Kunst betrachtet von Natalie de Ligt #35

DONNERSTAG, 1. FEBRUAR 2018

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Natalie de Ligt sichtet, kommentiert und bewertet für curt und euch das aktuelle Kunstgeschehen.

 

Bis 11. Februar 2018
DON‘T YOU BLAME ANYONE (FUTURE COMES QUICKLY)
Die Gruppenausstellung mit rund 15 Studierenden der Kunstakademie basiert auf dem Seminar «New Visual Economies Vol II: Exhibitions and Ideologies». Gehalten wird es von der Kuratorin, Autorin und Kunsttheoretikerin Övül Ö. Durmusoglu, die zur Zeit als Gastprofessorin an der Akademie lehrt. In der Ankündigung heißt es: «The 'New Visual Economies'-seminar taught by Prof. Övül Ö. Durmusoglu researched the place of exhibition ideologies within our new visual economy. For Don’t You Blame Anyone (Future Comes Quickly) the participants will exercise further on the ways to question the meanings of the present future and its every day constituencies in the form of a group exhibition.»

AKADEMIE GALERIE NÜRNBERG/ AUF AEG
Muggenhofer Str. 135/Halle 13, Nbg
Mi-So 14-19 Uhr
adbk-nuernberg.de


Bis 18. Februar 2018
20 JAHRE BERNSTEINZIMMER ...
... UND KEIN ENDE IST ABZUSEHEN.

«Ich kenne das Bernsteinzimmer und seine Leute seit rund 15 Jahren. Nach fünf Jahren, also um die Zeit ihres zehnjährigen Jubiläums, begann ich mich zu fragen, ob da alles mit rechten Dingen zugeht. Sie kombinieren eine Art Überengagement mit gepflegtem Understatement. Sie beherrschen das Antäuschen von Professionalität und zugleich ihre Generierung, und das bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung improvisatorischer Momente. Mit den wenigen Mitteln, die sie zur Verfügung haben, zaubern sie Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Schnittchen und Bierfassanstiche, die Blick, Geist und Körper stärken und erfreuen. Sie neigen dazu, praktisch keinen Anspruch zu formulieren und diesen aber bei weitem und mit einer Ausdauer zu übertreffen, dass abermals die Frage gestellt werden muss: Wie kann das gehen?»
Diesem Grußwort, das sich in dem wunderbaren, reich bebilderten Jubiläumskatalog befindet und das neben den Grußwörtern von Frau Lehner und Herrn Maly qualitativ hervorsticht, kann ich nichts mehr hinzufügen, denn es stammt von mir. Anzumerken wäre nur noch, dass die Ausstellung mit Werken bzw. Sammlungsgaben der Bernsteinzimmer-Leute Brigitta Haupt, Anders Möhl, Birgit Nadrau, Detlef Paulig, Helga von Rauffer und Fredder Wanoth einen schönen Überblick über das Treiben der letzten zwei Dekaden gibt und zusätzlich die KünstlerIn hinter den Betreibern hervortreten lässt. Das ist alles ganz unprätentiös und mit Blick vor allem auf die gestrickte Mohair-Unterwäsche von Brigitta Haupt auch sehr bezaubernd.
 
GALERIE BERNSTEINZIMMER
Großweidenmühlstraße 11, Nbg
Sa/So 15-19 Uhr
galerie-bernsteinzimmer.de


Bis 25. Februar 2018
ON WITH THE SHOW – 50 JAHRE KUNSTHALLE NÜRNBERG
Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens blickt die Kunsthalle Nürnberg auf ihr Ausstellungsprogramm seit den Anfängen zurück. Gleich einer Zeitreise versammelte Kunsthallen-Kuratorin Harriet Zilch hierfür zahlreiche Werke und Werkgruppen von 29 KünstlerInnen verschiedener Generation, die von damals bis heute exemplarisch für die Programmatik des Hauses stehen. Im Showroom der Kunsthalle ist das Institut für moderne Kunst zu Gast, das ebenfalls sein 50-jähriges Bestehen feiert. Der Hamburger Künstler Felix Thiele (*1981) zeigt seine Rauminstallation «No Tomorrowland», in der er das aberwitzig gigantische EDM-Festival «Tomorrowland» aufgreift, das jährlich im belgischen Boom stattfindet.
Ein Besuch der Kunsthalle ist auch deshalb empfehlenswert, weil sie nach dem 25. Februar wegen umfangreicher Umbauarbeiten schließt und erst wieder im Frühjahr 2019 öffnet.

