Gehört:
The Scenes – Sex, Drugs And Modern Art

Sex, Drugs And Rock … nee, Freunde, das war vielleicht mal. Heute soll es die Moderne Kunst sein, die mit Weib und Wein versüßt wird.

Gott sei Dank wurde an den entscheidenden Triebfedern aller Kunstschaffenden nicht gerüttelt. Aquajogging, Detox Smoothie And Nursery Rhyme kann sich die Generation LOHAS auf ihre T-Shirts sticken.

Und um was geht’s denn hier nun? The Scenes sind eine Band aus Finnland. Genauer gesagt stammen sie aus der Stadt Oulu, die einigen vielleicht als Austragungsort der jährlichen Luftgitarrenweltmeisterschaft bekannt ist. Ansonsten liegt die Stadt so weit nördlich, dass man selbst vor einer Stadtpartnerschaft mit Leverkusen nicht zurückschreckt.

Seit 2009 spielen die Jungs nun gegen die winterliche Kälte und Dunkelheit ihrer Heimat einen energiegeladenen Stilmix aus Hardcore Punk, Noise Rock, First Wave Emo und 80er-Gitarrenrock. Die Band wurde als Entwurf gegen die Langeweile und die Abgeschiedenheit gegründet. Wenn nichts da ist, dann musst du es eben selber machen. Sänger Konsta Koivisto ist auch Maler und Gitarrist /Songschreiber Miki Liukkonen ein in Finnland preisgekrönter junger Poet und Schriftsteller. Daneben wissen die sechs Musiker den Gang in die Kneipe zu schätzen: keine schlechte Basis also für eine weitere Karriere als Rockmusiker.

„Sex, Drugs And Modern Art“ ist das dritte Album innerhalb von vier Jahren, was für einen gewissen Arbeitseifer oder sehr lange Winter in Nordfinnland spricht. Punk oder hardcorelastige Momente wurden bei den neuen Stücken weitgehend minimiert. Die Stücke sind straff, fokussiert und voller Kraft. Anklänge von Faith No More, den frühen Muse und ganz frühen Coldplay schimmern hier und da durch. Wäre das nicht auch was für das nächste Airguitarbattle?


The Scenes – Sex, Drugs And Modern Art // BB Island / Cargo Records // VÖ: 26.02.2016
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