Gehört: Pelzig – Medium Cool World

Pelzig hält sich – ihr verzeiht mir diesen kleinen, naheliegenden Kalauer. Die fünf Euro sind schon im Phrasenschwein. Wenn eine Band nach gut 11 Jahren ihr Schweigen bricht und mit einem neuen Album ums Eck kommt, so als wäre nichts gewesen, dann ist das schon ein wenig Verzückung wert.

Die Geschichte von Pelzig ist ja ganz eng verwoben mit der Geschichte von Slut, der anderen Popinstitution aus der Schanz. Nach wie vor gehören Rainer Schaller und René Arbeithuber zu beiden Bands. Christian Schaller und der Mann mit der Mütze Christan Schulmeyr machen, wie in den Nullerjahren, das Quartett komplett. Eine weitere Parallele ist, das Pelzig ihre Aktivitäten ebenfalls heimlich, still und leise ins Unsichtbare reduziert haben.

Genug in der Vergangenheit geschwelgt. Nur die Gegenwart zählt. Schon die ersten Takte von Eröffnungsstück Style Kills All lassen die lange Pause vergessen. Sofort greift der typische, sepiagefärbte Klang den Raum. Gitarren und Elektrosounds bilden das Gerüst über das sich die eindringliche, angenehm monotone Stimme von Schulmeyr legt. Das zweite Stück Battles erinnert mich mit seinem hypnotischen Refrain ein wenig an Placebo. Ebenso der Track Stuck In. Aber keine Angst, vom Arenarock bleibt die Band meilenweit entfernt. Das Titelstück My Medium Cool World ist ein von Störgeräuschen durchzogener, kryptischer, Mediumnoiserocker. Safe Route bringt uns im direkten Anschluss wieder auf die Straße des Lichts.

Pelzig nehmen mit ihrem fünften Album die derzeitige in der Szene vorherrschende Stimmung geschickt auf. Es ist nicht immer alles cool. Aber auch nicht gerade uncool. Sondern meistens irgendwo dazwischen.

Am 21.012016 spielen Pelzig im Milla Club. Eine gute Gelegenheit um das Wiedersehen zu feiern.

Pelzig – Medium Cool World >> Homepage // Cargo Records // VÖ: 27.11.2015
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