Gehört: Tigeryouth – s/t

Tilman Benning aka Tigeryouth war wieder im Studio und hat ein zweites Album eingespielt. Schlicht nach sich selbst benannt aber doch etwas opulenter Instrumentiert als das Debüt Leere Gläser. Die Platte ist persönlicher, nachdenklicher, politischer geworden. Musikalisch zeigt sich Tigeryouth etwas aufgeschlossener, voller und wärmer. Das liegt auch daran, dass sich das Spektrum der verwendeten Instrumente erweitert hat. Elektrische Gitarren und Schlagzeug haben den Weg in die Songs gefunden und diverse Gastsänger (u.a. Jan Arne von Captain Plant oder Anne Michel von Hass auf alles) waren an den sechstägigen Aufnahmesessions beteiligt.

Die Songs pendeln zwischen Melancholie, Durst und einer Wut auf die politischen Aktivitäten der sogenannten Wutbürger. Das ist Punk. Schroff und deutlich im Ton und ohne Umwege auf die Zwölf. Punkrocker, die sich als Singer/Songwriter versuchen, gibt es mittlerweile so viele wie Flöhe an nem gemeinen Straßenköter. Was Tigeryouth von den Vielen abhebt ist die Direktheit. Er beherrscht die Kunst, zu sagen was er denkt und fühlt. Ohne Umschreibungen. Ohne pseudo-lyrischen Kitsch. Der Mann spielt leise Töne ist dabei aber rau, deutlich und vor allem durstig. Er freut sich auf ein Treffen am Brett mit dir!

Tigeryouth – s/t // Label: Zeitstrafe / Indigo // VÖ: 12. August 2016
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