KUNSTHALLE NÜRNBERG
Lorenzer Str. 32, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunsthalle.nuernberg.de


Bis 3. März 2018
NOVEMBER
Der Galerist Frantisek Sima hat für diese Ausstellung vier recht unterschiedliche Positionen versammelt, die sich bei ungeschickter Hängung unangenehm ins Gehege kommen könnten. Doch die Bilder von Christina Chirulescu, Johannes Felder und Johannes Kersting sowie die Fotografien von Magdalena Abele sind mit einer Selbstverständlichkeit in Dialog gesetzt, die offenbart, dass hier weder das Nebeneinander der divergierenden bildnerischen Ansätze gescheut wird, noch dass dem Betrachter ein ohnehin nicht vorhandener roter Faden aufgedrängt werden soll. Die Ausstellungsidee mit Hang zum Experiment ist auch insofern gelungen, da sie den Besuchern ausreichend Raum für die Betrachtung der einzelnen Positionen ermöglicht.

GALERIE SIMA
Hochstraße 33, Nbg
Di/Mi 17-19 Uhr, Sa 11-14 Uhr u.n.V.
sima-projects.de


Bis 4. März 2018
KARINA KUEFFNER: HANG OVER
Karina Kueffner (*1981) ist keine Malerin im klassischen Sinn. Gleichwohl dreht sich in ihren Arbeiten alles um die unkaputtbare Dame Malerei und zugleich um das, was sie begrenzt, nämlich die auf den Keilrahmen aufgespannte Leinwand. Die Nürnberger Künstlerin füllt keine weißen Flächen mit einem Bilderkosmos, sie schafft eine Bildwelt, in der Leinwand und Keilrahmen selbst zu eigenständigen, bildnerischen Elementen werden. Beiden gestattet Kueffner ein Eigenleben, in dem sie sowohl Leinwand als auch Keilrahmen aus dem traditionellen Tafelbildformat herausführt. Hierbei entstehen Arbeiten, die nicht eindeutig auf Malerei oder Objekt festzulegen sind, sondern ein Sowohl-als-auch betonen.

GALERIEHAUS NORD
Wurzelbauerstr. 29, Nbg
Di/Mi 11-16 Uhr, Do/Fr 11-13 Uhr, So 11-16 Uhr.
galeriehaus-nuernberg-nord.de


Bis 5. März 2018
NINA WEBER: DIE ARCHIABELLA
Nina Weber (*1983) arbeitet meist mit Buntstiften und in einem Blattformat von 30 x 40 cm. In dieser Fläche legt sie in unzähligen Varianten kammerartige Räume an, oftmals ziegel- oder holzverschalt. Die Figuren, die sie in diese hermetische Welt einfügt, agieren wie Träger unterschiedlicher Stimmungen und Zustände. So erweisen sich Nina Webers zwischen Wirklichkeit und Fiktion angesiedelte Raumsituationen als denkbarer, überschaubarer Lebensraum, und sie werden gleichsam zum Guckkasten von Ängsten, Lüsten und Sehnsüchten. Nina Weber besucht die Tagesstätte für Menschen mit Autismus. Seit 2015 arbeitet sie zu dem regelmäßig im Kunstraum der WerkStadt.

AUSSTELLUNGSRAUM DER WERKSTADT LEBENSHILFE NÜRNBERG
Forum Stein. Forum 1, Stein
Mo-Sa 10-20 Uhr
lhnbg.de


Bis 15. April 2018
GIORGIO HUPFER: DU SOLLST DIR KEIN BILD MACHEN
Die Kunstvilla zeigt eine umfangreiche Übersichtsausstellung mit Werken des Nürnberger Künstlers Giorgio Hupfer (1958-2012) anlässlich seines 5. Todestages.
 
