Gehört: Nicola Cruz – Siku

Mittlerweile gehört der Slow-House-DJ und gelernte Perkussionist Nicola Cruz zur Crème der internationalen House-Szene. Sein Sound ist auf den einschlägigen Festivals so präsent wie der weiche Sand an den Stränden von Ko Phangan. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und literweise Schneematsch auf Münchens Straßen kann in diesen Tagen eine musikalische Wärmelampe nicht schaden.

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https://www.youtube.com/watch?v=iRV90c_uWpQ

 

Siku ruft sich das neue Album des in Frankreich geborenen Cruz. Es folgt der Spur seiner älteren Geschwister und tastet sich immer weiter voran in der bunten Klangwelt des südamerikanischen Kontinents. Von dort stammen nämlich Nicolas Eltern und auch er hat sein Headquarter wieder nach Ecuador verlegt. Allein dieses Land zwischen Costa, Sierra und Oriente ist so vielfältig und in allen Belangen artenreich, dass sich dort Inspiration für ein doppeltes Dutzend an Alben finden lässt.

Marimbas, Flöten, jede Menge Perkussion und rituelle Stimmen bilden die Grundzutaten für den Flow seiner Tracks. Mit weichen Bässen werden die hölzernen Perkussionsinstrumente unterstrichen, die durch das Dickicht aus Flötenmelodien, volkstümlichen Gesängen, Vocal-Cuts und Synthesizern stapfen. Sozialisiert zwischen den indigenen Sounds seines Latino-Erbes und abendländischen Klängen hat sich sein Gehör so ausgebildet, dass es ihm gelingt, die offensichtlich maschinellen Sounds von harten Synthies oder verzerrten Claps als kaum mehr sporadische Dominanten in einer akustischen Welt wirken zu lassen. Obwohl er von der elektronischen Musik kommt, wird diese zum puren Naturerlebnis irgendwo zwischen der Sprache von Mutter Erde, der Stimmung traditioneller Riten und lateinamerikanischer Rhythmik.


Nicola Cruz – Siku // ZKK / Indigo // VÖ: 25.01.2019 > Facebook