Kunst betrachtet von Natalie de Ligt #38

DIENSTAG, 1. MAI 2018

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Natalie de Ligt sichtet, kommentiert und bewertet für curt und euch das aktuelle Kunstgeschehen.

Bis 13. Mai 2018
REINER BERGMANN: INWIEWEIT
Der Nürnberger Künstler Reiner Bergmann schuf neben seiner Kunst in den letzten Jahren vor allem Orte, an denen – ansatzweise wie in einer Kommune – unterschiedliche Leute und Künstler zusammenkamen, um aus diesen Orten eine spartenreiche Kunstplattform zu machen – bekannt als Borgo Ensemble. Nach dem Auszug aus dem letzten Domizil bleibt nun auch Zeit zurückzublicken. «Mit Fundstücken von verschiedenen Aufenthaltsorten wird eine Episode erzählt, in der Erinnerungsmomente und Gedächtnislücken anhand der gezeigten Requisiten fragmentarisch zum Vorschein kommen». Man könnte das vielleicht als eine Art persönliche Bestandsaufnahme mit künstlerischen Mitteln nennen.
 
KUNSTRAUM BISMARCKSTRAßE.
Bismarckstr. 24 HH, Erlangen
So 14-18 Uhr u.n.V.
kunstraum-bismarckstrasse.de


Bis 19. Mai 2018
KLAUS HAAS: QUANTENRAUSCH
Der Nürnberger Klaus Haas zeigt digitale Kunst, Fotografie, Skulpturen, Videoarbeiten und eine Rauminstallation, die er als «QuantenRausch Werke» bezeichnet und die aus seiner Arbeit im virtuellen Raum und aus seinen Spaziergängen in den erschaffenen Raumwelten entstanden sind (Klaus Haas).

KUNSTVEREIN KOHLENHOF
Grasersgasse 15/21, Nbg
Do-Sa 14-19 Uhr.
kunstvereinkohlenhof.de


Bis 19. Mai 2018
ALEX HANIMANN: IN OTHER WORDS
Grob gesagt sind es die fabelhafte Welt des Menschen und all die Dinge, die aus der Natur und der Kultur kommen, die den Schweizer Künstler Alex Hanimann interessieren und die er einer analytischen, wie experimentellen Betrachtung unterzieht.
Sein vielfältiges Schaffen umfasst beispielsweise einen großen Fundus an Fotoserien zu Architektur, Tieren, Landschaften oder Pflanzen. Sie zeigen immer auch die unendliche Vielfalt innerhalb einer Kategorie oder Spezies. Alles kann in Hanimanns Blick geraten und Teil seiner enzyklopädischen Sammlungen werden. Denn alles ist Teil dieser Welt, auch das scheinbar Nebensächliche und Banale. In seiner aktuellen Ausstellung ist u.a. die raumgreifende Stellwand-Installation «Bird Watching» mit Schwarzweiß-Fotografien verschiedener Vögel zu sehen.

GALERIE SIMA
Hochstr. 33, Nbg
Di/Mi 17-19 Uhr, Sa 11-14 Uhr u.n.V.
sima-projects.de


Bis 20. Mai
DAN REEDER: ANYTHING GOES
Der US-Franke Dan Reeder, der bestimmt schon 30 Jahre in Nürnberg lebt und hier als Künstler und Musiker arbeitet, darf zur diesjährigen Blauen Nacht am 5. Mai die Illumination der Kaiserburg übernehmen. Seine Projektionsgeschichte nennt er «Anything goes» und seine grafischen Entwürfe zur Illumination «Light that bitch up». Das Publikum darf sich darauf freuen – und manche fürchten es vielleicht auch – dass Reeders «Anything goes» nicht nur schön bunt, sondern auch hintersinnig und lustig wird. Im Glasbau sind derzeit Entwürfe für seine Projektion zu sehen, sowie eine Auswahl an bisherigen Arbeiten. (Interview hier auf der Website)

KÜNSTLERHAUS / Glasbau
Königstr. 93, Nbg
Eintritt frei
Di, Do-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunstkulturquartier.de/kuenstlerhaus


Bis 20. Mai 2018
MARCUS SCHWIER: DRAUßEN UND DRINNEN – STADTRAUMKÖRPER
Der Düsseldorfer Fotograf Marcus Schwier (*1964) hat im Vorfeld der Ausstellung die Stadt Fürth mehrfach besucht, um von ihrer Architektur und den Menschen ein fotografisches Tableau zu erarbeiten. Er hielt Straßen, Häuser und Plätze fest. Und er besuchte Bewohner der Stadt, die bereit waren sich in ihrer privaten Umgebung möglichst absichtslos fotografieren zu lassen.

