10. Dezember
Parcels im Muffatwerk

Die Münchenbilanz seit 2017? Ein ausverkauftes Konzert im Feierwerk im März 2017, ein November-Gig der wegen Nachfrage in eine größere Location verlegt werden musste und jetzt für den Dezember ist die Ticketlage auch schon wieder heikel.

Klar eilt ihr Ruf voraus, spätestens seit ihrer Kooperation mit Daft Punk für ihre letztjährige Single “Overnight” und damit einhergehende Liveauftritte in US-Late Night Shows. Die Fünf von Parcels sind aber keine One-Hype-Wonder – erlaubt uns Wortneuschöpfungen, die Jungs sind inspirierend. Sie haben sich seit 2015 Stück für Stück an ihren großen Traum herangetastet und das weitab ihrer australischen Heimat.

Seit ihrem letzten Highschool-Jahr machen die Fünf gemeinsam Musik, nachdem sie sich zuerst einzeln in unterschiedlichen Bands von Folk bis Metal versucht hatten. 2014 taten sich Patrick Hetherington, Louie Swain, Noah Hill, Anatole Serret und Jules Crommelin dann als Parcels zusammen, benannt nach einem Café, das den Eltern eines der Bandmitglieder gehört.

2015 ging es für sie dann auf nach Berlin und rein in ein sehr, sehr enges Verhältnis der Bandmitglieder, notgedrungen: Leben auf engstem Raum, Schlafen zu dritt in einem Bett. Für die musikalische Karriere der damals 18-Jährigen war Berlin aber genau das richtige mit der örtlichen Musikszene und schlichtweg der zentralen Lage in Europa. So lassen sich Gigs doch leichter bewältigen, als von der australischen Insel aus. Nur zwei Monate nach ihrem Umzug spielten sie bereits auf den renommierten Festivals Fusion und MS Dockville.

Am 12.10. erschien endlich ihr langersehntes Debütalbum, benannt nach der Band selbst. Warum? Laut Website ganz einfach: “The album is titled Parcels, because we believe we succeeded in tracking the truest possible representation of us right now, as people, as musicians and as a group.”

Für ihr aktuellstes Musikvideo zum Song “Withorwithout” konnten sie Milla Jovovich verpflichten. Das Video macht es zwar etwas schwer, sich auf den wunderbar sanften Song zu konzentrieren, aber der Minifilm ist einfach sehenswert, sei es auch überwiegend wegen des Gänsehautfaktors.

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https://www.youtube.com/watch?v=JUelBEuz258

Ihr letzter Gig in München war ein wahres schweißtreibendes Disko-Inferno. Alle um uns herum tanzten, bis auch der letzte Winterpulli der Hitze weichen musste. Funky wie Chic, groovy wie die Bee Gees, elektronische Einflüsse und ein Hauch von Daft Punk – so klangen sie bisher. Auf ihrem Album finden sich neben den bereits gewohnten 70s-Diskoklängen noch mehr softe Poptöne, auch mit Anleihen aus den 80s. Aber was reden wir hier von Theorie!
Einfach mal reinhören und abtanzen.

Parcels > Homepage // 10.12.2018 // 20:00 Uhr // Muffatwerk  // VVK: ab EUR 24,90 (momentan nicht verfügbar)

Foto: Antoine Henault