3. April
curt präsentiert: Robyn

Wann gibts was Neues? Jetzt? Vielleicht kommendes Jahr? Kreative Pause? Karriereende? Was ist da los? Stoff, wir brauchen Stoff!

Fragen über Fragen und kaum Antworten. Die vergangenen acht Jahre waren hart für alle Robyn-Jünger. Ja, fast acht Jahre sind vergangen seit den queeren Dance- und Trancehymnen, die die Alben um die Body-Talk-Reihe hervorbrachten und Robyn international in den Pophimmel und an miesem, austauschbarem Chart-Pop vorbeikatapultierten. Umso gigantischer die Freude im Spätsommer 2018: ein neuer Song, ein neues Album im Aussicht! O-M-G!

Und ja, JA, das IST ein Grund zum Ausrasten, denn wer um die 2010er rum in alternativeren Weggeh-Gefilden unterwegs war, der hat zu Robyn geknutscht, Liebe gemacht, Kummer weggeweint, mit Schnaps angestoßen und hysterisch geschrien, wenn der markante Synthie zu Dancing on my own auch nur eine Hundertstel Sekunde lief.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=Mru9GG3ur9U

 

Trostfutter gab es in der Zwischenzeit dank der wiederkehrenden Kollaboration mit den Norwegern von Röyksopp. Und schnell war klar: Dieser Sound ist anders – tiefer, dunkler, nicht notwendigerweise tanzbar, aber trotzdem irre anziehend. Und irgendwie ganz schön erotisch. Das war letztlich in etwa so hilfreich wie ein Burger vom Mäcces, der den Hunger kurz stilltt, um ihn danach nur noch größer zurückschlagen zu lassen.

Anfang des Jahres war es dann endlich, endlich, endlich so weit und nach dem Anteasern der neuen Platte mit dem ultrasexuellen Honey (Textkenntnis erwünscht!) ist Robyn mit neuem Sound, neuem Style und neuer Frise zurück. Ich habe es bei MØ schon angemerkt und muss es auch an dieser Stelle wieder tun: Was der zottelige Vokuhila in der aktuellen Back-to-the-past-Modewelle zu suchen hat, erschließt sich mir einfach nicht. Nein, nein, nein! Aber über Geschmack kann an anderer Stelle gestritten werden. Hier geht es schließlich um die Musik – und mannomann, ist das ne feine Scheibe.

Erwachsen halt, klar. Weniger Bubblegum-Nintendo-Sound wie noch auf dem 2005er-Meisterwerk Robyn. Weniger 4-to-the-floor-Beats, bei dem ein Song fetter war als der andere. Honey ist so wie der Name sagt: langsam und geschmeidig, dickflüssig und süß. Und auch ein bisschen klebrig, wenn wir nochmals auf die Erotik der Songs zu sprechen kommen wollen.

Nur eine Eigenschaft teilen Inhalt und Titel nicht miteinander, denn zäh sind die Songs nicht. Sphärisch, ja. Hipnotisch vielleicht. Bezaubernd. Aber niemals zäh.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=NdX4B8e2NPo

 

Robyn live – was für eine Freude! Wer am neuen Album zweifelt, der sollte es nochmals hören. Und nochmals und ein drittes Mal. Und spätestens beim vierten Mal kann man nicht anders, als mitzugrooven und sich danach zu sehnen, die kleine Schwedin, die im Juni runde 40 wird, live zu erleben. Dass das Konzert noch nicht ausverkauft ist, verwundert doch sehr. Aber Erwachsenendinge sind halt nichts für jedermann und Wannabes.

Unsere Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden informiert.


curt präsentiert: Robyn // Support: Lotic // 03.04.2019 // TonHalle // Einlass: 19 Uhr// Beginn: 20 Uhr //
VVK 38 Euro zzgl. Gebühren

Fotocredit: Heji Shin