KUNSTGALERIE FÜRTH
Königsplatz 1, Fürth
Mi-Sa 13-18 Uhr, So/Feiertage 11-17 Uhr
kunst-galerie-fuerth.de


Bis 20. Mai 2018
MARTIN FÜRBRINGER: THE BÖCKLIN FAKTOR
Eine gesonderte Besprechung findet sich hier auf der Website.

GALERIE BERNSTEINZIMMER
Großweidenmühlstr. 11, Nbg
Sa/So 15-19 Uhr
galerie-bernsteinzimmer.de


Bis 1. Juni 2018
HELMUT KIRSCH
Am Anfang von Helmut Kirschs Malerei steht zunächst ein philosophisch-analytisches Verständnis. Er bezeichnet dieses Grundgerüst als «Definitionen». Davon ausgehend lässt sich der Nürnberger Künstler, der gleichsam im Bereich von Musik und Video agiert, im weiteren Verlauf auf das Spielerische und Unkontrollierbare des malerischen Prozesses ein. Seine abstrakten Bilder könnte man als die Visualisierung einer möglichen Idee begreifen, wie Malerei konstituiert werden kann.

KUNSTVEREIN ZIRNDORF
Im Pinderpark 5, Zirndorf
Do/Fr 15-18 Uhr
kunstverein-zirndorf.de


Bis 24. Juni 2018
DIE STELLE DES SCHNITTS
Die Räumlichkeiten sind in vier Einzelräume aufgeteilt, in der jeweils ein Künstler eine Arbeit, oder besser, eine Installation zeigt: Bei Renée Green, Thuy-Han Nguyen-Chi, und Cosey Fanni Tutti sind es kombinierte Film-Ton-Arbeiten, bei James Richards bleibt es rein akustisch. Allen gemein ist, dass die Akustik, also die gewählte und erarbeitete Tonkulisse, konstituierender Bestandteil der Werke ist und entsprechende Wirkung bei der Rezeption erzielt. Etwa in der Art, dass Geräusche aus einem Kopfhörer so wahrgenommen werden, als kämen sie aus einem Raum oder Umfeld in dessen Zentrum man sich selbst befindet, so in den Arbeiten «Linger on your pale blue eyes» (2016) von Thuy-Han Nguyen-Chi oder «Crumb Mahagony» (2016) von James Richards. Das Akustische wird so eingesetzt, dass es einen eigenen Raum in die Wahrnehmung des Besuchers pflanzt und in gewisser Weise eine parallele Realität erzeugt. Zur Blauen Nacht gibt es eine Performance mit der Klasse für Dynamische Akustische Forschung der Kunstakademie Nürnberg
(5. Mai, ab 19 Uhr). Am 24. Mai, 19 Uhr, wird ein von Thuy-Han Nguyen-Chi organisiertes Filmprogramm gezeigt, ca. 90 Minuten.

KUNSTVEREIN NÜRNBERG
Albrecht Dürer Gesellschaft
Kressengartenstr. 2, Nbg
Di-Fr 14-18 Uhr, Sa/So 13-18 Uhr u.n.V.
kunstvereinnuernberg.de


Bis 1. Juli 2018
JOHANNES FELDER: DÜSE
Die Porträts und Landschaften des Nürnberger Künstlers Johannes Felder sind derart abstrahiert, dass kaum zu sagen ist, ob die Malerei im Figurativen aufgeht oder das Figurative in der Malerei. In der Ankündigung heißt es treffend: «Zu zeigen, wie es wirklich ist, geht nur in der Abstraktion und so zeigt Felder Landschaften und Porträts, wie sie vielsagender und zugleich eindeutiger nicht sein könnten (...) Felder beginnt seine Bilder verschwenderisch, steigert sich zu pastöser Haptik, um sich später einer Subtilität zu bedienen, die mal zärtlich, mal verschmitzt in ihren Bann zieht».
 
