curt war da: Slowdive im Technikum

2017 war ein großes Jahr für Slowdive-Fans und die Shoegaze-Szene: Die Genre-Pioniere veröffentlichten, nachdem sie 2014 ihre Reunion verkündeten, ein neues Album nach 22 Jahren Sendepause. Im Zuge ihrer Tour machte das britische Quintett am 27. Februar auch in München in der TonHalle Halt.

Nach einem gelungenen Einklang der Dream Pop-Formation Dead Sea aus Paris, steigt die Spannung. Ein Projektor wirft grüne Schleier auf die Bühne, als die Silhouetten von Rachel Goswell und Co. im Dunklen aufflackern. Soundwelle um Soundwelle schwappen über das Publikum. Mal in bunte Lichter, mal in Schatten getaucht, verweben Slowdive alte und neue Lieder zu einem Gesamtkunstwerk. Das beginnt mit dem Opener zum aktuellen Album „Slomo“ bis hin zu Liedern, die den Shoegaze geprägt haben, wie „Souvlaki Space Station“ und „When the sun hits“.

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Zwischenansagen gibt es so gut wie keine, nur ein leises „Thank you“ von Rachel. Doch mehr braucht es auch nicht, denn die Zuschauer möchten träumen. Wie in Trance bewegen sie sich zu „Alison“ und werden euphorisch, wenn der Fünfer zum Ende Syd Barretts „Golden Hair“ covert. Slowdive, das ist eine nostalgische Reise, die jugendliche Bilder vors innere Auge zaubert, es ist sanfte Melancholie und flirrende Wärme gleichermaßen. Wenn Rachel Goswells und Neil Halsteads Stimmen sich weich bündeln und dazu die Gitarren surren, wie sie es bereits vor über 22 Jahren getan haben, dann weiß jeder im voll besetzten Technikum, Slowdive sind zurück.

Text & Fotos: Benedikt Walther > Homepage > Instagram