curt war da: Noel Gallaghers High Flying Birds

Magie und Nostalgie

Eine gut gefüllte, aber nicht ausverkaufte Zenith-Halle genoss am 12. April ein Stück Nostalgie, verpackt in pulsierenden Rockhymnen. Noel Gallagher,  der Typ in der Mitte mit der Gitarre, umgarnt von seinen „Birds“, ist in der Lage, Wörter und Melodien auf eine unverwechselbare Weise zu mischen, die die Menge zum Mitsingen bringen kann, wie wenige andere Musiker. Gut gelaunt lieferte er eine 21 Songs lange musikalisch Reise durch seine Vergangenheit und Gegenwart, indem er seinen „High Flying Birds“-Katalog und vor allem das neue Album heraus schmetterte. Die erweiterte Band, bestehend aus dem ehemaligen Oasis-Bandkollegen Gem Archer, John Rutherford und Keith Kaminski, gab der Show den richtigen Kick, den es zu einem rahmenfüllenden Programm bedarf.

noelgallagher

Der erste Höhepunkt des Abends wurde erreicht, als er seine Akustikgitarre schnappte und das Lied „If I had a gun“ vortrug. Dieser Moment ging über reine Magie hinaus. Ein paar Minuten später fragte ein sichtlich optimistischer Noel die Menge, ob es heute Oasis-Fans hier gäbe. Dies war der Ausgangspunkt für das Lied „Little by little“, das von enthusiastischem Jubel und ausgelassenen Sing-a-longs vom Publikum begrüßt wurde. Glücklicherweise enthielt der Rest der Set-Liste einige Kostbarkeiten aus dem Katalog der legendären Band, darunter das allzeit beliebte „Wonderwall“, welches die Band in einer sorgfältig veränderten Fassung präsentierte. Mit den „High Flying Birds“ hat er nun drei Alben veröffentlicht, die alle sehr angenehmen Rock’n’Roll widerspiegeln, bei denen Einflüsse mit vordergründiger Ehrlichkeit und größter Begeisterung für Musikhistoriker in die Ärmel gegriffen wurden.

Bericht: Claudia Steinle > Homepage > Facebook
Fotos: Irene Corn