28. November
We Were Promised Jetpacks

Es ist eine lange, gemeinsame Reise, die Adam Thompson, Michael Palmer, Sean Smith und Darren Lackie aus dem schottischen Edinburgh da hinter sich haben. Und in manchen Momenten stellt sie sich dar, als entspringe sie der Feder eines Autors, der eine ganz besondere Geschichte ersonnen hat. 2003 fanden sich die vier Schulfreunde zusammen, nannten sich We Were Promised Jetpacks, meldeten sich zum Bandcontest ihrer Schule an und räumten den ersten Platz ab. Dass sie 15 Jahre später immer noch in derselben Besetzung auf der Bühne stehen, in der Zwischenzeit aber die Welt bereist und Indie-Rock-Fans in aller Herren Länder beglückt haben würden, dürften sie damals als 15-Jährige selbst kaum geglaubt haben. So groß man als Teenie auch träumt.

A propos träumen: The more I sleep the less I dream lautet der Titel des nun erschienenen, vierten Studioalbums des Vierers, dessen Mitglieder nun alle in ihren 30ern sind, und ganze vier Jahre musste die treue Fangemeinde auf den Nachfolger des hochgelobten Unravelling warten. Der Grund dafür: langes Reisen führt gerne mal zu Jetlags, und die Jetpacks bekamen das auf ihren extensiven Touren rund um den Globus zwischen den Album-Releases auch zu spüren. Schließlich folgten nach dem Debüt These Four Walls (2009) mit In the Pit of the Stomach (2011) und dem genannten Unravelling (2014) die Platten in deutlich kürzeren Abständen. Es war verständlich die Zeit gekommen, mal einen Gang runter zu schalten, sich als Band – und Freunde – neu zu sammeln und in Ruhe in der schottischen Heimat an neuem Material zu arbeiten.

Diese Ruhe merkt man der neuen Platte direkt an. Verträumt startet Impossible mit einem beinahe zwei minütigen, instrumentalen Intro, bevor Thompsons – dank wunderbarem, schottischem Akzent – unverwechselbarer Gesang einsetzt. Man könnte nun das immer gern beschworene “Erwachsenwerden” einer Band aus dem Baukasten des Musikjournalismus ziehen, schließlich markiert gar ein gesangloses Interludium mehr oder weniger die Halbzeit der Platte. Wären da nicht auch Tracks wie Make it Easier oder Repeating Patterns, die die ungeschliffenen Oberflächen und kleinen Widerhaken früherer Werke à la It’s Thunder and it’s Lightning oder Quiet Little Voices zumindest im Ansatz dann doch wieder erkennen lassen. Up-Tempo und schrammelige Gitarren sind die Reminiszenz an eigene vergangene Tage. Ansonsten durchdringen die Songs oft melancholische, selbstreflektive Tendenzen, sowohl musikalisch als auch lyrisch. Bestes Beispiel dafür ist die erste Single Hanging In.

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https://www.youtube.com/watch?v=e5uucSFbSmM

The more I sleep the less I dream ist durch diesen stilistischen Querschnitt so etwas wie die musikalische Erzählung der langen, gemeinsamen Reise der Jetpacks aus der High School hin zu einer der spannendsten und wichtigsten Indie-Rock-Bands der Insel.

curt präsentiert die Show am 28. November im Muffatwerk/Ampere und nimmt 3 x 2 Leute für umme mit. Einfach Mail an ichwillgewinnen@curt.de mit Betreff We were promised Jetpacks und schon seid ihr im Lostopf mit dabei. Wir ziehen die Gewinner ein paar Tage vor der Show. Viel Glück!


We were promised Jetpacks > Homepage // 28 November im Ampere // Einlass: 19Uhr, Beginn: 20Uhr // VVK 20 Euro zzgl. Gebühren, AK 24 Euro