#N2025: Die drei Säulen der Bewerbungsstrategie

MONTAG, 5. NOVEMBER 2018

#Kultur, #Kulturhauptstadt, #Kunst, #N2025, #Nürnberg, #Stadt Nürnberg

Das „Bewerbungsbüro Kulturhauptstadt Europas 2025“ hat im Oktober die drei Themen bekanntgegeben, mit denen Nürnberg ins Rennen um den Kulturhauptstadttitel geht. Dahinter steht eine Vision: Gemeinsam mit den Bürgern der Stadt und der Region soll nun eine neue Idee von der Stadt und Europa entwickelt werden. Einen Raum der Menschlichkeit und der Gemeinschaft, einen Raum des Experimentierens, ein Labor für die Kultur und die Künste.

„Die Bewerbung bietet die Chance, die Vielfalt von Kunst und Kultur in Nürnberg und der Region für Europa sichtbar zu machen und umgekehrt Kultur und Kunst aus ganz Europa einzuladen. Sie kann ein neues Gefühl des Zusammenhalts in der Stadtgesellschaft schaffen, das internationale Profil der Stadt stärken und die kulturelle Landschaft neu beleben. Dies soll Ideen generieren und Prozesse anstoßen, die in und für Europa nachhaltig positiv wirken. Auf der anderen Seite stehen die Herausforderungen, mit denen sich Nürnberg wie viele Städte in Europa konfrontiert sieht: Migration, Globalisierung, Digitalisierung, ökologische Veränderungen, Stadtentwicklung und europäischer Zusammenhalt. Und es gibt Herausforderungen, die speziell Nürnberg als wachsende Stadt mit knapper werdenden Flächen und einer zunehmend diverseren Stadtgesellschaft angehen muss.“  (Text: Stadt Nürnberg)

THEMA 1 | EMBRACING HUMANITY – MENSCHLICHKEIT ALS MASS
Nürnberg erinnert sich an seine nationalsozialistische Vergangenheit (Reichsparteitage der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei 1927, 1929, 1933 bis 1938; die „Nürnberger Gesetze“ von 1935) mit offenen Augen. Die aus dem historischen Erbe gewachsene Verantwortung verpflichtet die Stadt, Humanismus, Demokratie, Menschenrechte und Diversität mit Blick auf neue Maßstäbe weiterzuentwickeln. In diesem Prozess soll Nürnberg als europäische Stadt wegweisend sein – durch den Aufbau des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände, das Memorium Nürnberger Prozesse, den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis, die Straße der Menschenrechte, die Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien. Aber ganz klar müssen wir das selbst leben: Menschlichkeit muss zum Alltag gehören, Ausländer- und Fremdenfreundlichkeit muss eine Selbstverständlichkeit sein. Nürnberg ist extrem bunt – aber bunter und freundlicher geht immer. Gerne offiziell für alle. Gutes Thema!

THEMA 2 | EXPLORING REALITY – WELT ALS AUFGABE
Die Stadt Nürnberg erfreut sich seit vielen hundert Jahren ihrer VisionärInnen, ForscherInnen und KünstlerInnen: Martin Behaim bescherte uns den ältesten überlieferten Erdglobus, Dürer uns seine zwei 1515 veröffentlichten Sternkarten. Wir haben das älteste humanistische Gymnasium, die älteste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum und Mäusi Joppke erschuf das einzigartige Stadtkulturmagazin von Welt. Aber wie kann der Mensch im 21. Jahrhundert ein sinnerfülltes, produktives und gutes Leben leben? So: „Mit der transformatorischen Kraft seiner kulturellen DNA nutzt Nürnberg die neuen Chancen der Forschung und Digitalisierung und wird zum (ko-)kreativen Labor für Weltaneignung, Arbeit, Experiment, Spiel und Kunst.“ (Text: Stadt Nürnberg). Jawoll, in genau diesem (ko-)kreativen Labor können wir zuhause sein. Das klingt so erstmal maximal verschwurbelt, will aber heißen:  Wir stellen uns den Fragen der Herausforderungen der Digitalisierung in all seinen Facetten – vom Fachkräftemangel bis zur zukunftsgerichteten Bildung, von der Disruption bis zur Integration. Spielen, Lernen, Arbeiten – Arbeiten, Lernen, Spielen. Hinsehen, Perspektiven wechseln, nochmal hinsehen. Und dann: Machen! Wir sind dabei – wegsehen oder wegducken funktioniert sowieso nicht. „Die Welt als Aufgabe“ eben.

THEMA 3 | EVOLVING COMMUNITY – MITEINANDER ALS ZIEL
„Die Stadt ist Ort des Lebens, des Arbeitens und der Kommunikation, und sie soll sich zur offenen Stadt hin entwickeln, in der eine neue Diskurskultur ein tragfähiges gemeinschaftliches Zusammenleben entwickelt. Dabei gilt es vor allem die Diversität der Stadtgesellschaft  in den Blick zu nehmen und in der Aushandlung mit allen Teilen der Bevölkerung Konzepte zu entwickeln, die Antworten auf die drängenden Fragen zur Zukunft der Stadt geben.“ (Text: Stadt Nürnberg). So, wie die Kulturhauptstadt nur gelingen kann, wenn möglichst viele Menschen mitgestalten und -wirken, so erwartet und bearbeitet die Bewerbung auch Themen globaler Stadtentwicklung – das soll (auch) in engem Austausch mit ausgewählten Partnerstädten durchdrungen werden. Grenzen sollen sich sprachlich, ethnisch, ökologisch, sozial, städtebaulich auflösen. Das urbane Zusammenleben soll neu begriffen werden: friedlich, zukunftsorientiert, in aktivem Austausch, regional, europäisch, international. Als „transkultureller Wachstumsprozess“. Das klingt doch sehr gut – und blicken wir in die Südstadt und vor allem nach Gostenhof, dann sind wir dem Ganzen doch schon recht nahe. Hier passiert sehr viel aus der Bevölkerung heraus, aus der Kreativszene heraus, sowohl als Einzel- als auch Teamleistungen. Das ist dort fester Bestandteil des Lebens und gehört einfach dazu. Wie schön, mehr davon!

FAZIT: Egal, ob wir Kulturhauptstadt werden oder nicht, ob Ihr dafür seid oder nicht – die drei Themen sollte man sich verinnerlichen, dann wird unsere Stadt ein besserer Ort. Und davon haben wir alle was. Also: Die Themen auswendig lernen und die Stadt verändern!




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