2. März
curt präsentiert: Pascal Pinon @ Milla

In Island werden neue, aufregende MusikerInnen und Bands gerne erstmal gehyped – meistens zurecht, manchmal fast schon ein wenig zu überschwänglich. Ein paar gute Beispiele für berechtigte Hypes aus der jüngeren Vergangenheit  wäre z.B. Samaris, die im vergangenen Jahr mit ihrem dritten Album „Black Lights“ eine wahre Perle isländischen Elektrosounds erschaffen haben, tanzbar und unglaublich relaxed zugleich. Oder GANGLY, deren düster-schwermütiger Klang sich kaum in eine Schublade stecken lässt und deren inkognito gestreuter Debut-Song “Fuck with someone else” wahre Stürme der Begeisterung auf der Insel auslöste. Irgendwann 2015 zog JFDR wie ein schleichender Nebel auf, bis es schließlich von Szenemagazinen wie dem Reykjavik Grapevine zuletzt zum next big thing erklärt wurde. Auffällig ist, dass jedes Mal eine Frau namens Jófriđur Ákadóttir ihre Hände im Spiel hat.

Jófriđur ist in Island gerade in aller Munde – obwohl es auf der Insel im Nordatlantik Gang und Gäbe ist, dass MusikerInnen zwischen Bands und Projekten hin- und hertingeln wie zwischen Kühlschrank und Couch, ist gerade sie schon ein besonders umtriebiger Mensch. Begonnen hat alles vor ungefähr acht Jahren, als sie mit ihrer Zwillingsschwester Ásthildur im zarten Alter von 14 Jahren mit zwei weiteren Freundinnen Pascal Pinon gründeten und ein komplett selbst produziertes Debutalbum auf den überschaubaren, aber hochqualitativen isländischen Plattenmarkt schmissen. Eine Schwäche für Lo-Fi, Minimalismus und eine ungewöhnliche Auswahl der Musikinstrumente – von der Blockflöte übers Glockenspiel bishin zu Mini-Keyboards – war schon damals unverkennbar. Und dieser Geist der jungen Pascal Pinon durchströmt nun auch ihr neuestes Werk “Sundur”, was im Isländischen so viel bedeutet wie “entzwei” oder “auseinander”. Auch wenn die Produktion unter dem Berliner Label  Morr Music inzwischen um Einiges professioneller daherkommt und sich die Besetzung der Band in den Jahren dazwischen (irgendwie passend zum Titel) auf Jófriđur und ihre Schwester reduziert hat.

Nicht im Geringsten reduziert hat sich jedoch die hypnotisierende Wirkung der Musik von Pascal Pinon, deren emotionale Weite das ganze Spektrum umfasst: Trauer, Verlust und Melancholie ebenso wie Liebe, Hoffnung und die enge Beziehung zweier Zwillingsschwestern. In den ruhigsten Momenten reicht ein sparsam gespieltes Klavier und die Gänsehaut-Stimmen der beiden, um einen Sog zu erzeugen, den nur Musik so erzeugen kann, vor allem wenn Jófriđur und Ásthildur in ihrer Muttersprache singen.

Es wird ein ruhiger Abend am 2. März in München im Milla werden. Aber mit Sicherheit einer, der auch die emotional stabilsten unter uns nicht unberührt in die Nacht entlassen wird.

Die Gewinner unserer Kartenverlosung wurden gezogen und informiert!


curt präsentiert: Pascal Pinon // 2. März im Milla Live-Club / Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: 20:30 Uhr // VVK: 15 Euro zzgl. Gebühren // Reservierung: 16 Euro (reservierung@milla-club.de, begrenztes Kontingent), Abendkasse: 18 Euro