Im Gespräch: Suede

Oh, süße 90er Jahre, Montagsdemos, Stone-Washed-Jeans, Nina Hagen, Mantas, der Hoff in Endlosschleife auf der Suche nach Freiheit, aber Gott sei dank auch Suede.

Poppige Melodien, schwummerige Bässe, melodiöse Gitarrenklänge und über allem Brett Andersens samtige Stimme. 1989 von Brett Anderson und Bassist Mat Osman gegründet, legten Suede mitunter den Grundstein aller Britpopbands.

Bis 2003 gab es fünf Alben und noch mehr Konzerte, bis sich die Band schließlich trennte. 2010 dann die langersehnte Reunion und dieses Jahr endlich das neue Album, das uns wie einst der DeLorean ruckzuck in die Vergangenheit befördert. Am 19. November ist die Band live in der Theaterfabrik zu sehen. Zur Feier des neuen Albums und zur Reunion hat Brett Andersens uns ein paar Fragen beantwortet:

Wie war das, als ihr 2010 wieder als Band zusammen gekommen seit?  
Wir sind damals aus einem guten Grund zusammen gekommen: einem Gig. Dann sind wir zusammen geblieben weil wir gemerkt haben, das unsere gemeinsame Zeit noch nicht abgeschlossen ist.

Wie fühlt es sich an, wieder auf der Bühne zu stehen?
Ich war die letzen 10 Jahre viel mit „The Tears“ unterwegs und noch öfter mit meinen Soloprojekten on stage. Zurück auf der Bühne mit Suede zu sein, ist anders jedoch ganz anders. Obwohl ich in meinen Solobands mit großartigen Musikern zusammenarbeite, ist mit Suede zu spielen, wie in einer Gang zu sein. Wir spielen schon so lange zusammen – da sitzt alles perfekt und passt wie ein Handschuh. Alles geht, ohne das man groß nachdenken muss, es passiert instinktiv. Wenn du das meinst, die kurze Antwort ist: Großartig!

Euer neues Album Bloodsport klingt, als wäre man zurückversetzt in die 90er Jahre. War es schwer nach 10 Jahren wieder zu den Anfängen zurück zu kehren und als Band zu spielen?
Ich gaube, dass fast jede Band, die wieder zusammenkommt, kein neues Album herausbringt, weil es so schwierig ist. Es hat fürchterlich lange gedauert, bis wir wieder gelernt haben, wie Suede zu texten. Monat für Monat haben wir Songs rausgeschmissen. Am Ende gab es Songs, die zu wenig Suede waren und wieder andere, zu sehr Suede-like. Letztendlich sind wir jedoch zu einem Album gekommen, auf das wir extrem stolz sind.

Wie schreibt ihr eure Songs? Wer ist beim kreativen Prozess involviert? Kannst du beschreiben welchen Weg ein Song geht, bevor er bei euch auf einem Album landet?
Für Bloodsports war es meistens so, das Richard und/oder Neil eine Idee für einen Song hatten und ich dann die Melodie dazu geschrieben oder geändert habe. Dann begann die Arbeit für uns alle: zuhören, noch mehr zuhören und ganz viel feintuning, bis wir der Meinung waren, der Song sei gut genug und alle zufrieden waren. Früher saßen Richard und ich immer zusammen in einem Zimmer und haben gemeinsam Ideen gesammelt, oder ich hatte einen Song irgendwo alleine am Klavier geschrieben oder Bernard schickte mir 4-tracks Kassetten mit seinen Ideen, die ich dann umsetzte. Ganz unterschiedlich.

Ihr habt die Band 1981 gegründet. Damals wurden CDs noch in Läden gekauft oder man konnte euch im Radio hören. Heute gibt’s Musik überall, Itunes, Spotify, Youtube … Hat das das die Hörer verändert? Ist das gut oder ist es härter populär zu bleiben?
Es gibt definitive mehr potentielle Zuhörer. Früher musste man sich mehr anstrengen und Entscheidungen für die Band treffen, was letztendlich bedeutete, das das Engagement für die Sache größer war.

Was ist auf deiner Playlist im Moment?
Scott Walker, Etta James, These new Puritans, Foals, Teleman, Public Image, Limited, Siouxsie and the Banshees, Echo and the Bunnymen, Temples …

Wir freuen uns aufs Konzert und danken herzlich für die Musik. Wie heißt es so schön in Always: „I will always be near, I will always be near, Always be near”. Wir nehmen euch beim Wort und warten auf noch viele tolle Auftritte und Konzerte.

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19. November >> Suede live in der Theaterfabrik