29.+ 30. Oktober
curt präsentiert: Von Wegen Lisbeth

Fünf adrett gekleidete junge Herren auf der Bühne, im Hintergrund ein großes, fettes, leuchtendes VWL. Doch handelt es sich hierbei nicht um eine Gruppe spießiger Volkswirtschaftsstudenten, sondern um die Jungs von Von Wegen Lisbeth. Und die gehen derzeit so steil, dass auch eine Zusatzshow nichts hilft: Ausverkauft, ausverkauft, ausverkauft!

In der deutschsprachigen Musiklandschaft geht momentan eh so Einiges ab. Damals, vor langer, langer Zeit, als ich noch ein Teenie war, da war deutsche Musik eher kacke. Ein paar wenige Ausnahmen gab es, doch das, was wirklich hängen bleib, waren Silbermond, die Kaulitzes oder Bushido. Wer auf seiner Hausparty Juli in der Playlist hatte, wurde gerade noch so akzeptiert. Das ist mittlerweile ganz anders, und deutsche Musik muss nicht mehr herzzerreissend und erzwungen tiefgründig sein, um von irgendwem für ernst genommen zu werden – und das genreübergreifend.

Von Wegen Lisbeth sind dafür ein Paradebeispiel. Die Berliner dichten Songs über Beziehungsenden, Insta-Hypes und überteuerten Wohnraum. Die Texte sind verspielt und frech und sprechen einfach jeden an, denn den besungenen Alltagssituationen kann niemand entgehen. Und das zeigt sich auch beim Konzertandrang, denn die TonHalle ist alles andere als klein, und das Ding zweimal nacheinander voll zu machen, ist keine Leistung, die sich jeder mal eben so in seine Historie packen kann.

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https://www.youtube.com/watch?v=URKEvZxdgZQ

 

Knallbunte Videos, Steel Drums und Kinderglockenspiele. VWL schaffen es, ihrer Musik eine tropische Note zu verleihen und sorgen auf diese Weise für Gute-Laune-Sound, ohne dass dabei die Message auf der Strecke bleibt. Und das ist, muss man sagen, zwischen dem schönen Schwermut von Faber und Co. auch mal sehr angenehm.

Wenn es übrigens eine Frage gibt, die die beiden Julians, Dominik, Matthias und Robert nicht mehr hören können, dann die nach dem Bandnamen. Dieser hat in der Vergangenheit ohnehin öfters mal gewechselt. Fluchtweg, Harry Hurtig und dann eben Von Wegen Lisbeth. Lisbeth, das ist Roberts Oma, und in einer quatschigen Situation war er dann geboren, der Name. Take it und Ruh’ is!

Und auch sonst wird es sich für den Fan von der Straße eher schwierig gestalten, die Jungs überhaupt irgendetwas fragen zu können, denn bei zwei vollen Hallen voller (zurecht) hysterisch kreischender Fangirls und -boys ist es fraglich, ob sich einer der fünf am Merch blicken lassen wird. Wer eh noch kein Ticket hat, wird wohl auf die kommende Festivalsaison warten müssen. Denn mit frischem Album Nr. 2 im Gepäck, formschön betitelt mit sweetlilly93@hotmail.com geht da sicherlich auch 2020 einiges an Open Airs.

Kein Bock so lange zu warten? Vielleicht habt ihr Glück und ergattert die letzten Tickets, die wir für euch zurückgelegt haben, sowohl für die Show am 29., also auch für die Zusatzshow am 30.10. Schreibt uns bitte ein paar Zeilen an ichwillgewinnen@curt.de mit Betreff Von wegen Lisbeth. Viel Glück!


curt präsentiert: Von Wegen Lisbeth > Homepage // 29.10. & 30.10.2019 // TonHalle // Einlass: 19 Uhr, 
Beginn: 20 Uhr // Beide Konzerte sind restlos ausverkauft

Foto: Nils Lucas