Im Gespräch: Frieder Nagel

MONTAG, 18. DEZEMBER 2017

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Für Kritiker ist Frieder Nagel einer der interessantesten Künstler der zeitgenössischen Musik, der perfekte Mann also für die musikalische Reihe „Cluster“ am Freitag, 22.12., im Nürnberger Künstlerhaus, die klassische Instrumente in den zeitgenössischen Pop-Kontext setzt. Im Vorfeld des Konzerts beantwortete uns der Grenzgänger zwischen klassischer und elektronischer Musik ein paar Fragen ...

curt: Beschreibe deine Musik in einem Satz:
FRIEDER NAGEL: ...puuhh, ich glaub das können Andere besser!

curt: Welchen Moment in deinem musikalischen Leben hast du am intensivsten erfahren?
FRIEDER NAGEL: Das war ganz klar letztes Jahr kurz vor der Uraufführung meiner ersten Symphonie durch das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. Der Moment, als das Orchester sich gesetzt hatte - alles wurde plötzlich mucksmäuschenstill. Es lag eine unfassbare Spannung in der Luft, das Publikum - von Anfang an hoch konzentriert. Es war eine einmalige Erfahrung, diese Stille zusammen mit über fünzig anderen Musikern auf der Bühne mit Klang zu füllen.

curt: Worin liegt für dich der Reiz in dem Genre Neo-Klassik?
FRIEDER NAGEL: Das große Versprechen der Neo-Klassik war, die Klassik zu erneuern. Wieder stille, magische Momente zu ermöglichen - fernab von jeglichem Wettbewerbsdenken nach dem Motto: "Wer spielt schneller und besser als alle anderen?"... .
Die Gefahr liegt jetzt darin, dass es sich alle in der gefühlsbetonten Blase zu bequem machen. Ich denke, der größte Reiz wird sein, endlich die Brücke zwischen traditioneller Kammermusik und aktueller Clubmusik zu schlagen.

curt: In deiner Wahlheimat Berlin hat sich die Musikrichtung schon etabliert. Wie schätzt du die Bewegung in deiner Heimatregion Franken und insbesondere in Nürnberg ein?
FRIEDER NAGEL: Ich denke da geht einiges - langsam aber sicher wächst ein treues Publikum heran. Es gibt ja schon länger vereinzelte Konzerte in unterschiedlichen Locations oder beispielsweise die Konzertreihe “Across” im neuen Museum. “Cluster” schließt hier eine wichtige Lücke und bringt das ganze selbstbewusst nach vorne. In Berlin wurde die Szene ja vorallem auch durch den Support der Clubszene groß - in Nürnberg gibt es eine breitgefächerte elektronische Musikszene - warum nicht mal ein Clusterkonzert im Technoclub?

curt: Du hast sowohl Ambient für zum Beispiel das Pariser Label Infiné produziert, Clubtracks gemacht wie der Remix für La Boum Fatale und immer wieder schreibst du Stücke, die eher der zeitgenössischen Klassik zuzuschreiben sind. Aber in welcher deiner Musik steckt eigentlich am meisten "Frieder"?
FRIEDER NAGEL: Immer in der Musik, die ich gerade im Moment mache!
In letzter Zeit fühle ich mich aber tatsächlich immer wohler in der elektronischen Musik - ich arbeite gerade an einem solo Liveset mit komplett neuen Stücken - ein paar davon hab ich am 22. Dezember in Nürnberg als Überraschung mit dabei!

friedernagel.com
 
Mehr zum Konzert und eine Ticketverlosung findet Ihr HIER.
 

CLUSTER FT. FRIEDER NAGEL
Freitag, 22.12.2017 // 20:30h

KüNSTLERHAUS IM KUKUQ
Königstraße 93
90402 Nürnberg
Tel.: 0911 23114000
kunstkulturquartier.de
musikverein-concerts.de




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