Zeichen und Wunder III

5. DEZEMBER 2018 - 27. NOVEMBER 2018, KUNSTHAUS

#Ausstellung, #Kunst, #Kunsthaus, #Natalie de Ligt

Mit «Zeichen und Wunder III» präsentiert der Künstler Andreas Oehlert nach 2012 und 2015 nun zum letzten Mal die von ihm konzipierte und kuratierte und vom Kunsthaus Nürnberg veranstaltete Schau mit zeichnerischen Positionen.

EINE BETRACHTUNG VON NATALIE DE LIGT

Bereits mit Oehlerts erster Auswahl zeigte sich insofern ein programmatischer Ansatz, als er auf Positionen fokussierte, bei denen das traditionelle Gehege der Zeichnung und ihrer Zweidimensionalität erweitert wurde. Auch die fünf aktuell eingeladenen Künstler Anja Buchheister, Motoko Dobashi, Christine Rusche, Christian Schwarzwald und Heidi Sill dehnen das, was einmal ausschließlich mittels Stift oder Pinsel auf dem flächigen Bildraum organisiert wurde, in den realen Raum, ins Installative und Skulpturale aus. Das lässt scharfe Gattungsgrenzen ausfransen, schafft neue diskursive Ebenen und eröffnet dem Rezipienten – zumindest in dieser Ausstellung – Einblicke in äußerst unterschiedliche künstlerische Kosmen und formal-ästhetische und inhaltliche Ansätze. Christian Schwarzwald (*1971) etwa sprüht mit grüner Tusche verschlungene Linien, die an eine dschungelartige Vegetation denken lassen, direkt auf die Wände des 30 Meter langen Ganges im Kunsthaus. In den acht Nischen präsentiert er großformatige Kohlezeichnungen, deren Motive an Baumstämme erinnern. So wähnt man sich beim Abschreiten des Ganges wie in einer Allee. Christine Rusche (*1971) geht in der Hinsicht noch weiter. Sie nimmt mit ihren Wände füllenden Zeichnungen, die sie stets für den jeweiligen Ort entwickelt, eine Neukonstruktion des Raumes vor. Große schwarze, meist spitzkantige Flächen, werden von ihr so auf die Wände gebracht, dass sie die reale Räumlichkeit in ihrer Wahrnehmung verändern oder unterwandern. Demgegenüber erlangt Heidi Sill (*1963) mit ihren an sich ästhetischen Arbeiten eine durchaus körperlich-existenzielle Dimension, die mit dem Wissen um die verwendeten und im Zuge des künstlerischen Prozesses abstrahierten Vorlagen, wie etwa Fotos von Brandopfern oder echtem Haar, das Moment von Beunruhigung erzeugen. Anja Buchheister (*1978)verschränkt mit ihren Raum-Zeichnungen Zwei- und Dreidimensionalität, und sie spielt mit den Möglichkeiten, optische Täuschungen zu provozieren. Motoko Dobashi (*1976) wiederum verknüpft ebenfalls verschiedene zeichnerische Ebenen. Hierfür nutzt sie eine für die Installation im Kunsthaus geschaffene Tapete, deren Muster auf Origamifaltungen beruht. Die flächendeckende Anbringung weist Leerstellen auf, die Dobashi von Hand mit Motiven amorpher Wolkenformationen füllt. Die weiche Lineatur steht im Kontrast zu den geometrischen, auf Tapete gedruckten Formen. Wie alle anderen Arbeiten im Kunsthaus, beherrscht auch ihre Installation den Raum und führt dazu, dass der Betrachter immer mitten im Kunstwerk steht und daher unweigerlich in Bewegung versetzt wird. Um die Installationen zu erfassen, muss er sich immer wieder einen neuen Standort im Raum suchen.

Diese Ausstellung sollte man nicht verpassen. Und es ist zu hoffen, dass jene – eigentlich schon als Triennale der Zeichnung etablierte – Schau in drei Jahren fortgesetzt wird.

Eröffnung: Mittwoch, 5. Dezember 2018, 19 Uhr
6. Dezember 2018 bis 27. Januar 2019

KUNSTHAUS
Königstraße 93, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
www.kunstkulturquartier.de/kunsthaus
 




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#Ausstellung, #Kunst, #Kunsthaus, #Natalie de Ligt

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