13. November
Superorganism

Kriegsführende Garnelen, Facebook-Propaganda und Memes, Memes, Memes. Die achtköpfige Band Superorganism erobert binnen nur eines Jahres die Herzen von Fans und Kritikern auf der ganzen Welt. Zwar bildet die Musik die Basis für diesen Erfolg der Londoner Kids, doch genau genommen ist Superorganism ein Gesamtkunstwerk. Am 13. November bringt die Band eben diese multidisziplinäre Show ins Münchner Technikum.

Gerade live – wie etwa im Tiny Desk Concert von NPR – stellen die Jungs und Mädels von Superorganism ihre konzeptuelle Genialität zur Schau. Ähnlich wie Brian Wilson auf dem Beach Boys Album „Pet Sounds“ zweckentfremden sie Äpfel, Schuhe und Wassergläser mit Strohhalmen, um ihrem farbenfrohen Bubblegum-Pop mit den entsprechenden Nuancen auszumalen. Musikalisch lehnt sich Superorganism an Indie-Pop-Acts wie Alvvays, Mitski und den Dirty Projectors an, erinnern aber auch an den Art Pop der Tune-Yards oder St. Vincent. Sängerin Orono Noguchi rezitiert dabei ihre Texte so stoisch wie Courtney Barnett, ohne eine Miene zu verziehen. Freilich darf in der heutigen Kultur, in der Nerds die coolen Kids sind, auch nicht eine gehörige Portion 8-bit-Klänge fehlen.

Mit nach München bringen die sieben (Wahl-)Londoner und der in Sydney ansässige Soul aber nicht nur angebissene Äpfel und Gitarren und jede Menge Synthis, sondern auch einen Haufen visuelle Stimulation. Dafür zuständig ist Blair Everson, auch Robert Strange genannt. Dank ihm verwandelt sich ein Superorganism-Auftritt in ein lebendig gewordenes Meme. Das beginnt bei der Komposition mit sämtlichen Soundeffekten, führt sich in den Animationen in Videos und Websites fort. Auch hier zelebriert Superorganism die 8-bit-Nostalgie – etwa mit einem Jump-n-Run-Videospiel zur Musik der ersten Single „Something on your M.I.N.D.“ oder einem Gästebuch auf der Website, das gut aus einem Harry-Potter-Fan-Forum aus dem Jahr 2002 stammen könnte.

Und das ist auch der Grund, warum Superorganism nicht nur Teenies und Tweenies eine Freude bescheren wird. Neben den wunderbar ausgefeilten Kompositionen fährt die Band ein Feuerwerk an Nostalgie auf.


Superorganism> Homepage > Facebook > Twitter // 13. November // Technikum // Einlass: 19 Uhr, Beginn 20 Uhr // VVK 23,25 Euro zzgl. Gebühren