Gehört: Tusmørke – Fjernsyn i Farver

Die Fakten: Tusmørke veröffentlichen mit Fjernsyn i Farver ihr sechstes Album. Zu hören gibt es eine abgefahrene Mischung aus Psychedelic-, Progressive-, Folk- und Hard-Rock. Gesungen wird auf Norwegisch, was der Musik einen obskuren Touch und eine sympathische Kauzigkeit verleiht. Neben den typischen Instrumenten kommen auch Querflöten, Maultrommeln und das Glockenspiel zum Einsatz. Die Songs dauern genreüblich mindestens doppelt so lang wie die 3:30 Minuten Radio-Edit-Plastiksoße. Alles in allem ein Album, das den Charakter von Karisma Records ideal widerspiegelt.

Der Höreindruck: Eigen und irrwitzig sind die sechs Songs auf Fjernsyn I Farver geworden. Eine urwüchsige und zugleich filigrane Musik, angetrieben von der Querflöte, geflutet von tranceartigen Synthesizerklängen und veredelt mit einem rauschhaften, melodischen Gesang, dessen Melodien unvermittelte Haken schlagen, die sich ineinander verketten und fesseln. Mit einer ausgewogenen Mischung aus komplexen Instrumentalparts und packenden Hooklines wissen die Norweger ihre Hörer trotz der ungewohnten Klangfarbe der Sprache schnell zu packen. Dass sich die Texte allesamt mit den Themen Licht, Zeit und Realität beschäftigen und ein gewisses Konzept verfolgen sollen, kann ich mangels Sprachkompetenz selber nicht nachvollziehen. Umso mehr, dass Tusmørke ein frisches, spannendes und lebendiges Album auf die Prog- und Folkgemeinde loslassen, dem es gelingt, organisch und analog zu klingen, ohne in die verkrampfte Retro-Reproduktionsfalle zu tappen.

Starkes Teil also, was da aus dem Land der Fjorde, Trolle und endlosen Winternächte zu uns rüberschwappt.


Tusmørke – Fjernsyn i Farver // Karisma Records / Soulfood // VÖ: 04.05.2018 // > Facebook