6. Februar
Stereophonics im Backstage

Konstant, konsistent und progressiv. Nach einem Vierteljahrhundert Bandgeschichte fliegen die Stereophonics aus dem kaum auszusprechenden Cwmaman trotz Hits wie „maybe tomorrow“ und „handbags and gladrags“ lieber unter dem Radar. Einer ihrer anstehenden Dates bringt sie am 6. Februar auch ins Backstage nach München. Das nunmehr zehnte Studioalbum “scream above the sounds” will gebührend gefeiert werden.

Zwar gelang den vier Walisern im Jahr 2005 mit ihrer Nummer 1 Single „Dakota“ der perfekte Soundtrack für verliebt nostalgische Sommernächte, Underdogs sind sie jedoch geblieben. Dabei sind ihre Errungenschaften beachtlich. Als erst achte Band haben es die Stereophonics mit satten fünf Alben am Stück auf Platz 1 der UK Charts geschafft. Ein Coup, der lediglich Bands wie den Beatles, Led Zeppelin, ABBA oder Oasis gelang. Elf Top-10-Singles sprechen ebenfalls für sich, während ihr Best-of „decade in the sun“ ganze 1,2 Millionen Mal über die Theke wanderte. Bei jeweils mehr als 150.000 verkauften Tickets mussten sich aber auch ihre UK-Touren bisher nicht verstecken.

Dabei gilt Kelly Jones mit seiner markanten und an volle Aschenbecher ermahnende Stimme als einer der profiliertesten Frontmänner des Empires. Um so manchen rechten Haken nach durchzechten Nächten nicht verlegen, ist er der Motor, der die Band am Leben hält. Und in der Tat scheint er seit Release des Debüts „word gets around“ (1997) um kein Haar gealtert. Die rauchige Vox-Box und sein dank ausschweifender Sonnenbrillen-Kollektion an Coolness unterstützter Hüftschwung sind auch 2017 das unverkennbare Markenzeichen der Band.

Selbst wenn ihr Sound stellenweise an die Glanztage von Blur und Oasis erinnert, ist es gerade die mangelnde Anbiederung an den Britpop, der die Stereophonics so zeitlos macht. Der hymnenhafte Rock-Pathos, der beispielsweise die Gallagher-Brüder um den Globus schickte, wird bei Jones und Co. durch einfühlsame Songwriter-Stücke und Sex-Pistolesque Rotzigkeit komplementiert. Und auch wenn ihnen der große Erfolg in den Staaten verwehrt blieb, schätzt man die Stereophonics für ihre bescheidene Familiarität:

“What’s good about the band is that we all still like each other”, so Kelly Jones. “You talk about band’s fighting but we meet up every week and rehearse when we’re not touring. It started off as an international food night going for a Greek or an Indian. Trying different foods lasted 3 weeks and then we just went to the pub! It’s nice to still have a bunch of mates to go to work with and I think that’s one of the reasons why we’re so prolific.”

Einen Eindruck dieser Freundschaft gepaart mit walisischem Charme gibt es neben der Vorstellung von „scream above the sounds“ am 6. Februar live im Backstage zu bestaunen. Mit dem einen oder anderen Pint an der Bar lassen sich die Stereophonics ohnehin bestens genießen. „Iechyd da!“, wie es gern aus Waliser Kehlen dröhnt. Im Vorprogramm wird der aus der Grafschaft Hertfordshire angereiste Alex Francis seine neue EP “a stronger love” in eure Trommelfelle betten.


Live: Stereophonics > Facebook // Support: Alex Francis > Facebook // 6. Februar // Backstage // Beginn 20 Uhr // VVK 36,30 zzgl. Gebühren


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*