KUNSTVILLA
Blumenstraße 17, Nbg
Di, Do-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunstvilla.org


Bis auf Weiteres
FIFTEEN
Mit den Jubiläen in Nürnberg geht es so weiter, wie es im letzten Jahr aufhörte. Nach Kunsthalle, Institut, Kreis und Bernsteinzimmer feiert heuer Laurentiu Feller sein 15-jähriges Bestehen. Kurzfristig hat er aus diesem Anlass einen Mix aus Arbeiten von KünstlerInnen zusammengestellt, die seit der Eröffnung in der Galerie präsentiert wurden. Die Ausstellung mit Malerei, Grafik, Objekten und Fotografie ist als flexible Dauerausstellung konzipiert, die der Galerist im Jahreslauf immer wieder verändern will.
 
RAUM FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST. LAURENTIU FELLER
Knauerstr. 3, Nbg
Do/Fr 14-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr
rfzk-feller.de


Eröffnung: Freitag, 9. Februar, 19 Uhr
9. Februar bis 25. März 2018
DRIFTENDE BAUTEN
In der Kunstgalerie stehen in diesem Jahr die Ausstellungen unter dem Motto Architektur/Urbanität. Los geht es mit sieben Künstlern, die sich in unterschiedlichen Medien, von der Fotografie bis hin zu wuchernden Installationen, ihr Bild von möglicher und unmöglicher Architektur machen und dementsprechend Arbeiten entwerfen, in denen die Auseinandersetzung mit architektonischen und städtebaulichen Utopien sowie Dystopien zum Tragen kommt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Die Beteiligten sind: Roland Boden, Filipe Dujardin, Godsdogs, Joachim Manz, Philipp Schaerer, Thomas Virnich und Fredder Wanoth.
 
KUNSTGALERIE FÜRTH
Königsplatz 1, Fürth
Mi-Sa 13-18 Uhr, So/Feiertage 11-17 Uhr
kunst-galerie-fuerth.de


Eröffnung: Mittwoch, 14. Februar, 19 Uhr
14. bis 18. Februar 2018
DISAPPEAR
Das Team vom Edel Extra hat wieder viele Ausstellungen und Veranstaltungen in Planung. Alles steht zurecht unter dem Motto OMG2 (Oh my god hoch zwei).
Das Erfolgsformat ROY mit «Literarisches bei Schnaps» kehrt zurück und wird erweitert durch die von Lara Sielmann kuratierte Vortragsreihe «Greatest»:
1. Februar: Autor und Musiker Marius Geitz liest aus seinem Roman «Alles gehört uns» (ROY)
8. Februar: Jan Fischer & Martin Spieß (legendäres Musik-Literatur-Duo) machen Text und Musik (ROY)
15. Februar: Eröffnungsvortrag zu «Greatest» von Clara Ehrenwerth (Theater- und Literaturallesmacherin)
22. Februar: Robert Wenrich gibt interessante Einblicke in ein Thema, das noch nicht feststeht (Greatest)
Los geht es immer um 20 Uhr!

In der von S. Körner-Weidinger kuratierten Gruppenschau «disappear» sind bis zum 18. Februar Arbeiten von Simone Karl, Mina Reischer und Alexandre Karaivanov zu sehen. Und am Mittwoch, 28. Februar, 19 Uhr, eröffnet schon die nächste Ausstellung mit Menschen ohne Nachnamen, wie es scheint. Dabei sind Soyoon, Ali, Mario, Erik und Jungmin. Sie zeigen bis zum 4. März Malerei und Digitales rund um Leonardo DaVincis Küche, Montessori-Antispielzeug und Alchemie.

EDEL EXTRA - VEREIN ZUR FÖRDERUNG ÄSTHETISCHER PROZESSE
Müllnerstr. 22, Nbg
Während der Ausstellung täglich 17-20 Uhr
edelextra.biz


