#NUE2025 auf dem Weg zur Kulturhauptstadt #6

FREITAG, 27. OKTOBER 2017

##NUE2025, #Kolumne, #Kultur, #Kulturhauptstadt

Ein studentisches Absschlussprojekt im Zuge der Bewerbung Nürnbergs als Kulturhauptstadt Europas 2025. Denn wenn Nürnberg Kulturhauptstadt wird, dann nicht nur, da Nürnberg ein Baustein Europas ist, sondern auch, da Europa ein bedeutender Teilaspekt der hiesigen Stadtlandschaft ist. Ein Text und Aufruf von Simon Horn.

DIE EUROPÄISCHE IDENTITÄT NÜRNBERGS

Europa hat längst (versteckte) Spuren hinterlassen, Spuren auf den Straßen und in Gebäuden, Spuren in der Erinnerung und in den Gedanken, Spuren im Blick auf Dinge und Spuren in den Köpfen. Die Begegnung mit Europa ist alltäglich, auf Straßen, an Orten und hinter Nürnberger Türen. Es gilt, auch im Zuge der Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt, Europa als Teil Nürnbergs sichtbar und greifbar zu machen. Europa, das ist zunächst eine Idee, die Vision eines fruchtbaren Miteinanders der europäischen Nationalstaaten. Die Idee Europa ist nicht der instabile Zustand einer Krise, sondern der stabile Zustand einer Chance. Es ist die Auseinandersetzung mit dem Gedanken des Nationalen, das möglicherweise keine alleinstehende Zukunft hat. Europa sind auch die Lehren aus der Vergangenheit, die von Bomben gerissenen Leerstellen und das kollektive Gedächtnis aus Schuld, Vergebung und Neubeginn. Nürnberg hat eine europäische Identität. Um diese europäische Identität Nürnbergs fassen zu können, scheinen mir besonders Orte der Kultur, Orte großer zivilisatorischer Ereignisse und politischerErfahrungen, die eine Festigung der Demokratie nach sich zogen oder mit sich bringen, wichtig.

Eine demokratische Politik ist ein zentraler Bestandteil des Selbstverständnisses der EU. Demokratie bedeutet auch Aneignung und Übertragung von Verantwortung an die Bevölkerung. Demokratie kann gewachsene Hierarchien aufweichen und jeder Stimme einen Wert zu geben. Auch darin liegt mein Anliegen: Formen, Wege und Anhaltspunkte für direkte Verbindungen zwischen Nürnberg und Europa zu finden und zu zeigen. Solche Verbindungen entstehen im privaten, im sozialen, im wirtschaftlichen und vor allem im kulturellen Umfeld. Ich möchte im Zuge meiner Bachelorarbeit, die auf den Gebieten der Fotografie, dem Grafik-Design und der Illustration den Abschluss meines Kommunikationsdesign-Studiums markiert, Metaphern, Analogien und Interventionen solcher Verbindungen dokumentieren. Diese Verbindungen können emotional-kulturellen Ursprungs sein oder eine organisatorische Funktion im Zuge einer globalisierten Gesellschaft einnehmen. Dabei scheint mir die Methode der Phänomenologie besonders zielführend, um den Eindruck eines europäischen Mythos, in dem einerseits Europa als namengebende Tochter des Königs Agenor von Zeus in Gestalt eines Stiers nach Kreta gebracht wurde, und andererseits als ein mediales Ereignis und Bürokratie-Ungetüm wahrgenommen wird, zu konkretisieren und in eine veränderte visuelle Wahrnehmung zu bringen. Das Phänomen liegt näher als man denkt, es besteht aus Raum, Fluktuation und Begegnung.

Die Institution EU ist eng verbunden mit der Freizügigkeit, dem Recht der freien Wahl von Wohn- und Aufenthaltsort. Gibt es diese Freiheit wirklich? Was bewegt Menschen in der EU dazu, von dieser Freiheit Gebrauch zu machen? Ich möchte in meiner Bachelor-Arbeit Menschen begegnen, die aus den verschiedenen Ländern der EU stammen und in Nürnberg eine neue Heimat gefunden haben.

Daraus ergibt sich ein Aufruf zur Teilhabe und Unterstützung: Kommen Sie aus dem europäischen Ausland und leben jetzt dauerhaft in Nürnberg? Kennen Sie jemanden, auf den das zutrifft? Die Einschränkungen sind zunächst sekundär, eine erste Kontaktaufnahme wird zeigen, ob Sie und mein Projekt zusammenfinden können. Vom Autohändler aus Italien bis zum Bankdirektor aus Griechenland darf sich zunächst jeder angesprochen fühlen. Jeder, der mir dabei aktiv als Protagonist oder passiv durch Vor- und Ratschläge behilflich sein kann, ist hiermit dazu aufgerufen. [E-Mail an Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst ]

Als Ziel habe ich mir gesetzt, den europäischen Gestus der Stadt Nürnberg auf ästhetisch-gestalterisch ansprechende Weise primär in Form eines Buches wiederzugeben. Formal möchte ich dabei inhaltliche Aspekte ähnlich schwer gewichten wie meinen fotografisch-dokumentarischen Ansatz und die grafische Sprache bei der abschließenden Ausformulierung als Buch. Auf dem Weg dorthin sind Orte, Ansichten, Vergessenes, Offensichtliches, Subjektives und Objektives von Bedeutung. Vor allem soll aber der Mensch und damit das soziale Gefüge im Vordergrund stehen. Nürnberg ist eine gewachsene Struktur, deren Oberfläche immer wieder durch Ereignisse und Umbrüche aufgerissen wurde. Es gilt Geschichten der Expansion, der Migration, der Urbanisierung und der (Selbst-)Definition zu erzählen. Im Fokus steht dabei das Wechselspiel zwischen Europa und Nürnberg, sowie auf formaler Ebene das Visuelle. Der Blick auf Straßen, Orte und hinter Türen.

INFO: Simon Horn studiert Kommunikationsdesign. Für seine Bachelorarbeit auf den Gebieten Fotografie, GrafikDesign und Illustration sucht er mtiwirkende zum Thema „Die europäische Identität Nürnbergs“. Traut euch!
Das Ergebnis – seine Abschlussarbeit - stellen wir dann hier auf curt.de vor.

Simons Website: korridorsicht.de. E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst .
Website der Stadt zum Thema: www.nuernberg.de/internet/stadtportal/bewerbung_europaeische_kulturhauptstadt_2025.html

 




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