27. März
Tiwayo @ Strom

Es klingt ein bisschen wie im Märchen: Ein junger Mann aus einer der gesichtslosen Satellitenstädte rund um Paris verwirklicht seinen Traum und lebt seine ganz eigene Musik – fernab von Trends und Mainstream. Sehr persönliche Geschichten schreibt er, musikalisch versehen mit einer schönen dicken Schicht Patina. Und das Beste: Er findet in den USA einen Grammy-Preisträger, unter dessen Regie sein Debüt Realität wird. Also: Alles richtig gemacht!

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https://www.youtube.com/watch?time_continue=27&v=zZeH04Uq71g

 

Am 18. Januar 2019 war der Stichtag für Tiwayos Erstlingswerk, produziert auf einem 16-Spur-Rekorder in Mark Neills Soil of the South Studios in Valdosta, GA. Wie gelangt man aber vom Banlieue ins Studio des preisgekrönten Komponisten und Musikproduzenten Mark Neill? Eigentlich ganz einfach: Tiwayo schickte ihm einige seiner Demos und fragte rundheraus, ob er sein erstes Album produzieren könnte. Die Antwort kam prompt: „Das klingt gut. Was wäre dein Traumalbum?“

Also quasi ein Sechser im Lotto!? Nicht wirklich, denn Glück war hier nicht Anstoß des Erfolgs, sondern eine außergewöhnliche Stimme wie auch der Mut, den eigenen Weg zu gehen. Blues, Soul, Gospel, Rock, Reggae: Der Einflüsse gibt es bei Tiwayo viele. Und doch hat er etwas Neues erschaffen, für das mangels passender Schubladen folglich auch ein neues Genre kreiert werden musste: „Gypsy Soul“.

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https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=PCible9EQPE

 

Der Erfolg gibt ihm recht: Auch ohne Album in der Tasche ist Tiwayo gefragt. So holten sich Künstler wie Norah Jones, Seal, Marcus Miller, Patrice oder Curtis Harding den Franzosen als Support. Auf dem letztjährigen Reeperbahn Festival gab es als Sahnehäubchen obendrauf die Nominierung für den begehrten ANCHOR Award. Den hat er dann doch nicht gewonnen, dafür minutenlange Standing Ovations und begeisterte Rezensionen. Produzent Tony Visconti formulierte es in einem Interview mit „Le Monde“ so: „Ich mochte vor allem Tiwayo. Ich fand ihn authentisch, voller Soul. Wenn er mit seinen Backgroundsängerinnen singt, ist es, als ob man in einer Kirche ist.“


Tiwayo > Homepage // 27. März // Beginn: 20.30 Uhr // Strom // VVK 20 Euro zzgl. Gebühren


About Mirjam Karasek

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Quasselstrippende Lektorin und Mutter eines ebenfalls sehr redseligen jungen Kerlchens. Geht gerne auf Überraschungskonzerte und Flohmärkte, liebt Kommas an der richtigen Stelle, 70er-Jahre-Lampen ... Seit drei Jahren mischt sie bei curt als Online-Redakteurin und als Lektorin/Schlussredakteurin beim Magazin mit.