Gehört: The Stanfields – Limboland

Jede Platte findet seine Zeit. Gerade verliert Freiburg knapp gegen den VFB und der erste Tipp des Fußballwettwochenendes geht dahin. Schon wieder nichts mit der Hoffnung auf Glück im Spiel und dem damit verbundenen warmen Geldregen. Und genau in so einem Moment brauchst du eine Platte wie diese. Limboland ist das fünfte Studioalbum der kanadischen Band The Stanfields. Sie spendet dank einer dezenten Melancholie den Trost, den man für absolute Nebensächlichkeiten braucht und vertreibt mit einer deutlich hörbaren Entschlossenheit die negativen Gedanken. ‘I’m not afraid of the world’ – mit diesen Worten wird die Platte von Sänger Jon Landry eröffnet und Recht hat er. More Wine Waiter Please! Solange der HSV verliert ist die Saison auch nicht zu Ende.

Die Heimat von The Stanfields liegt an der Ostküste Kanadas und mit ein wenig Mühe kann man von Nova Scotia nach Irland rüber spucken. Von den musikalischen Einflüssen her gesehen, müsste allerdings umgekehrt gespuckt werden. Die Band spielt eine ausgependelte Mischung aus Celtic-Rock, Irish-Folk, Punkrock, Heartland und Westcoastsounds. Sehr angenehme finde ich, dass keine Soundfacette zu dominant vorgetragen wird und weder eine übertrieben folkloristische Pub-Glückseligkeit vorgegaukelt wird noch durch punkgetriebenes Gebretter die feinen Arrangements niedergebügelt werden. Mit How Long Is The Road gibt es sogar einen Punk meets Gospel Track der sich perfekt ins mitsingorientierte Liveprogramm einbauen lässt. Wer The Gaslight Anthem vermisst, der findet mit The Stanfields eine echte Alternative und den Boss als Einfluss zu haben ist nun auch nicht verkehrt. Auf Limboland Konzertreise begibt sich die Band im Herbst 2018.

The Stanfields – Limboland // Rookie Records / Indigo // VÖ: 23.03.2018 // > Homepage