Gehört: Wang Wen – Sweet Home, Go!

Rockmusik mit den Herkunfts-Koordinaten 39°2′N, 121 46′O bekommt schnell mal das Sigel Exotenbonus. Das kann ein Qualitätsmerkmal sein oder auch Welpenschutz bedeuten. Wang Wen kommen aus der Chinesischen Großstadt Dalian in der Provinz Liaoning. Und obwohl es sich hier schon um die 9te Veröffentlichung der Band handelt, dürften nur absolute Postrock-Experten eine komplette Sammlung der Band ihr Eigen nennen. Das sollte Ansporn genug sein, für ein freudvolles Durchforsten der nächsten Plattenbörse. Denn Wang Wen spielen eine erfrischende, experimentelle und überraschende Variante des Genres, welches einerseits nach neuen Ufern sucht andererseits dem Bekannten stets verhaftet bleibt. Die Songs sind sehr orchestral arrangiert und erinnern an avantgardistische Filmmusik. Kein Wunder, denn Wang Wen spielten auch schon auf Einladung des Chinesischen Regisseurs Cheng Ran einen Soundtrack für einen neunstündigen Film ein. Drei Jahre lang arbeitete die Band am neuen Songmaterial, das sie im Januar mit den europäischen Produzenten Wouter und Lode Vladminck aufnahmen.

Neben der klassischen Rock-Instrumentierung finden wundervolle Streicher-Arrangements und flächige Bläser-Chöre und ein ganz klein wenig Vocal-Harmonien einen harmonischen Einklang ins Gefüge der klassischen Rockformation aus Bass, Gitarre, Schlagzeug. Genre-Referenzen wie Mogwai, GY!BE oder Isis lassen sich natürlich hin und wieder erkennen. Aber im Großen und Ganzen arbeitet die Band sehr, sehr eigenständig und webt einen atmosphärischen, völlig instrumentalen Klangteppich im besten Breitwandformat.

Wang Wen – Sweet Home, Go! // Pelagic Records / Cargo // VÖ: 30.09.2016
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