RE:FORMAT:ION: Internationale Orgelwoche Nürnberg #66 (+ Verlosung)

30. JUNI 2017 - 9. JULI 2017

#CURT präsentiert, #Familie, #Fest, #Freizeit, #Kultur, #Musik

Ab dem 30. Juni pfeiffen wieder die Orgeln auf der internationalen Orgelwoche Nürnberg durch die Stadt. Seit einigen Jahren klingt das weit Moderner, als es sich für manchen (noch) liest. Nach ihrer eigenen Reformation lockt die ION mit neuen und experimentellen Formaten, die man anhören und ansehen sollte! Was das dann alles mit Martin Luther, Rammstein oder Snoop Dogg zu tun hat? Hier steht es ...

Die Parallelen zwischen der Reformation Martin Luthers und der Internationalen Orgelwoche Nürnberg könnte man durchaus ziehen. Zur Zeit Martin Luthers waren Veränderungen und Neues von der Kirche nicht gern gesehen. Unwissenheit war die Grundlage, mit dem gesellschaftliche Strukturen und die feste Hierarchie der Oberen und Unteren erhalten werden sollten. Bis schließlich Martin Luther vor 500 Jahren die Bibel in Bildern und verständlicher Sprache zu den Menschen brachte und somit (be)greifbar machte. Rund 500 Jahre später reformiert der neue Festivalleiter Folkert Uhde – Jahrgang 1965, Musiker in bester klassischer Tradition, Musikmanager, visionärer Konzertgestalter und im Jahr 2009 „Kulturveranstalter des Jahres“ – eines der größten und ältesten Feste für geistliche Musik in Europa.

Seit 2013 versuchen er und sein Team in Nürnberg den Staub auf den Orgeln der ION wegzublasen, auch wenn er dabei wie sein Vorgänger den Traditionalisten manchmal vor den Kopf stößt. „Traditionen sind wichtig, aber wenn Traditionen sich nicht auch etwas weiterentwickeln, können Traditionen auch schnell komplett verschwinden“, erklärt er einen Beweggrund, warum man mit neuen Formaten einer neuen, jungen Hörerschaft die Begeisterung für diese Musik erlebbar machen will. An Ideen und Mut zu Experimenten mangelt es dem Team dabei nicht – eine größere Hürde ist, dass die anvisierte Kundschaft nur schleppend davon Notiz nimmt, weil nach über 60 Jahren die Formate festgefahren waren und die Begrifflichkeiten immer noch stark geprägt sind.

Musikalisch geht es in diesem Jahr auf Forschungsreise zu den Klängen der Reformation zur Zeit Luthers und in den Jahrhunderten danach. Dafür legen die Programmplaner in Punkto Experimentierfreudigkeit im Vergleich zu den Vorjahren noch ein paar Takte zu: In den 13 Schwerpunktveranstaltungen, flankiert von kostenlosen Klangproben, Mittagskonzerten, Lesungen und Führungen, kommen unterschiedlichste Formen und Formate zum Einsatz. Schon beim Eröffnungskonzert am 20. Juni in St. Sebald treffen mit Josquin de Préz, Heinrich Schütz (u.a.) einige Komponisten der Vergangenheit auf Wolfgang Rihm, dem wichtigsten deutschen Gegenwartskomponisten. In einer Nürnberger Erstaufführung trägt der Chor des Bayerischen Rundfunks seine speziell für den BR-Chor komponierte Messe zusammen mit Mitgliedern des Vocalconsorts Berlin vor.

Am 1. Juli findet das Bayerische Reformationsfest statt. Schon tagsüber werden rund um St. Sebald altertümliche Instrumente zu hören sein und Gaukler, Stelzenläufer, Ritter, Schwertkämpfer, Kräuterfrauen, historische Handwerker und Feuershows den Sebalder Platz in buntes Markttreiben verwandeln. Schalmeien-, Lauten-, Gamben- und Cembali-Klänge dann auch am Abend beim von Folkert Uhde moderierten Konzert mit Interviews und Infos in St. Egidien.

