22. April
Mr Silla @ Milla

Mr. Silla im wunderbaren Milla – alles was sich reimt, ist gut. Aber nicht nur deshalb erwartet all jene Münchener, die sich der isländischen Musik verschrieben haben – und auch alle anderen, die das noch vor sich haben –  Ende April ein echtes Schmankerl vom musikalisch hell leuchtenden, europäischen Außenposten weit draußen im Nordatlantik.

Mr Silla hat mit ihrem 2015 veröffentlichten, gleichnamigen Debüt eines der schönsten Minimal-Ambient-Electro-Werke der letzten Jahre auf der Insel hingelegt.

Mr ist eigentlich eine Ms: Sigurlaug Gísladóttir kennt man, wenn man mit Islands Musikszene etwas vertrauter ist. Oder zumindest kennt man einige der Projekte, an denen sie bisher mitwirkte. Dazu zählt z.B. mit múm eine der Pioniergruppen in der sehr erfolgreichen Geschichte isländischer elektronischer Musik. Oder der Dreampop/Electronica-Act Low Roar. Aber wer so gut ist wie Sigurlaug, dreht früher oder später sein bzw. natürlich ihr eigenes Ding. Gesegnet mit einer glockengleich hellen und warmen Stimme kontrastiert sie in Songs wie “Dressed lightly” oder “Reach for me” die düster wie ein Herbstnebel wabernden Klanggebilde aus dem Synthesizer, dass es einem eine wohlige Gänsehaut das Genick runter jagt.

Das Ganze, wenn der Gesamtwirkung zuträglich, auch noch fein geloopt in mehreren Schichten. Für diese Finessen und hier und da einen wirkungsvollen Akkord auf der Gitarre zuständig ist ihr Buddy Tyler Ludwick, weil so ganz alleine fühlt man sich dann ja doch etwas einsam. Während viele Tracks der nur neun Songs langen (aber qualitativ dafür umso höherwertigen) Scheibe dabei eher zum wegträumen und schweben einladen, gibt’s trotzdem hier und da Beats, um die Beweglichkeit des andächtig lauschenden Publikums auszutesten (“Holding on”).

Das typische Klischee der rauen, melancholischen Landschaft Islands, die sich im Stil der dortigen Musiker/-innen ausdrückt, ist zugegebenermaßen schon ziemlich ausgelutscht. Aber wenn man Mr. Silla in einem Satz beschreiben sollte, würde man sich dennoch schwer tun, diesen Hintergrund gänzlich auszuklammern. Denn Mr. Silla fühlt sich an und klingt, wie wenn man in einer dieser kleinen, natürlichen, heißen Quellen unter freiem Himmel in der Dämmerung im Niemandsland sitz, während einem von oben die kühlen Tropfen des isländischen Nieselregens ins Gesicht wehen. Schöner geht’s kaum.

Mr Silla > Facebook // 22. April @ Milla Live Club / Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: 20:30 Uhr / Karten: VVK: 12 Euro zzgl Gebühren // Reservierung: 13 Euro (reservierung@milla-club.de, begrenztes Kontingent), Abendkasse: 15 Euro


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