Gehört: Pighounds – Hilleboom

Leider verbieten sich bei diesem Bandnamen jedwede Assoziation mit allem Borstenvieh. Weder Schweinerock noch schweinegeil, saugut und schon gar nicht saustark. Wenn das geklärt ist, dann können wir uns ein wenig in der Musik des Dortmunder Duos suhlen.

Kennen tun sich Sandro de Luca und Peter Bering schon seit zig Jahren und der gemeinsamen Band Fitches, mit der sie Stoner Rock & kifflastigen Blues-Rock zelebrierten. Mehrere Veröffentlichungen und ordentlich Live Shows inklusive. Wir haben es hier also nicht mit Frischlingen zu tun, sondern mit durchaus erfahrenen Dudes. So verwundert es auch kaum, dass die Platte schwartenfett rockt und die Produktion keine Soundlöcher erkennen lässt.

Die Pighounds agieren nur zwei Mann hoch, legen aber das volle Besteck auf. Proberaum in der Fickt Euch-Allee und ein Deckel in der Fetten Ecke. Grunge, Punk, Love oder 90er Alternative Rock. Mitgröhl-Faktor am Anschlag, aber immer mit Haltung und Stil. Smells like Gammelsdorf spirit. „Gammelsdorf ist ein Kaff 50 km nördlich von München, irgendwo zwischen Freising und Landshut, mit ein paar hundert Einwohnern und Kuhfladen auf der Straße, und der Circus ist ein altes Kino, wo regelmäßig die wilden langhaarigen Horden aus der Großstadt eingefallen sind, um wilden langhaarigen Amerikanern beim Lärm machen zuzuschauen“ – Zitat Ende.

Wobei der Lärm auf Hilleboom durchaus Struktur hat. In den seligen 90er Jahren, als ein Faxgerät noch der heiße Scheiß war, waren Vielschichtigkeit, Stilmischmasch, Groove keine Ausschlusskriterien für richtige geiles Zeug. Irgendwie freier im Geist als das, was heute so zwischen Instagramm und Tiktok als der krasse Shit gelten soll. Einfach mal machen und immer schön den Moshpit im Blick behalten. Richtig gutes Zeug aus den Boxen, kleine Hits und beschissenes Plattencover inklusive.

Gehört: Pighounds – Hilleboom // Noisolution / Soulfood // VÖ: 16.04.2021 // > Facebook

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https://youtu.be/MA-DsgBDwVo