Altstadt (aber nur dort) fällt in manchen Schaufenstern ein rotes Schild mit dem Titel „Meisterhändler“ auf. Was das heißt, wer sich so nennen darf und warum das Sinn macht? Hier steht‘s.

Sicher, der Einzelhandel in den Innenstädten hat es seit vielen Jahren schwer. Wo früher noch jahrzehntelang inhabergeführte  Traditionsläden zu Hause waren, sind mittlerweile oft Filialisten eingezogen. In der Nürnberger Innenstadt ist das nicht anders. Wenn ein alteingesessener Laden schließt, gibt es unterschiedliche Gründe. Dem einen fehlt der Nachfolger, dem anderen die wirtschaftliche Basis, weil nach dem Auslaufen des Pachtvertrags der Vermieter ein Vielfaches der bisherigen Miete haben möchte, und allen zusammen fehlt die (Lauf-)Kundschaft vor der Tür, weil die entweder mittlerweile immer weniger vor die eigene Tür gehen will und lieber von zu Hause aus im Internet bestellt oder bereits von den Outlet-Centern in der Peripherie abgefangen werden. Manchmal ist auch das Sortiment einfach aus der Zeit geraten und findet nur noch wenige Nachfrager. Oft genug ist bei den meisten Gründen die „Geiz ist geil“- und „Umsonst“-Mentalität herauszuhören. Man echauffiert sich über die schlechten Arbeitsbedingungen bei den Paketzustellern, in den Logistikcentern und in den Herstellerländern, über mangelnde Qualität und Müllberge, über die Marktmacht globaler Unternehmen und darüber, dass immer weniger immer mehr verdienen und diese Gewinne kaum versteuert werden, aber gönnt den Händlern in der Nachbarschaft, die Arbeitsplätze schaffen, ihre Steuern vor Ort bezahlen und zeitintensiv Beraten nicht die 5 Cent Differenz zwischen Ladenpreis und günstigstem Internetpreis oder greift zum billigen Importprodukt und kauft damit am Ende vielleicht dreimal, statt einmal richtig. Natürlich sind einige der genannten Gründe für den Internetkauf aus der Sicht einiger Konsumenten auch nachvollziehbar. Und natürlich müssen auch die Einzelhändler vor der eigenen Türe kehren und dürfen sich nicht nur auf den Erfolgen in den guten alten Zeiten ausruhen, sondern müssen aktiv werden, investieren, sich den neuen Gegebenheiten anpassen, sich organisieren und neue Wege finden. Dazu gehört auch für den stationären Einzelhandel eine aktuelle Internetpräsenz, um von manchen potenziellen Kunden überhaupt wahrgenommen zu werden. Was man daraus macht, wie man zeigt, welchen Mehrwert gegenüber dem Internetversand und riesigen Discountern die Händler vor Ort bieten können und warum es sich auch lohnen kann in der Nachbarschaft einzukaufen, ist die Herausforderung, der sich die Betriebe mittlerweile stellen müssen. Denn bei allen bisher genannten Gründen gibt es auch eine gegenläufige Bewegung und ein steigendes Qualitätsbewusstsein der Kunden.

In einigen Städten bilden die örtlichen Einzelhändler und Dienstleister Verbände und Interessensgemeinschaften, um ihre Kräfte zu bündeln. In Nürnberg gibt es seit 1997 die Innenstadtvereinigung Erlebnis Nürnberg e.V., der die Vielfalt der ansässigen Betriebe erhalten und die Attraktivität der Innenstadt steigern will, um die Menschen und letztlich Laufkundschaft wieder in die Innenstadt zu bringen. Wenn Ende November die Weihnachtsbeleuchtung in der gesamten Innenstadt angeht, dann hat neben der Stadt Nürnberg auch Erlebnis Nürnberg e.V. die Hand am Schalter. 

