26. Februar
curt präsentiert: Son Lux *ausverkauft*

Wer seinen Traum verwirklichen will, muss manchmal ganz schön tief in die Scheiße greifen. Ob der Kalifornier Ryan Lott dieses Gefühl kennt, wissen wir leider nicht. Dennoch: Der Gute arbeitete immerhin lange als Komponist für Werbejingles. Die angestaute Kreativität entlud sich dann 2008, als Lott gemeinsam mit den New Yorker Musikern Rafi Bhatia und Ian Chang die Band Son Lux gründete. Für die Musiker scheint das Schreiben von Musik gar ein Zwang zu sein: Zehn Jahre später steht das Trio vor der Veröffentlichung ihres fünften Studioalbums Brighter Wounds, EPs, Soundtracks und Remix-Platten nicht mitgezählt.

Bighter Wounds kommt am 9. Februar, also knapp drei Wochen vor der Show, im Ampere live zu Gehör. Wer das Werk des Trios kennt, weiß, dass diese Zeit nicht etwa zum Auswendiglernen der Liedtexte genutzt werden sollte – so eine Band ist Son Lux nicht. Im Gegenteil, Son Lux hören sich an, wie sich ein Buch von Philip K. Dick liest: abgefahren, intelligent und visionär. Gehen wir allerdings von den ersten zwei Veröffentlichungen des Albums aus, könnte Wounds gar als Pop-Platte bezeichnet werden.

Die erste Single Dream State etwa verbindet Arcade-Fire-artige „Ooooohs“ zwischen einzelnen Textzeilen, das Tempo im Gegensatz zu vielen anderen Songs des Trios deutlich angehoben. Statt segelnder Gitarren und Violinen instrumentalisieren Lott, Bhatia und Chang mit wabernden Synthesizern, die etwa bei Moderat oder den Chemical Brothers nicht fehl am Platz wären. Die zweite Single Slowly dagegen kommt mit einem verführerisch smoothen Beat daher, während Lott sachte und leicht gebrochen croont: „Be careful how your mouth pulled apart / I can see your lips, I don’t wanna feel your heart.“ Oh Purple One, ick hör dir trapsen. Beide Songs kommen allerdings nach wie vor mit dem typischen Son-Lux-Sound daher: Sonargeräusche, Walgesänge, virtuose Keyboardläufe und eine apokalyptische Grundstimmung, die mit einem industriellen Klangteppich vorangetrieben wird .

Son Lux spielen im liebenswerten Ampere, auch wenn sie eine größere Bühne mit einer krassen Lichtshow verdient hätten. Wie sich die verkopften, intellektuellen Songs auf das Parkett des Amperes übersetzen, wird einen großen Reiz des Abends ausmachen. Der Sound auf ihren Platten ist, nicht unähnlich Acts wie Alt-J oder Lo-Fang, so vielschichtig, dass die Songs beim Live-Auftritt ganz neue Gesichter bekommen könnten. Freilich sind die drei begnadete Musiker, deswegen brauchen wir uns da gar keine Sorgen machen. Dieses Konzert wird sehr gut. Nicht nur Ryan Lott darf sich freuen, dass er keinen Scheißjob mehr hat.

Unsere Verlosung ist beendet. Die Gewinner wurden informiert.


curt präsentiert: Son Lux // 26. Februar // 20 Uhr // Ampere // AUSVERKAUFT // Son Lux > Homepage


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