25. Februar
Warpaint in der Freiheizhalle

AUSVERKAUFT // The girls are back in town >> Das Musikjahr hat noch gar nicht richtig begonnen und schon heißt es fast eineinhalb Jahre nach ihrer letzten Visite wieder: Warpaint in München – und das in gleich doppelter Hinsicht!

Warpaint lautet diesmal auch ganz unprätentiös der Titel des neuen Longplayers der vier Damen aus Los Angeles, der pünktlich vor ihrem Auftritt am 25. Februar im Freiheiz schon jetzt in den Plattenspielern sämtlicher Musikredaktionen rauf und runter knistern dürfte. Schier endlos lang mussten Fan-Gemeinde und euphorische Kritiker warten, bis sich zu „exquisite corpse“ und „the fool“ der heiß ersehnte Dritte im Bunde gesellt. Und will man den beiden bisherigen Auskopplungen „love is to die“ und „keep it healthy“ Glauben schenken, sind die selbstbewussten Grazien mehr als wohlauf.

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Was 2008 unter der Mixtur von Chili Pepper John Frusciante langsam aber stetig einen Hype auslöste, wird auch heuer begeistern und die Hüften taktvoll in schweren Schwung versetzen. Denn dass die neuen Songs funktionieren und sich trotz langer Studio-Abstinenz nahtlos in das vorhandene Song-Sortiment einfügen, wurde bereits bei Auftritten für die BCC, Pitchfork und in den eigenen vier Wänden bewiesen.

Die Aufnahmen zur neuen Platte gestalteten sich jedoch als alles andere als easy going, sah man sich doch zum aller ersten Mal in der derzeitigen Live-Konstellation beim Songwriting und im Studio gegenübergestellt. Eine Premiere also, die nach einem exzessivem Tourneeplan Dank tatkräftiger Unterstützung von Producer-Guru Flood mehr als gelungen sein dürfte.

Um das Ganze auch visuell auf neue Ebenen zu hieven wurde kurzerhand Chris Cunningham, seines Zeichens Haus und Hof Videolieferant von Aphex Twin und heimlicher Ehemann von Low-End-Schönheit Jenny Lee Lindberg (vox/bass), für ein schummrig hypnotisches Making-Of verpflichtet.

Cunningham fügt sich dabei nahtlos in die Promi-Kommune um Warpaint ein, während die noch stärker ausgeprägte Synthie-Lastigkeit der neuen Warpaint-Scheibe durchaus auf Theresa Waymans (vox/git) derzeitigen Beau James Blake zurückzuführen sein könnte. Auch wenn es Emily Kokal (vox/git) ist, die verstärkt die Saiten gegen den Dienst an den Effekten und Tasten tauscht.

Vieles neu und einiges beim Alten scheint die Devise für Warpaint im Jahr des Pferdes, welches, so munkelt man in einschlägigen Kreisen, sehr wohl ihr größtes werden könnte. Der Sleaze-Regler wurde jedoch eindeutig auf 11 gestellt.

“There’s the idea that they’re a stoner, west coast, hippy band – they’re not, they have a real edge to them. They’re almost fascistic hippies!“, sinniert Producer Flood über Emily, Theresa, Jenny Lee und Stella.

Ob es 10 Tage und 10 Jahre nachdem sich die Band am Valentinstag 2004 formierte, einer Kriegsbemalung bedarf, ist anzuzweifeln. Ein Ritual wird es in jedem Fall, wenn Warpaint am 25. Februar zur girls night out ins Freihzeiz bitten (ursprünglich im STROM geplant, aber aufgrund der großen Nachfrage ins Freiheiz verlegt worden). Jungs dürfen auch kommen!

Das Konzert ist ausverkauft! // Die Gewinner unserer Kartenverlosung sind informiert!

TEXT: TIM BRÜGMANN