Einige Mitglieder des Vereins sind in der nördlichen Altstadt ansässig. An Attraktivität mangelt es den kleinen Gässchen, Straßen und Plätzen unterhalb der Kaiserburg nicht. Schon seit Jahrhunderten sind in und zwischen den historischen Häusern Händler und Kunsthandwerker zu Hause und auch heutzutage ist dieser Teil der Altstadt noch geprägt von inhabergeführtem und spezialisiertem Einzelhandel. Hier beraten die Geschäftsinhaber mit enormen Fachwissen noch persönlich. Die individuellen Produkte werden meist regional mit viel Liebe zum Detail und Handwerk hergestellt und überzeugen mit hoher Qualität. Alles Leistungen für die die Gewerbetreibenden, Erlebnis Nürnberg e.V., das City Management und weitere Partner im Jahr 2012 den Titel „Nürnberger Meisterhändler“ eingeführt haben. Die Stadt Nürnberg unterstützte das Projekt im Rahmen der Stadtbauförderung. Der Titel ist angelehnt an die Nürnberger Meistersinger, den berühmten Zusammenschluss von Dichtern und Sängern im Mittelalter, die strengen Regeln und hohen Qualitätsanforderungen gehorchten. Analog wie damals werden in dieser modernen Händlerversion nur die Händler in die Meisterrunde aufgenommen, die sorgfältig ausgewählte Qualitätsmaßstäbe hinsichtlich Serviceleistungen, Öffnungszeiten, Schaufenster- und Ladengestaltung erfüllen. Für die Kundinnen und Kunden soll damit klargestellt sein: hinter der Scheibe mit dem roten Logo ist man in Puncto Beratung und Qualität immer sehr gut bedient. Ob dem wirklich so ist, entscheidet vorher eine unabhängige Jury. Im Moment gibt es 16 Händler, die diese Kriterien erfüllen und sich Nürnberger Meisterhändler nennen dürfen. Um die Mitgliedschaft bewerben können sich alle inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte - kein Franchise - , die sich innerhalb der nördlichen Altstadt (St. Sebald) und innerhalb der südlichen Altstadt (St. Lorenz) befinden. Getreu dem Motto „Das Ganze ist größer als die Summe seiner Teile“ treten die Meisterhändler auch gemeinsam auf und machen sich damit bemerkbarer als es der Einzelne tun könnte.

Das Projekt „Meisterhändler“ ist insgesamt ein gutes Beispiel eines Marketingbausteins, um Geschäftsquartiere und –straßen aufzuwerten im Kampf gegen globalen Online-Handel und Filialisierung in den Innenständen. Das fand 2014 auch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie und zeichnete die Nürnberger im Wettbewerb um den 7. Stadtmarketingpreis Bayern 2014 mit dem ersten Platz aus. Natürlich sind die Meisterhändler auch im Internet zu finden. Unter www.nuernberger-meisterhaendler.de kann man sich über jedes Mitglied informieren. Auf der dort vorgeschlagen „Meisterroute“ könnte man sogar einen ganzen Tag zwischen den Meisterhändlern und den Sehenswürdigkeiten der Altstadt, zwischen Süßem und Herzhaften oder zwischen hochwertigem Schmuck und Do-it-Yourself-Perlenketten verbringen. Für dieses Bündeln der Kräfte und Kooperieren im Netz im Wettbewerb gegen die großen Onlinehändler wurde der Internetauftritt im Rahmen des Wettbewerbes „IHK Zukunftshändler“ mit dem Sonderpreis „Handelsplattformen“ von der IHK Nürnberg ausgezeichnet. Bei den Meisterhändlern kann man, wie auch bei rund 130 Mitgliedern von Erlebnis Nürnberg e.V., mit dem „Nürnberger Zehner“ bezahlen. Diese Ersatzwährung ist ebenfalls eine Marketingidee von Erlebnis Nürnberg e.V.. Für zehn Euro erhält man einen Nürnberger Zehner im Scheckkartenformat, den man als charmantere Alternative zum Bargeld verschenken kann. Denn anders als bei den meisten Gutscheinen, die im Sortiment mehr oder weniger eingeschränkt sind, bieten sich beim Nürnberger Zehner ein Füllhorn und bunter Strauß an Möglichkeiten quer durch die Nürnberger Konsumlandschaft. Nachzulesen unter www.nuernbergerzehner.de. Übrigens: Im Rahmen unseres Adventskalenders vergeben wir großzügig diese Nürnberger Zehner. In diesem Sinne: Support Your Locals! 


