2. Oktober
curt präsentiert: No More @ Milla

Zu behaupten, ich sei der größte No More-Fan nördlich von Wolfratshausen und südlich der Schlei, wäre in der Tat eine ziemliche Übertreibung. Und trotzdem begleitet mich zumindest ein Song der norddeutschen Post-Punk und No-Wave-Pioniere seit Beginn meiner popmusikalischen Sozialisation. Auf einer der ersten Kassetten, die mir ein Kumpel meines älteren Bruders gnädiger Weise aufgenommen hatte, klemmte zwischen den Buzzcocks und Killing Joke eben jener eine Song … manischer Beat, ein effektives Motive auf dem Synthie, komplettiert von einem stoischen Sänger, der die Worte eher spricht als singt. Das war aufregend, geheimnisvoll und auch ein klein wenig furchterregend für die noch jungen Ohren vom Lande. Als ich dann zum ersten Mal von den großen Jungs in die als verrufen geltende Indie-Disco geschmuggelt wurde, war die Freude riesig, als plötzlich vom DJ Suicide Commando aufgelegt wurde. Dieser hypnotische Sound warf mir einen kleinen rettenden Anker zu, in diesem von Reizüberflutung erfüllten Abend.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=g-3ptIj-jbg

 

So wie mir, ging es wohl auch einigen anderen. Gilt dieser Song auch fast 40 Jahre nach seiner Veröffentlichung immer noch als genreprägend. „Suicide Commando, a song that refuses to die. A couple of years after these Germans recorded this, it spread like a virus to become a cult classic. The virus is still spreading to this day“, schreibt Optimo, UK dazu. Vom frühen Post-Punk und (No) Wave zum Dark Underground, vom EBM über Techno zum Electroclash – und wieder zurück! Remixe u.a. von DJ Hell und Echopark, Coverversionen des französischen DJs Vitalic, der polnischen Band Mikrowafle u.a., sowie zahlreiche Compilations sorgten dafür, dass der Song seit 1981 nie in Vergessenheit geraten ist. Auch heute ist der Song immer noch unverzichtbarer Teil vieler DJ-Sets von Dark Wave bis Electroclash, von EBM bis Post Punk, von Electronica bis Indierock.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=XOsMj_3qoxs

 

Ob der Fokus auf so ein ikonisches Werk nun Segen oder Fluch für die Künstler sind mag ich nicht beurteilen. Tina Sanudakura und Andy Schwarz machen seit 2006 wieder gemeinsam Musik. Und das nicht, weil sie die alte Geschichte weitererzählen wollen, sondern weil es so viel Neues zu erkunden gibt. Das alte Tape habe ich übrigens kürzlich wieder aus dem Keller gekramt. Und es geht noch genauso gut wie damals.

Wir verlosen Freikarten für den Konzertabend am 2.  Oktober im Milla Club: Einfach Mail an ichwillgewinnen@curt.de mit Betreff No More. Wir ziehen die  Gewinner ca eine Woche davor. Viel Glück!


curt präsentiert: No More >Homepage  + Katie Smokers Wedding Party // 2. Oktober 2020 // Milla Club // Einlass: 19:00 / Beginn: 20:00 // VVK: 12 Euro + Gebühr