7. November
curt präsentiert: The Specials

All you Punks and all you Teds
National Front and Natty Dreads,
Mods, Rockers, Hippies and Skinheads
Keep on fighting ’till you’re dead!

So heißt es zu Anfang des Songs „Do the Dog“ von The Specials. Dieser Hit erschien auf dem ersten, selbst betitelten Studioalbum von 1979. In der Aufzählung der zu dieser Zeit bedeutendsten britischen Subkulturen spiegeln sich einige wichtige Themen und Charakteristika der Specials wider. Ihr Sound wird als 2-Tone bezeichnet, welcher zwischen 1979 und 1981 einen kometenhaften Aufstieg, aber leider auch genauso schnellen Fall mit sich brachte. Das britische Revival eines jamaikanischen Musikgenres namens Ska, welches als Vorreiter des Reggaes gilt. Vereinfacht kann man das damals neu geschaffene Genre als eine Mischung aus Punk und Reggae bezeichnen. Beliebt war dieser Sound vor allem in Kreisen der Punks, Teds, Mods und den traditionellen (antirassistischen) Skinheads. Die politischen und gesellschaftlichen Zustände im Königreich mit vielen karibischen, darunter jamaikanischen Einwanderern und einer hohen Arbeitslosigkeit trugen zu der Legendenbildung dieser Band bei.

Der Riddim war absolut tanzbar, lebensfreudig, wenn nicht schon wild und ihre Texte äußerst gesellschafts- und politikkritisch. Als eine farbig gemischte Band – in Urbesetzung mit dem Sänger Terry Hall; Lynval Golding, Leadgitarre und ebenfalls Gesang; dem Schlagzeuger John Bradbury; Keyboarder Jerry Dammers; Rico Rodriguez als Posaunist, Horace Panter am Bass und nochmals an der Leadgitarre Roddy Radiation – provozierten sie die rechten Strömungen im Land und brachten deren Gegner auf einen Nenner.

Der Keyboarder Jerry Dammers gründete, nach erstem Tauziehen anderer Plattenlabels um die Band, sein eigenes und nannte es 2-Tone Records. Markenzeichen hierfür sind die schwarz-weißen Schachbrettmuster, welche auf die stark antirassistische Einstellung der Jungs zurückzuführen ist und heute ein international anerkanntes Symbol der Second-Wave-Ska-Ära ist. Die berühmtesten Vertreterbands wie The Madness, The Selector und The (English) Beat waren ebenfalls unter Vertrag.

Leider kam es zu Unstimmigkeiten, speziell in der weiteren Ausrichtung der Musik und deren Bedeutung, sodass ihr zweites Album „More Specials“ auch ihr letztes war. Höhepunkt dieser Zeit war die Veröffentlichung einer ihrer größten Hits, „Ghost Town“, welcher trotz Verbots des BBC während der Rassenaufstände in Brixton und Liverpool auf Platz 1 der britischen Charts stand.

Die Band ging auseinander, jeder der Mitglieder versuchte nun Eigenes oder in einer abgespeckten Version der Specials. Diese Versuche erreichten allerdings nicht annähernd den Erfolg ihrer gemeinsamen Zeit davor.

2007 war der letzte Versuch, alle Urmitglieder wieder zu vereinen, aber es scheiterte an denselben Gründen, die auch zur Auflösung 1984 führten. So gingen The Specials ohne Jerry Dammers wieder auf Tour und brachten mit ihren alten, aber auch gleichzeitig zeitlosen Hits das Publikum zum Skanken und Ausrasten. 2015 verstarben im selben schicksalhaften Jahr Rico Rodriguez und John Bradbury.

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https://www.youtube.com/watch?v=B_Y4VwDs_KE

 

Doch die größte Überraschung für Specials-Fans ist die Erscheinung eines neuen, dritten Studioalbums unter ihrem ursprünglichen Namen The Specials, „Encore“ 2018. Darin beteiligt sind die Gründungsmitglieder Terry Hall, Lynval Golding und Horace Panter, welche seit 2019 nun über die Insel und sogar aufs europäische Festland touren. Da es in Zeiten von Brexit und den aufkeimenden Rechtspopulisten überall in Europa wieder zu ähnlichen Zuständen kommt wie zur Gründungszeit der Band, spiegeln sich auch diese Themen in den Texten ihres neuen Albums wider. Zum diesjährigen Record Store Day nahmen die Jungs mit ihrer Tourbegleitung – Model und Aktivistin Saffiyah Khan, die Berühmtheit durch ein Foto bei einer Demo gegen die rechten Schläger der English Defense League in Birmingham erlangte, in dem sie ihre Gegner im Specials T-Shirt anlachte – ein Lied namens „The Ten Commandments of Women“ auf.

All dies ist nur ein Versuch, die Geschichte, Bedeutung und Berühmtheit dieser Band in wenigen Worten zusammenzufassen. Dass die Herren im Noveber auch noch in München auftreten werden, gleicht für einige nach der Erfüllung eines Traumes. Doch Augen und Ohren auf, sonst heißt es schnell: „Your wondering now, what to do, now you know, this is the end.“

Unsere Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden informiert.


curt präsentiert: The Specials > Homepage // 7. November // Support: BLUEKILLA // Einlass: 19.30 Uhr // TonHalle // AUSVERKAUFT