SUPPORT YOUR LOCALS: DIE 16 NÜRNBERGER MEISTERHÄNDLER

ATELIER BARBARA WEINBERGER
Seit 1996 kreiert und verkauft die Gold- und Silberschmiedin und ehemalige Studentin der Akademie der Bildenden Künste Schmuck in ihrer Ladenwerkstatt in der Tucherstraße 22.

CHESI MESSERSCHLEIFEREI
In der Bindergasse 14 schleift und berät mit Paolo Chesi einer der wenigen originären Messerschmiedemeister Deutschlands. Schneidwaren für Freizeit & Beruf seit 115 Jahren!

DELIKATESSEN
Im Feinkostgeschäft von Romana Schemm am Weinmarkt 14 werden Koch- und Genussbegeisterte zwischen Avocadoöl und Zwiebelkonfitüre immer auch bestens beraten.

DER SENFLADEN
In der Bergstraße 27 bekommen Kunden seit über 14 Jahren von Elke Kokott in über 230 Sorten aus hauseigenen Produktion bis zur schärfsten Sauce aus Übersee ihren Senf(t) ab.
 
EVERS FLORALES DESIGN
Die staatlich geprüften Floristmeisterin Silke Brendel und Team in der Spitalgasse 3 sorgen der Jahreszeit entsprechend für blühende Freude. Regional, fair! Grüner Daumen hoch!

FENESTRA GLASGESTALTUNG
Schalen, Leuchten, Bilder, Schmuck und Verglasungen. Alles Unikate im Laden vom Kerstin Scharowsky am Trödelmarkt 47, hergestellt in der einsehbaren Glaswerkstatt.

GEBR. FRAUNHOLZ ELISENLEBKÜCHNEREI
Das Traditionsunternehmen in der Bergstr. 1 produziert seit mehr als 100 Jahren original Elisenlebkuchen mit einem Mandel- und Nussanteil von über 45%. Auch glutenfrei.

GRAF JUROWSKI WÄSCHE & DESSOUS
Seit nahezu 20 Jahren vertrauen Kunden der produktsicheren Expertise der Inhaberfamilie, wenn es um hochwertige Wäsche, Dessous und Bademoden für Damen und Herren geht.

HARALD LEHMEIER – MÄNNER
Alles, was Mann von Kopf bis Fuß braucht, findet Mann in bester Qualität seit über 15 Jahren im Männermodeladen von Harald Lehmeier in der Winklerstraße 1. 

HAUSBRAUEREI ALTSTADTHOF
Hier, und nur hier, in der Bergstraße 19-21, wird das Original Nürnberger Rotbier gebraut. Seit 2005 reift in den Fässern auch Whiskey aus der hauseigenen Destille. 

Hr. Brömme & das tapfere Schneiderlein 
Seit über 140 Jahren werden Kunden in der Inneren Laufer Gasse 33 stets gut behütet. Im Hut- und Conceptstore von Marie-Luise Schneider finden Mann und Frau individuelle Kopfbedeckungen von Mützen bis Zylinder. 

JUWELIER PAUL
Im Meisteratelier von Juwelier Paul in der Kaiserstraße 42 mit 115-jähriger Familientradition bekommt man neben eigenen Kreationen auch Preziosen kleiner Manufakturen.

NEEF CONFISERIE CAFÉ 
Seit über 40 Jahren verführt die Confiserie neef ihre Kunden mit bester Patisserie-Kunst, Kuchen, Torten und mehr auch über die Grenzen ihres Café in der Winklerstraße 29 hinaus.

PERLENMARKT
Im kleinen Schatzkästchen von Monika Lorenz am Weinmarkt 1 können sich Kunden unter Anleitung alle Teile ihres Schmucksstückes selbst zusammen- und herstellen. Einzigartig. 

SCHMUCKSACHEN
Seit mehr als 21 Jahren überzeugt Goldschmied Robert Lucha am Rathausplatz 7 mit Arbeiten aus einzigartigen Materialien wie Emaille und ungewöhnlichen Farbsteinen.

TOLLE WOLLE
Egal, ob Stricken oder Häkeln, ob schmußiges Schafswolle oder feinste Seidengarn, ob DIY oder Auftragsarbeit, in Anita Hammels Wollparadies am Weinmarkt 10 wird man fündig.
 




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