3. April
Monster Truck + the Picturebooks

Deutsch-kanadische Freundschaft.

„Zwischen den bravourös gemeisterten Shows der Arena-Tour im Vorprogramm von Nickelback im September und den anstehenden ausverkauften Hallenshows mit Billy Talent Ende November/ Anfang Dezember kündigen Monster Truck eine weitere Tour hierzulande an.“

Bitte was? Nickelback? Billy Talent? Was bahnt sich denn hier für eine Komplettabfahrt an? Und dann dieser Name …

Ja, Pressemitteilungen haben’s mitunter schwer. Da wird nach großen Namen gesucht, da muss die Werbung stimmen und manchmal macht es einem die Band selbst auch nicht gerade einfach. In diesem Fall tut man der Band, um die es hier geht, jedoch Unrecht und Freunde von kraftvollem und ehrlichen Rock’n’Roll ohne viel Schnickschnack dürften eher Abstand nehmen. Dabei sind Monster Truck so etwas wie Kanadas Heavy-Rock-Outfit der Stunde. Verdienterweise.

2009 gegründet, spielen sich Jon Harvey (Bass, Vocals), Jeremy Widerman (Gitarre), Brandon Bliss (Orgel) und Steve Kiely (Drums) die Finger wund und brillieren da, wo es zählt: live. Hemdsärmelig, sehr gerade und druckvoll nach vorne schmettert der massive 4-Sitzer zwar keine ganz so virtuosen Heavy-Blues-Fanfaren wie ihre amerikanischen Kollegen von Clutch, ihr Sound schafft jedoch gekonnt den Spagat zwischen voller Club-Atmosphäre und lautem Stadionrock. Und so dürften eher Fans der Rival Sons oder Deep Purple ihre Freude haben, waren Monster Truck doch auch in deren weitaus prestigehaltigerem, nicht Chad-Kroeger’esque auf den Massengeschmack ausgerichteten Vorprogramm angenehm bemerkenswert. Ihr zweites Album „sittin‘ heavy“ haben sie im Frühjahr 2016 veröffentlicht. Eine Platte, die wie ihr Vorgänger „furiosity“ den Spaß an südstaaten-orientierter lauter Rockmusik feiert. Vielleicht ein bisschen glatt, dafür aber auch kein Gramm Fett.

Die Montags-Sause am 3. April in der Theaterfabrik wird dazu noch um ein absolutes Schmankerl ergänzt. Mit ihrem neuen Leidenschaftswerk „home is a heartache“ klemmen sich the Picturebooks aus Gütersloh an die Fersen des wummernden Benzinschluckers und begleiten die Kanadier mit ihrem einzigartigen Slide-Blues. Entstanden ist das neue Album der beiden Chopper-Jünger wie immer auf den Highways und Autobahnen der Welt, ist Zeuge ihrer kreativen Reise von Neuerfindung bis hinzu Neubeginn und ein klassisches Aufbruchsmanifest mit einem gesunden Klecks Trucker-Romantik. The Picturebooks sind, so scheint es, endlich angekommen, da wo sie hingehören, doch sind sie noch lange nicht müde. Sie sind rastlos, sehnsüchtig und für deutsche Verhältnisse erschreckend großartig. Fynn Grabke und Philipp Mirtschink haben mithilfe des nicht kaputtzukriegenden Übervaters, Tourmanagers, Produzenten und Skateboard-Legende Claus Grabke tatsächlich so etwas wie einen neuen Stil erfunden. Umzingelt von treibenden Tribal-Paukenschlägen, schliddern die Finger über semiakustische Gitarrenwände und sind, während die beiden wie gewohnt ihr gesamtes Charmearsenal abfeuern, Zeuge eines neuen harten Blues. Bad habits die hard.


MONSTER TRUCK > Facebook  & the Picturebooks > Facebook // 3. April in der Theaterfabrik // Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr // Tickets: VVK 22 Euro zzgl. Geb.