BÜHLERS
Königswarterstr. 22, Fürth
Mi-Fr 11-15 Uhr u.n.V. (Feiertage geschlossen, Schulferien auf Anfrage)
buehlers-fuerth.de


Bis 13. Juli 2018
SVETLANA BIRYUKOVA
Die Fotokünstlerin Svetlana Biryukova (*1983, Moskau) zeigt in der Ausstellung ihre Serien «17 Sommer», «greysale» und «wandelstern». Im weitesten Sinne vereint sie ein  nachdenklich-poetischer Blick auf Orte, Menschen und Dinge, die die Künstlerin umgeben.

GROSSKIND FOTOKUNST-GALERIE
Kreilingstr. 53, Nbg
Mo-Mi 16-19 Uhr
grosskind.de


Eröffnung: Mittwoch, 2. Mai, ab 19.30 Uhr
3. Mai bis 17. Juni 2018
GEORGIE NETTELL: DEEPLY SUB­JECTIVE AND INTENSELY PERSONAL
Die britische Künstlerin Georgie Nettell «setzt sich mit unterschiedlichen Medien mit zeitgenössischen gesellschaftspolitischen Inanspruchnahmen von Kunst und Kultur und den sich daraus ergebenden Problemlagen auseinander», so lautet die Ankündigung im Programmheft zur Blauen Nacht. Zu diesem Stadtevent am 5. Mai ist die Ausstellung von 19 bis 24 Uhr geöffnet. Bereits am 3. Mai, 19 Uhr hält die Künstlerin einen Werkvortrag in der Nürnberger Kunstakademie (Bingstr. 60, Nbg).

KUNSTBUNKER – Forum für zeitgenössische Kunst
Bauhof 9, Nbg
Do-Sa 16-20, So 14-18 Uhr u.n.V.
kunstbunker-nuernberg.org


Samstag, 5. Mai 2018, ab 19 Uhr
DIE BLAUE NACHT: HORIZONTE
Die Blaue Nacht wird mittlerweile beworben, wie man das von Volumenshampoos kennt. Es wird – dort beim Haar und hier bei der Kunst und Kultur – das Blaue vom Himmel herunter gelogen. Dass man in der Blauen Nacht in Nürnberg 100 % Kunst und Kultur geboten bekommt, ist so fraglich wie eine aufgeplusterte Frisur nach dem Waschen mit besagtem Spezialshampoo. Die gute Nachricht hierbei ist: Es wird wie immer viiiiel geboten mit unzähligen Kurzführungen, Sonderaktionen und Veranstaltungen wie Weinproben, Schönschreib- und Tellerjonglier-Workshops, interaktive «Chillout-Zonen mit interkulturellem Urlaubs-Feeling», Mitmach-Musikinszenierungen, Märchentouren, Eintages-Installationen usw. Die Besucher werden wie jedes Jahr, um im Wort zu bleiben, ihr blaues Wunder erleben und zwar in Form von Leuchtbändern und anderen Lichtern, die sich auf ihre Netzhäute einbrennen. Wenn unter diesen Umständen in dem empfindsamen Organ noch ein bisschen Kunst abgebildet wird und sogar noch Kraft und Lust für eine kognitive Verarbeitung des Gesehenen bleibt, dann sollten bei der betreffenden Person alle Alarmglocken angehen. Dann weiß sie, dass sie hier vielleicht am richtigen Ort ist, aber zur falschen Zeit. Dann hat sie gelernt, wo so dick Kunst und Kultur draufsteht, bekommt man eher Masse statt Klasse. Daher schlagen auch die Veranstalter am Ende des 115 Seiten starken Programmhefts, sich der Last der Fülle beugend, sechs Touren gegen die «Qual der Wahl» vor. Allen Interessenten der Blauen Nacht sei das Vorabstudium des bunten Folianten ans Herz gelegt. Immerhin wird darin brav gegendert, genau 68 mal. Der Begriff «Horizont», zugleich Motto der Blauen Nacht, kommt übrigens 183 mal vor. Wenn dieses Event eine Art konzentrierter Prototyp für das ist, was der Verwaltung 2025 als Kulturhauptstadtjahr vorschwebt, müsste sie praktischerweise an dem bisherigen Werbeauftritt und -sprech nichts ändern. Alle Infos und das Programmheft als PDF finden sich auf der Website blauenacht.nuernberg.de.


