8. November
Public Service Broadcasting

Live und audiovisuell im Feierwerk: Public Service Broadcasting mit neuem Album „Every Valley“. Britisch, exzentrisch und anspruchsvoll. Nachdem die Londoner vor zwei Jahren höchst erfolgreich in die Weiten des Weltalls vorgedrungen sind, schlagen sie jetzt die entgegengesetzte Richtung ein und graben sich tief in die Erde.

Man sagt den Briten gerne nach, dass sie ihre Spleens und Steckenpferde exzessiv ausleben. Auf der Insel finden sich zuhauf Exzentriker. An dieser Stelle sei etwa auf Mike Madden verwiesen, der sich einen Hut in Form eines Vogelhäuschens entwarf. Prima Idee: So könnte er doch die Vögel ganz aus der Nähe betrachten. Bevor sich allerdings ein Piepmatz blicken ließ, sprang ein Eichhörnchen mit Karacho auf Häuschen, Hut bzw. Hutträger und der Erfinder durfte zusätzlich ein Schleudertrauma sein Eigen nennen.

Ganz so schrullig wie der Londoner Schweißbrenner sind der „Hochwohlgeborene“ Gitarrist J. Willgoose, sein Kollege Wrigglesworth am Schlagzeug und Multiinstrumentalist JF Abraham nicht, doch auch sie frönen ausgiebig ihrem Steckenpferd. Das Londoner Indie-Trio sammelt in den Archiven von Radio, Film und Fernsehen Stimmen aus der Vergangenheit. So verquickten sie auf „The Race For Space“ Auszüge aus dem Funkverkehr des Raumfahrt-Kontrollraums während des Kalten Krieges mit elektronischen Klängen, Gitarre und Beats zu einem dichten, wunderbar tanzbaren Klangkosmos.

Auch live kommen die Londoner durchaus britisch-verquer rüber: Auf Knopfdruck ertönt die Begrüßung, auch bedankt wird sich auf Deutsch, aber elektronisch. Die Herren – adrett mit Fliege oder Krawatte – wirken  eher kühl und zurückhaltend. Auf den ersten Blick könnten sie durchaus als Beamte oder Wissenschaftler durchgehen. Dafür strahlt und prahlt ihre Show umso mehr. Public Service Broadcasting serviert nicht nur Live-Musik, sondern einen komplette Erlebniswelt mit Sound, abgerundeter Story und dazu passenden visuellen Elementen.

Schon allein daher kann man gespannt sein, wie sie ihr neues Konzept-Album „Every Valley“ audiovisuell auf der Bühne umsetzen werden. Das Thema ist jedenfalls vorgegeben: Die Briten graben sich unter Tage – zu den einfachen Bergarbeitern in den Südwaliser Förderminen der Steinkohleindustrie. Frontmann Willgoose erklärt das neue Werk folgendermaßen:
„… this album isn’t just about mining, and isn’t just about Wales. It’s a story reflected in abandoned and neglected communities across the western world, and one which has led to the resurgence of a particularly malignant, cynical and calculating brand of politics”.

Es ist eine abgeschlossene Geschichte über Geschichte und Gegenwart: über Würde und soziale Verantwortung, für mehr Engagement – gerade vor dem Hintergrund von Populismus und der fortschreitenden Missachtung all derer, die keine Stimme haben.

Unsere Verlosung ist beendet, die Gewinner wurden per E-Mail benachrichtigt.


Public Service Broadcasting – „Every Valley“// 8. November // Einlass: 19.30 Uhr // Feierwerk/Kranhalle // VVK 16 Euro zzgl. Gebühren
> Homepage > Facebook

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken


About Mirjam Karasek

view all posts

Quasselstrippende Lektorin und Mutter eines ebenfalls sehr redseligen jungen Kerlchens. Geht gerne auf Überraschungskonzerte und Flohmärkte, liebt Kommas an der richtigen Stelle, Plüsch-Elche, 70er-Jahre-Lampen … Seit zwei Jahren mischt sie liebend gern bei curt als Online-Redakteurin und Lektorin/Schlussredakteurin beim Magazin mit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*