Ebenfalls an diesem Festtag wird in St. Lorenz die „Matthäus.Passion“ musikalisch und szenisch aus einer speziell jüdischen Perspektive neu erzählt, während ein Trio, bestehend aus dem Zinker, dem Orgler und der Sopranistin, durch die „Nacht-Improvisationen“ in St. Sebald streift. Einen Tag später hat die festliche Kuschelzeit ein Ende: Beim „Orgel.Wett.Streit“ battlen, slammen und improvisieren zwei Organisten in St. Sebald um die Gunst des Publikums, das per Videoübertragung das Geschehen am Spieltisch verfolgt und am Ende über Sieg und Niederlage entscheidet. Die Experimentalmusiker tüfteln im ION LAB in der Jugendkirche LUX am 3. Juli an außergewöhnlichen Konzepten mit Tanz und Visualisierung in drei Konzerten. Himmlisch Barock wird es am 4. Juli mit der Himlischen Cantorey in St. Sebald beim „Magnificat! – Ein Fest für Pachelbel“. Der frühere Sebalduskantor Johann Pachelbel war einer der Top-Performer seiner Zeit. Seinen berühmten Kanon dürfte jeder Smartphonebesitzer in der Hosetasche haben.

Das jüngste und unkonventionellste Format könnte aus dem bzw. von Stegreif sein. Auf jeden Fall ist das Orchester Stegreif die Mannschaft mit dem jüngsten Durchschnittsalter. Alle Spieler, die Trainer, Hornist, Komponist und Rapper (!) Juri de Marco im sportlich-legeren Outfit in der Tafelhalle aufs Feld schickt, sind unter 30 Jahren, besitzen eine klassische Technik und den nötigen Biss und Willen für ein feines, kreatives (Frei-)Spiel. Ihren Matchplan „#freeschubert“ haben sich die jungen Wilden von Frank Schuberts Sinfonien abgeguckt.

Gutes Schuhwerk und langen Atem braucht‘s am 7. Juli am Wander- und Wahltag der ION. Im Musiklabyrinth der vier großen Innenstadtkirchen und dem Historischen Rathaussaal geht‘s durch die ION-Nacht zu den zeitgleich stattfindenden Konzerten. Auf den Lorenzer Orgeln beispielsweise improvisiert David Franke zum Stummfilm „Martin Luther“ aus dem Jahr 1927. Die große Aftershow-Party steigt in die ION-Lounge in der Ehrenhalle des Rathauses.

Am 8. Juli tritt mit Musiker und Komponist Sven Helbig eben der Mann, der auch schon als Produzent von Rammstein, Pet Shop Boy, Polarkreis 18 oder Snoop Dogg aktiv war, aufs Spielfeld in St. Lorenz und an die Regler seines Mischpultes, mit denen er live Samples und Loops in den A-Capella-Gesang des Vocalconsort Berlins einspielt. In seinem ersten abendfüllenden Chorprojekt „I Eat the Sun and Drink the Rain“ schickt er die Besucher auf die Suche nach Überwindung der eigenen Grenzen. Musikalisch geht die Reise von Volksliedhaftem über schwebende, an Arvo Pärt erinnernde Klangstrukturen bis hin zu feiner Minimal Music. Zusammen mit den mystisch-kraftvollen Videos des isländischen Künstlers Máni M. Sigfusson auf der großen Leinwand wird das ganz Groß und ein Highlight der ION.

66. INTERNATIONALE ORGELWOCHE NÜRNBERG, präsentiert von curt.
Von Freitag, 30. Juni, bis Sonntag, 9. Juli, an verschiedenen Orten in Nürnberg. Programm, Tickets & Infos unter ion-musica-sacra.de.

ACHTUNG: curt vergibt 3 x 2 Tickets für Sven Helbig am 08.07.2017!
Sendet eine Mail mit BetreffSVEN HELBIG” bis zum 06.07.2017 an  Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst .
Daumen drücken und mit ein bisschen Glück – abstauben.

ION - INTERNATIONALE ORGELWOCHE NüRNBERG
Freitag, 30.06.2017 // 11:00h

NüRNBERG




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