50 JAHRE INSTITUT FÜR MODERNE KUNST NÜRNBERG
Anders als die Kunsthalle, die anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums das Publikum auf eine Zeitreise mit nimmt, die in der Gegenwart endet, lässt das Institut für moderne Kunst zum selben Anlass die Vergangenheit hinter sich, fokussiert stattdessen das Momentane und prognostiziert dies als mögliche «Zukünfte der Kunst», so das Motto des Instituts zu seinem 50. Geburtstag. Das ist zwar von jeher der selbstgestellte Auftrag, dennoch geht mit dem Jubiläum ein programmatischer Umbau des Instituts einher, der seit geraumer Zeit zu beobachten ist und der mit den derzeit vier parallelen Ausstellungsprojekten volle Fahrt aufgenommen hat. Die meisten der gezeigten Positionen spiegeln gleichsam den sich schon länger wandelnden Kunstbegriff wider, bei dem das Werk seine Bedeutung vor allem aus seinen Referenzen und dem Kontext, in den es gesetzt ist, erlangt. Damit einher geht eine Emanzipation des Werks vom Zwang zur formal-inhaltlichen und sogar konzeptuellen Stichhaltigkeit und Glaubwürdigkeit. Felix Thieles Installation «No Tomorrowland» (siehe Hinweis Kunsthalle – Projektraum) ist für diese Erweiterung des Werkbegriffs beispielhaft. Der Rezipient macht hier weniger eine Erfahrung mit Kunst, sondern mit dem Thema, genauer mit dem Phänomen des Musik-Festivals «Tomorrowland», das Ausgangspunkt für die Installation war. Entsprechend wird auch im Ausstellungstext ausschließlich das Phänomen erörtert, in einem Stil, der zum Ende popliterarisch wird, so dass der Text seinerseits völlig unabhängig von Thieles Installation funktioniert. Nicht nur an dieser Stelle generiert das Institut selbst einen eigenen Diskurs, bei dem es auch darum geht, Kunst und Literatur stärker zu verschränken. Der Kunstblog Lücke (luecke-blog.org) legt davon Zeugnis ab und ebenso das Publikationsformat, bei dem jeweils eine künstlerische und eine literarische Position in Dialog treten. Ab Ende Februar hat das Publikum reichlich Gelegenheit, das Institut für moderne Kunst neu zu entdecken.

Die vier Ausstellungen im Rahmen "50 Jahre Institut für Moderne Kunst Nürnberg":
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1/ Bis 25. Februar 2018
FELIX THIEL:  NO TOMORROWLAND
Das Institut zu Gast im Projektraum der Kunsthalle Nürnberg.
KUNSTHALLE NÜRNBERG
Lorenzer Straße 32, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
kunsthalle.nuernberg.de

2/ Eröffnung: Donnerstag, 22. Februar, 20 Uhr
23. Februar bis 6. Mai 2018
SEBASTIAN STEIN, STEPHAN JANITZKY: REALEASE
INSTITUT FÜR MODERNE KUNST NÜRNBERG – LOUNGE IM ZUMIKON
Großweidenmühlstr. 21, Nbg
Mi-So 10-18 Uhr
moderne-kunst.org

3/ Eröffnung: Freitag, 23. Februar, 19 Uhr
24. Februar bis 25. März 2018
DER MENSCH IN DER REVOLTE
Das Institut zu Gast im Neuen Museum. Gezeigt werden Arbeiten von Jonas Roßmeisl, Aleen Solari, Andrzej Steinbach, Felix Thiele und Steffen Zillig.
NEUES MUSEUM NÜRNBERG, Unteres Foyer
Klarissenplatz, Nbg
Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr
nmn.de

4/ Eröffnung: Samstag, 24. Februar, 19 Uhr
28. Februar bis 5. Mai 2018
PHILIPP HÖNING, FLORIAN KUHLMANN, TIMOTHY SHEARER: HIGH RES LOW BROW
INSTITUT FÜR MODERNDE KUNST NÜRNBERG
im Atelier- und Galeriehaus Defet
Gustav-Adolf-Str. 33, Nbg
Mi-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr u.n.V.
moderne-kunst.org
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Eröffnung: Samstag, 24. Februar, 19 Uhr
28. Februar bis 14. April 2018
VERENA ISSEL: BILDER UND RÄUME
Das Interesse der Künstlerin Verena Issel (*1982), die in Hamburg u. a. bei Pia Stadtbäumer und Franz Erhard Walther studierte, gilt der Malerei. Gleichwohl nimmt die Künstlerin sie zum Ausgangspunkt, um ihre traditionellen Grenzen auszudehnen. In Issels Kunst wird der Ausstellungsraum selbst zum Bildraum, in dem sie ihn als Schnittmenge von Malerei, Skulptur und Installation denkt und durchspielt.
Für ihre Ausstellung in der Galerie entwickelt Verena Issel ein auf die Räume speziell zugeschnittenes Konzept.

OECHSNER GALERIE
im Atelier- und Galeriehaus Defet
Gustav-Adolf-Str. 33, Nbg
Mi-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr u.n.V.
oechsner-galerie.de


 




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