Eröffnung: Samstag, 5. Mai, 19 Uhr
9. Mai bis 16. Juni 2018
MICHAEL SCHRATTENTHALER: VON ZEIT ZU ZEIT
Wie funktioniert Erinnerung in Form eines Bildes? Wie kann eine lang zurückliegende, persönliche Erinnerung, die, wenn man sie in ein Bild fasst, etwas transportieren, das über das Persönliche hinausgeht und das Allgemeine und sogar das Kollektive zum Vorschein bringt? Michael Schrattenthaler (*1971, Kufstein/Tirol) gelingt das mit seiner Arbeit «Jugendzimmer» (2001/2018, Maße: 530 x 240 x 230 cm), einem abstrahierten Nachbau seines Jungendzimmers im Maßstab 1:1. Man kann von zwei Seiten hineinschauen, von der Tür und der kleinen Fensteröffnung. Schrattenthaler hat das Zimmer von allem Persönlichen und Individuellen befreit und es durch die abgerundeten Kanten und die weiße Farbe in eine Form gebracht, die einerseits das allgemein Erkennbare hervorkehrt und anderseits bildhauerisch gedacht ist. Der Raum wird zum Prototyp eines Ortes oder einer Behausung, die sich zugleich als Projektionsfläche erweist. In der Ausstellung zeigt der in München lebende Künstler auch Arbeiten seiner neuen Serie «Exit», die auf seinen täglich zurückgelegten Wegen beim Arbeiten im Atelier basiert.

OECHSNER GALERIE
im Atelier- und Galeriehaus Defet
Gustav-Adolf-Str. 33, Nbg
Mi-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr u.n.V.
oechsner-galerie.de


Eröffnung: Mittwoch, 9. Mai, 20 Uhr
10. bis 13. Mai 2018
HARTBREAKER: DIE KLASSE PROF. THOMAS HARTMANN
Im Mittelpunkt der dreitägigen Ausstellung steht der Eröffnungsabend und mit ihm die Verabschiedung der Malereiklasse von ihrem Professor Thomas Hartmann. Alles und alle kommen zum Abschluss zusammen, wie es in der Ankündigung heißt: Sechsundzwanzig Semester und neunundachtzig Studierende, drei Kataloge und siebenundzwanzig Meisterschüler.
Danach, am 30. Mai, 19 Uhr, eröffnet die Ausstellung «Zweite Haut» mit Eva Nüßlein, Leonora Prugger, Gloria Sogl und Lisa Wenk aus der Klasse von Professorin Susanne Kühn. Die Künstlerinnen wollen «einen Ort entstehen lassen, der die Komplexität und die Verhältnisse zwischen dem eigenen Körper und dem Lebensraum widerspiegelt, ausgelöst von einem selbstentwickelten Kanon. (...) Prunkvolle Stoffe als maßgebliches Baumaterial der Höhle werden zum haptisch erfahrbaren Träger von Bild und Form; gleich einer empfindsamen zweiten Haut».

AKADEMIE GALERIE NÜRNBERG / Auf AEG
Muggenhofer Str. 135/Halle 13, Nbg
Mi-So 14-19 Uhr
adbk-nuernberg.de


Eröffnung: Mittwoch, 16. Mai, 20 Uhr
17. Mai bis 1. Juli 2018
JAN BRÄUMER / SEBASTIAN TRÖGER: VON VIELEN MÖGLICHKEITEN WEIß DER DINOSAURIER NICHTS
Die Nürnberger Künstler Jan Bräumer (*1970, Darmstadt) und Sebastian Tröger (*1986, Erlangen) zeigen in der Ausstellung Zeichnungen, Gemälde und Installationen. In ihren Arbeiten, oder besser künstlerischen Ansätzen, gibt es einige Berührungspunkte. Ihre Bilder sind von einem lockeren, beherzten Strich geprägt. Und beide nutzen den Humor als stilistisches und Inhalt transportierendes Element, um die Welt, das Leben und die Kunst in Bilder zu packen, die stets Zeugnis des Ernsthaften sind und zugleich das Absurde im Ernst an die Oberfläche bringen.

KUNSTHAUS
Königstraße 93, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunstkulturquartier.de/kunsthaus


Eröffnung: Freitag, 18. Mai, 19 Uhr
23. Mai bis 12. Juli 2018
ANNA-LUISE OECHSLER: DIE FARBE HAT MICH

BBK NÜRNBERG
Galerie Hirtengasse
Hirtengasse 3, Nbg
Mi/Do 13-18 Uhr
bbk-nuernberg.de

 




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