8. April
Vök @ Ampere

In den vergangenen Jahren machten sich so einige neue Bands aus Island daran, die großen Fußstapfen ihrer nicht sehr vielen, dafür umso erfolgreicheren, großartigen Landsmänner und -frauen auszufüllen. Neben den etablierten Big Playern wie Sigur Rós, Of Monsters and Men und, allen voran natürlich, der Grand Dame Björk, traten fantastische Gruppen wie Mammút ins Rampenlicht, schafften es Interpreten wie Júníus Meyvant oder Ásgeir in die Airplay-Dauerschleifen von Festland-europäischen Hip-Sendern wie FM4 oder machten Bands wie das Indietronic-Trio Vök mit recht exzessivem Touring nachhaltig auf sich aufmerksam.

2013 von Sängerin Margrét Rán Magnúsdóttir und Saxophonist Andri Már Enoksson gegründet, ging es für Vök von Beginn an steil nach oben. Auf der Insel gewannen sie aus dem Stand einen der – wenn nicht den – wichtigsten Nachwuchspreis für junge Musiker, den für Fremdsprachler kaum artikulierbaren Músiktilhraunir, und waren damit in guter Gesellschaft. Schließlich trugen sich zum Beispiel auch eingangs erwähnte Of Monsters and Men in den vorangegangenen Jahren in die viel beachteten Gewinnerlisten ein. Mit den beiden EPs Tension und Circles, zwischen denen mit Einar Hrafn Stefánsson ein Drummer das Trio komplettierte, legten sich Vök die Messlatte selbst recht hoch und definierten ihren wunderbar entspannten und dahinschwelgenden, von Andri Márs sphärischen Saxophon-Einsätzen geprägten Synthie-Dream-Pop-Stil mit Songs wie Before. In dieselbe Kerbe schlug das Debütalbum Figure.

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https://www.youtube.com/watch?v=N0icH0bHwcE

 

Für den nun erschienenen Nachfolger In the Dark hingegen tat die Band einen hörbaren Schritt hinaus aus dem selbst gemachten, bekannten Nest. Der Titel- und gleichzeitig Auftaktsong, einer von ganzen fünf vorab veröffentlichten Singles, gibt mit seinem dance-poppigen Uptempo eine schmissigere Marschrichtung vor, als vieles, was man bisher von der Band kannte. Die Songs sind beat-lastiger aufgebaut und dadurch noch ein ganzes Stück tanzbarer. Unter anderem mit dem souligen Fantasia zeigen Vök aber, dass sie sich trotz der gesteigerten Dosis Pop auch auf In the Dark auf durchaus abwechslungsreiches Songwriting verstehen. Verträumtes Hin-und-Her-Wiegen dürfte vor einer Bühne mit Vök drauf dennoch eher rhythmischem Gezuckel weichen. Was sich nicht geändert hat, ist Margrét Ráns präsente Stimme, die es ihr erlaubt, ihren Vortrag sowohl kraftvoll als auch gefühlvoll-zerbrechlich zu intonieren und auf deren Strahlkraft Vök als Band ohne Zweifel maßgeschneidert ist.

Am 8. April kommt die Band im Rahmen von vier Gigs in Deutschland mit ihrem neuen Album ins muckelige Ampere.


Live: Vök > Homepage // 8. April // Ampere // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr // VVK: 17 Euro zzgl. Gebühren

Foto-Credit: Sigga